Gladiators feiern sechsten Erfolg in Serie

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Nicht zu stoppen - Gladiators feiern sechsten Erfolg in Serie

Es geht immer weiter: Die Römerstrom Gladiators haben den nächsten Erfolg in der Tasche. Gegen die Uni Baskets Paderborn gewann der Basketball-Zweitligist am Samstagabend mit 91:76 (42:37) und feierte somit nicht nur einen gelungenen Jahresabschluss sondern auch den sechsten Erfolg in Serie. Beeindruckend war dabei nicht nur die Zuschauerzahl.

Die erste gute Nachricht deutet sich schon vor Spielbeginn an: Die Ränge in der Arena Trier sind derart gut gefüllt, dass der eine oder andere schon eine Zuschauer-Saisonbestmarke prognostiziert. Und tatsächlich, wenig später steht fest: 4187 Fans – darunter auch Bundestrainer Henrik Rödl und Ex-TBBler Brian Harper – sind am Samstagabend in die Halle gekommen, um sich die Partie der Römerstrom Gladiators Trier gegen die Uni Baskets Paderborn anzuschauen. So viele wie noch nie in dieser Spielzeit.

Und die, die sich zwischen Weihnachten und Silvester vom Sofa erhoben und in die Arena begeben haben, sie werden nicht enttäuscht: Denn sie sehen einen 91:76 (42:37)-Heimsieg ihres Teams und somit den sechsten Erfolg der Trierer in Serie. Da steigt die Vorfreude aufs neue Basketballjahr – speziell, wenn’s nach der Partie vom gegnerischen Trainer noch so ein dickes Lob gibt: „Ein Kompliment an Trier und Christian Held, sie spielen sehr stark. Es macht Spaß, sie spielen zu sehen!“ Das sagt Paderborns Steven Esterkamp nach der Partie.

Die Zeit im ersten Viertel verfliegt: Als Christian Held die erste Auszeit nimmt, sind bereits sieben Minuten gespielt. Zu diesem Zeitpunkt liegt Trier knapp hinten (12:15), die Gäste sind zu Beginn einen Tick wacher. Das Tempo ist enorm hoch, es gibt nur ganz wenige Fouls in den Anfangsminuten.

Was es dagegen gibt, sind jede Menge Offensivaktionen. Besonders auffällig dabei: Paderborns Martin Seiferth. Die Gäste spielen es immer wieder über den Bruder des früheren Trierer Centers Andi Seiferth. Der Center mit der Trikotnummer 11 punktet kräftig und hat bereits nach drei Minuten acht Punkte auf dem Konto. Christian Held wird später sagen: „Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, Paderborns Pick and Roll mit Martin Seiferth so zu verteidigen, wie wir es wollten.“

Doch gegen Ende des ersten Viertels ist erstmal Schluss mit der Paderborner Herrlichkeit. Die Gladiatoren werden immer stärker.

Chase Adams und Kilian Dietz reißen das Team mit. Dietz wirft sich in jeden Ball, sammelt gleich mehrere Steals und trifft auch mal die unmöglichen Korbleger.

Adams rackert ebenso, sichert sich mit seinen 1,78 Metern auch mal einen Offensivrebound und trifft im Anschluss für zwei. Die knapp 4200 Zuschauer in der Halle werden zum ersten Mal so richtig warm.

Die Gäste aus Ostwestfalen sind beeindruckt von der Gladiatoren-Wucht. Umso mehr, als dann auch noch Thomas Grün mit der Viertelsirene einen Dreier in den Gäste-Korb legt – mit einem Trierer 21:16-Vorsprung geht’s ins zweite Viertel.

Auch zu Beginn der zweiten zehn Minuten bleibt Trier spielbestimmend. Bezeichnend eine Szene nach vier Minuten. Soeben hat Aufbauspieler Rupert Hennen Paderborns Leistungsträger Kendale Mc Cullum zum nächsten Ballverlust gezwungen. Der US-Amerikaner dreht genervt ab, rollt mit den Augen – und Paderborn-Trainer Steven Esterkamp nimmt die erste Auszeit für sein Team (32:26).

Trier schafft es nun immer mehr, defensiv den enormen Druck der vergangenen Partien zu entwickeln. Die Mannschaft bestätigt, warum sie mittlerweile zu den besten Defensivteams der Liga gehört. Eine Folge des Trierer Drucks: zwölf Paderborner Ballverluste in Halbzeit eins.

