Gladiators nach dem letzten Hauptrunden-Heimspiel

Basketball : Ein Weckruf und jede Menge Golfbälle - Gladiators nach dem letzten Hauptrunden-Heimspiel

Nach der Gladiators-Niederlage im letzten Hauptrunden-Heimspiel gegen Kirchheim steht die Zahl 100 im Fokus. Zudem richtet sich der Blick schon in Richtung des kommenden Wochenendes.

Mit seinem Handicap, sagt Kevin Smit, da könne er ganz gut leben. „Es könnte schlechter sein“, findet der 26-Jährige und beginnt zu lachen. Ohnehin, da ist sich Smit sicher, werde sein Handicap ab sofort kleiner und kleiner. Denn: Sein Verein, die Römerstrom Gladiators Trier, haben dem Aufbauspieler am Wochenende 100 Golfbälle geschenkt, die der passionierte Golfspieler schon bald – „sobald das Wetter besser wird“ – auf seiner favorisierten Anlage, dem Golf-Resort Bitburger Land, in die Löcher hauen wird. „Momentan liegt mein Handicap bei 30. Ich find’s okay.“

100 Bälle für 100 Spiele – Kevin Smit ist neben Trainer Marco van den Berg der einzige Gladiator, der bei allen Trierer ProA-Spielen dabei gewesen ist. „Das macht mich schon stolz. Vor allen Dingen bin ich froh, dass mein Körper das so zugelassen hat“, gesteht Triers Mann mit der Trikotnummer 3. Während seiner Profikarriere habe er lediglich ein Spiel aufgrund einer Grippe verpasst. „Sonst war ich immer dabei“, sagt er. Und seit dem Wochenende steht fest: Der Norddeutsche, der 2015 aus Vechta nach Trier wechselte, spielt auch in der kommenden Saison an der Mosel. Smit hat seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. „Ich fühle mich wohl hier. Trier ist zu meiner zweiten Heimat geworden“, sagt Smit. Er freue sich bereits auf die neue Saison mit dem neuen Cheftrainer Christian Held, mit dem er vor seiner Trierer Zeit schon in Oldenburg zusammengearbeitet hat.

Am Samstagabend allerdings hielt sich das mit der Freude bei Kevin Smit und seinen Teamkollegen in Grenzen. 75:82 (45:40) hieß es am Ende im Heimspiel gegen die Kirchheim Knights. Nach zuletzt neun Heimsiegen in Serie setzte es erstmals seit Ende November wieder eine Niederlage in der Arena. „Ärgerlich“, kommentiert Smit den Spielausgang am Sonntag. „Wir haben gegen Ende den Faden verloren, gut herausgespielte Würfe nicht getroffen. Zudem lief Corban Collins heiß, es war schwer, ihn zu stoppen.“ Collins, Kirchheims Guard, erwischte einen Sahnetag. Der US-Amerikaner traf auch die unmöglichen Würfe, erzielte insgesamt 32 Punkte.

Dabei sah es vor 4023 Zuschauern über weite Strecken so aus, als könne Trier auch das zehnte Heimspiel in Serie für sich entscheiden.  Mitte des zweiten Viertels nach zwei Dreiern von Luka Buntic (37:27) und Mitte des dritten Viertels (56:44) führte das Team von Marco van den Berg deutlich.

Dann kippte das Spiel: Während Trier offensiv nichts mehr traf und sich zahllose Ballverluste leistete, drehte Kirchheim auf. Über viele Einzelaktionen  der starken Corban Collins, Charles Barton und Elijah Allen brachten sich die Schwaben mit einem 16:0-Lauf bis zum Ende des dritten Viertels in Führung (56:60). Bemerkenswert: Die Gäste  sicherten sich immer wieder Offensiv-Rebounds – mitentscheidend für den Auswärtssieg. Zwar kämpfte Trier in den letzten zehn Minuten aufopferungsvoll und kam durch Jermaine Bucknor auch noch mal heran. Am Ende reichte es jedoch nicht mehr.

Triers Coach resümierte nach dem Spiel: „Kirchheim hat sehr physisch gespielt. Gerade gegen den starken Collins war unsere Verteidigung schlecht – speziell von Thomas Grün und Stefan Ilzhöfer.“ Kirchheim, so betonte der Niederländer, habe das Spiel absolut verdient gewonnen. Sein Team sei einfach nicht gut genug gewesen – ganz besonders im Rebounding. „Respekt für Kirchheim, deren Guards haben das Spiel dominiert. Wir waren dagegen einfach zu brav heute.“ Außerdem, so befand der 52-Jährige: „Das war heute ein guter Weckruf für die Playoffs.“

Das sieht auch Kevin Smit so. „Besser so etwas passiert uns jetzt, als in den Playoffs.“ Im Kampf um den Heimvorteil gehe es nun darum, dass letzte Haupt­rundenspiel in Nürnberg (Samstag, 19.30 Uhr) zu gewinnen, und dann zu sehen, was die Konkurrenz um Platz 4  – berechtigt für den Heimvorteil in den Playoffs – aus Köln und Karlsruhe macht. Platz 3 ist nach Heidelbergs Sieg am Sonntag unerreichbar geworden für Trier. „Wir haben die Hoffnung auf Platz 4 noch nicht aufgegeben“, betont Smit.

Statistik

Punkte Trier: Alston 13 Punkte, Smit 11, Bucknor 11, Dranginis 0, Hennen 0, Schmikale 0, Schmitz 6, Grün 7, Ilzhöfer 8, Buntic 6, Nortmann 5, Shoutvin 8

Beste Werfer Kirchheim: Corban 32, Allen 13, Barton 13 - Viertelstände: 21:18/45:40/56:60/75:82 - ZS: 4023

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