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2.-Basketball-Bundesliga
„Der Wille im Team hat gefehlt“

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Header Verein FOTO: Hettinger, Alexander / TV
Trier. Nach sieben Niederlagen in elf Saisonspielen meldet sich Gladiators-Geschäftsführer Achim Schmitz zu Wort. Er äußert deutliche Kritik. Marek Fritzen

Das sind klare Worte von Achim Schmitz. Zu Wochenbeginn meldet sich der Geschäftsführer der Römerstrom Gladiators Trier zu Wort. Der Grund: Die sportliche Krise seines Clubs in der 2. Basketball-Bundesliga - die 79:96 (43:57)-Heimniederlage am Sonntag gegen Karlsruhe war bereits die siebte Niederlage im elften Saisonspiel.

Mittlerweile rangiert der selbsternannte Playoff-Kandidat nur noch auf Rang 12, vier Punkte hinter den White Wings Hanau, die den letzten Playoff-Platz belegen. Schmitz schimpft: „Was ich gegen Karlsruhe vermisst habe, ist ganz klar der Wille, das Spiel zu gewinnen. Bei Karlsruhe hat man gesehen, dass sie Spaß und Freude am Spiel hatten. Sie hatten die nötige Physis im Spiel – das habe ich bei uns ganz einfach vermisst. Und das habe ich dem einen oder anderen auch so mitgeteilt.“

Das Fehlen der verletzten Kilian Dietz, Justin Alston und des mit dem luxemburgischen Nationalteam verreisten Thomas Grün will der Geschäftsführer dabei genauso wenig als Entschuldigung gelten lassen wie die Rückenprobleme von Aufbauspieler Simon Schmitz (er spielte gegen Karlsruhe, war aber sichtlich gehemmt). Achim Schmitz betont: „Uns fehlt Simon, ganz klar. Und ja, es kommt viel zusammen momentan. Wir haben mit Kili zudem einen Spieler nicht zur Verfügung, der unterm Korb mal die Schultern breit macht und die Mannschaft mitreißen kann. Aber das ist alles Gejammere, das hilft uns nicht weiter. Da müssen dann andere in die Bresche springen, denn Verletzte haben andere Mannschaften auch.“

Nach den Transfers im Sommer habe man sich erhofft, nun besser dazustehen, gesteht der Unternehmer. Nun gelte es, die Gründe zu analysieren, ohne Vorwürfe und Druck aufzubauen. Schmitz fordert: „Wir spielen jetzt in Ehingen, da ist ein Sieg Pflicht. Dann geht’s zu Hause gegen Ulm, da müssen wir auch gewinnen - die Trendwende muss jetzt her.“ Gegen Karlsruhe kamen am Sonntag nur gut 1700 Zuschauer in die Arena. Der Verein kalkuliert mit einem Schnitt von 2000 in dieser Spielzeit. Sind die 1700 Fans vom Sonntag schon ein Indiz dafür, dass sich die sportliche Krise auch auf die Zuschauerzahlen auswirkt? Dazu sagt der Geschäftsführer: „Wenn man keinen Erfolg hat, dann kommen auch weniger Leute, das ist ganz normal. Das ist nicht nur bei uns so, das ist auch beim Handball und anderen Sportarten so.“ Unterm Strich, so betont er, liege man noch im Schnitt, sei sogar insgesamt „ganz zufrieden mit dem Zuschauerzuspruch“ bisher. Finanziell, sagt Achim Schmitz, habe die sportliche Krise noch keine Auswirkungen auf den Club. Und er hat Hoffnung auf Besserung: „Ich denke, das Ganze ist eine mentale Sache. Wenn man knapp verliert, und dann das nächste auch nicht gewinnt, dann wird’s zu Kopfsache. Wir müssen einfach gucken, dass wir schnell die Kurve kriegen, ohne panisch zu werden.“ Wenn erstmal ein, zwei Siege eingefahren würden, dann könne schnell mal eine Serie gelingen, findet er. Doch Fakt ist auch: Verpasst der Verein die Playoffs, dann gehen den Gladiatoren nach Schmitz`Aussage Einnahmen von bis zu 50 000 Euro durch die Lappen.