Doch auch offensiv sieht das gut aus. Der Ball läuft schnell, mal legen Lucien Schmikale oder Jermaine Bucknor einen Dreier rein. Mal versenkt Stefan Ilzhöfer einen Korbleger oder Till Gloger vergoldet einen Offensivrebound. Nach einem Dreier von Kyle Dranginis führt Trier knapp drei Minuten vor der Pause mit sieben Zählern (40:33).

Bemerkenswert: Geht der Ball in der Offensive auch mal verloren – so wie zwei Minuten vor der Halbzeit, als Chase Adams die Kugel hergibt – dann verteidigen die Gladiatoren den Paderborner Schnellangriff clever, und Jermaine Bucknor holt sich den Ball nur wenige Sekunden später schon wieder zurück. Obendrauf folgen dann noch Glogers nächste Punkte.

Auch wenn es nicht das hochklassigste Spiel ist, Fehler auf beiden Seiten unterlaufen, kann sich das definitiv sehen lassen, was Trier zeigt.

Ganz wichtig wie das Held-Team Paderborns Aufbauspieler Mc Cullum über weite Strecken aus dem Spiel nimmt – nur fünf Punkte erzielt der 1,85-Meter-Mann in den ersten 20 Minuten. Mit einer Fünf-Punkte-Führung geht’s schließlich in die Pause (42:37).

Es sind fünfeinhalb Minuten in Halbzeit zwei gespielt, als Kyle Dranginis die Trierer Führung mit einem Dreier auf neun Zähler ausbaut (50:41). Trier ist weiterhin das bessere Team, zwar erspielen sich die Gäste auch immer wieder gute Wurfgelegenheiten, jedoch fallen die Bälle nur selten.

Die Gladiatoren – die mit dem Trikot-Schriftzug „Hilfe für Nick“ angetreten sind und damit den schwer erkrankten Nick aus dem Kreis Trier-Saarburg unterstützen – machen es in einer jetzt zerfahrenen und von Fouls geprägten Partie weiter gut. Zwar klappt offensiv nicht alles, dennoch ist die 64:55-Führung nach drei Vierteln absolut verdient. Der sechste Sieg in Serie ist zu diesem Zeitpunkt greifbar nahe.

Und es wird immer besser. Trier dreht jetzt richtig auf. Schon nach 20 Sekunden im letzten Viertel versenkt der starke Jermaine Bucknor den nächsten Dreier. Nur wenige Sekunden später legt Thomas Grün zwei Punkte drauf. Spätestens als dann auch noch Till Gloger einen auspackt, zweifelt so gut wie keiner mehr am nächsten Trierer Heimerfolg (70:55).

Wie schon in den vergangenen Wochen kann das Team von Chefcoach Christian Held im Schlussviertel wieder zulegen, lässt defensiv nicht nach. Und auch offensiv ist das sehenswert. Den Deckel macht schließlich Chase Adams mit einem Dreier zwei Minuten vor dem Ende auf die Partie (82:67).

Ein Schlüssel zum Sieg: Es gelingt den Gladiatoren die in dieser Saison so offensivstarken Ostwestfalen durch starke Defensivarbeit bei 76 Punkten zu halten. Auch unter den Körben agieren die Herren in grün vorbildlich, 17 Offensivrebounds sind ein Beleg dafür.

Trier gewinnt das letzte Spiel des Jahres hochverdient, feiert den sechsten Erfolg in Serie, klettert auf Rang 6 und kann nun in Ruhe Silvester feiern und von den Playoffs träumen.

Gladiators-Coach Christian Held resümiert nach der Partie: „Ich bin im Großen und Ganzen damit zufrieden, wie wir momentan verteidigen. Wir schaffen es, Teams müde zu machen und dann offensiv unseren Lauf irgendwann zu bekommen.“

Weiter geht’s für Trier am 4. Januar in Karlsruhe.

Punkte Trier: Adams 11, Dranginis 17, Bucknor 14, Schmikale 6, Dietz 2, Grün 5, Ilzhöfer 7, Geist 11, Gloger 18 – Beste Schützen PB: Seiferth 19, Trapp 17 – Viertelstände: 21:16/42:37/64:55/91:76 – ZS: 4187

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