Gladiators nach dem Erfolg in Schwenningen

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Es muss nicht immer schön sein: Gladiators nach dem Erfolg in Schwenningen

Am Tag nach dem fünften Erfolg in Serie geht’s bei den Römerstrom Gladiators Trier um besondere Team-Chemie, ein Sonderlob sowie um einen, der am Montag zum Arzt muss.

Bevor es um das Kuriosum aus den Anfangsminuten geht, hält Christian Held schon mal fest: „Sagen wir mal so: Es war nicht schön, aber solche Spiele muss man halt auch gewinnen.“ Wo er recht hat, der Cheftrainer der Römerstrom Gladiators Trier, da hat er recht. Denn schön war’s tatsächlich nicht, was die 830 Zuschauer da am Samstagabend in der Sporthalle am Deutenberg im Schwarzwaldstädtchen Schwenningen zu sehen bekamen. Was sie mitansehen mussten beim Duell zwischen Aufsteiger Panthers Schwenningen und Helds Gladiatoren, waren insgesamt 27 Ballverluste, 57 Fouls – darunter gleich mehrere Technische und Unsportliche des Heimteams – sowie einen unterm Strich vollkommen verdienten 81:68 (31:32)-Erfolg der Trierer, den fünften Sieg in Serie. Held: „Es gehört zu unseren Qualitäten, dass wir Spiele über unsere starke Verteidigung gewinnen, wenn es offensiv – wie am Samstag – mal so gar nicht läuft.“

Okay, „so gar nicht“ lief es eigentlich nur in den Anfangsminuten für sein Team, danach wurde es dann schon besser, wenn auch nicht hervorragend. Dafür verlief der Spielbeginn schon rekordverdächtig für den Tabellensiebten aus Rheinland-Pfalz – und das im negativen Sinne. Denn Trier schaffte es minutenlang nicht, den ersten Punkt zu erzielen. Erst nach fünf Minuten und 39 Sekunden – einer gefühlten Ewigkeit im Basketball – sorgte Lucien Schmikale für die ersten Gladiators-Zähler. Nur der schwachen Schwenninger Offensive und der druckvollen Trierer Defensivarbeit war es zu verdanken, dass sich der Rückstand zu diesem Zeitpunkt noch im Rahmen hielt (2:10). Christian Held kritisiert am Sonntag: „Wir waren mental nicht anwesend in dieser Phase, haben es in der gesamten ersten Halbzeit nicht geschafft, das, was wir uns offensiv vorgenommen hatten, umzusetzen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit dann besser gelöst.“

Trier spielte es nach der Pause abgeklärt: Offensiv war das zwar immer noch nicht herausragend, doch defensiv sah das gut aus. Trier presste übers gesamte Feld, ließ dem sichtlich überforderten Aufsteiger keine Luft zum Atmen. Wenn Schwenningen den Ball nicht schon im Spielaufbau verlor, dauerte es Ewigkeiten, bis das Team von Trainer Alen Velcic den Ball über die Mittellinie gebracht hatte. Held findet: „Wir schaffen es momentan, konstant auf hohem Niveau zu verteidigen und dadurch viele Gegner zu frustrieren.“ Bemerkenswert: Die Gladiatoren gestatteten Schwenningen in keinem Viertel mehr als 18 Punkte.

Da die ganz in schwarz gekleideten Römerstädter ihre Angriffe in der Folge auch konsequenter zu Ende spielten, roch es schon gegen Ende des dritten Viertels mächtig nach Auswärtssieg (57:50).

Spätestens nach einem Dreier durch Jordan Geist – nach sehenswertem Assist von Rupert Hennen – war die Partie fünfeinhalb Minuten vor dem Ende entschieden (70:55).

Großen Anteil am fünften Erfolg in Serie hatte Stefan Ilzhöfer. Der 24-Jährige erzielte elf Punkte, sammelte sieben Rebounds und verteidigte hervorragend. Vom Trainer gibt’s daher am Sonntag ein dickes Lob: „Stefan macht defensiv schon länger einen guten Job, aber auch offensiv sieht er nun immer besser seine Optionen.“ Das sei auch ein Verdienst von Jermaine Bucknor, wie Held berichtet, denn: „Buck arbeitet im Training sehr viel mit ihm, zeigt Stefan auf, wo die Optionen auf seiner Position sind und gibt ihm viel Selbstvertrauen.“ Das, so der Cheftrainer, sei seiner Meinung nach die größte Stärke des Teams. „Einer freut sich für den anderen, wenn dieser ein gutes Spiel macht – auch wenn sie wie im Fall von Stefan und Buck Konkurrenten auf derselben Position sind.“

Nach dem fünften Erfolg in Serie bittet Held sein Team an Heiligabend noch mal in die Trainingshalle, bevor der 1. Weihnachtstag dann komplett frei ist. Danach geht’s schon wieder weiter, denn am 28. Dezember empfängt Trier den Tabellenachten Paderborn in der Arena (19.30 Uhr).

Übrigens: Kevin Smit, der in Schwenningen aufgrund einer Schulterverletzung aus dem Tübingen-Spiel fehlte, soll am heutigen Montag eingehender untersucht werden. Danach wird feststehen, wie lange der 28-Jährige ausfällt.

Punkte Trier: Adams 9, Dranginis 2, Bucknor 9, Hennen 1, Schmikale 2, Dietz 6, Grün 7, Ilzhöfer 11, Geist 17, Gloger 17 – Beste Werfer VS: Kolo 15, Borekambi 14 – Viertelstände: 13:14/31:32/57:50/81:68