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Trier
Basketball: Ein Duell, das böse Erinnerungen weckt - Gladiators reisen nach Heidelberg

Am Sonntag geht’s für Kyle Dranginis und die Gladiatoren nach Heidelberg.
Am Sonntag geht’s für Kyle Dranginis und die Gladiatoren nach Heidelberg. FOTO: Willy Speicher / Willy Speicher/TV
Trier. Gladiators treten am Sonntag in Heidelberg an (17 Uhr/www.airtango.live). Vor der Partie erinnert sich Triers Trainer an ein unschönes Erlebnis. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Wenn’s um jenen 22. Januar 2017 geht, dann wünscht sich Marco van den Berg am liebsten eine kleine Erinnerungslücke, wie er lachend bemerkt. Für die Zeit zwischen 17 und 19 Uhr - das würde ihm schon reichen. Denn das, was der Niederländer an jenem Tag in besagter Zeitspanne erlebt hat, das, so verrät er, gehöre zu den unschönsten Erlebnissen, die er als Trainer der Römerstrom Gladiators Trier so mitmachen musste. An jenem Tag Anfang des vergangenen Jahres trat sein Team bei den MLP Academics Heidelberg an. Im Hinspiel hatten die Gladiatoren die Kurpfälzer in ihre Einzelteile zerlegt - 84:46 hieß es am Ende. Im Rückspiel am Neckar gab’s dann die Retourkutsche: Die Gladiatoren gingen mit 51:91 unter, hatten nicht den Hauch einer Chance und gaben am Ende sogar noch den direkten Vergleich ab. „Das war richtig übel“, gesteht Marco van den Berg, „da klappte bei uns gar nichts. Simon Schmitz traf nicht, und Brandon Spearman wurde von Heidelberg komplett aus dem Spiel genommen“. Es war die höchste Gladiators-Pleite in der Trierer ProA-Geschichte.

Geht’s nach van den Berg, darf so etwas am Sonntag auf keinen Fall noch mal passieren, wenn sein Team zum ersten Mal nach der bitteren Klatsche wieder  in Heidelberg antritt (17 Uhr/www.airtango.live). „Die Jungs sind sich bewusst, dass das ein ganz wichtiges Spiel wird, seit Montag beschäftigen wir uns nur mit Heidelberg.“ Was die Partie so bedeutend macht: Gewinnt Trier, haben die Gladiators den direkten Vergleich mit den Academics in der Tasche und überflügeln das aktuell auf Platz 5 positionierte Team von Trainer Branislav Ignjatovic.

Damit das gelingt, müssen die Gladiatoren allerdings deutlich aggressiver und konzentrierter auftreten als bei den vergangenen Auswärtsduellen. Sieben der vergangenen acht Spiele in fremden Hallen gingen in die Hose. Mut macht allerdings: Während Trier gegen die Teams aus dem Tabellenkeller auswärts versagte, sah es gegen die Clubs aus den oberen Tabellen-Regionen meist deutlich besser aus. So gelangen die einzigen beiden Auswärtssiege in Kirchheim (8.) und Hamburg (9.). Auch in Vechta (1.) und Köln (4.) waren die Niederlagen nur hauchdünn. Gutes Omen also für Heidelberg? „Das weiß ich nicht“, sagt Triers Trainer, „wichtig ist einfach, dass wir mit deutlich mehr Emotionalität und Leader­ship ins Spiel gehen. Da hängt viel von Simon Schmitz und Jermaine Bucknor ab“.

Dabei ist ein Einsatz von Bucknor äußerst fraglich. Der Kanadier droht krank auszufallen. Ob er spielt, soll erst am Sonntag spontan entschieden werden. Dafür wird Center Justin Alston erstmals nach seinem Anfang November erlittenen Fußbruch wieder im Kader stehen. „Justin wird sicherlich noch keine 30 Minuten spielen, aber er ist fit, daher wird er dabei sein“, sagt van den Berg.

Das Hinspiel im November entschieden die Gladiatoren mit 87:76 für sich.

Wer nicht mit nach Heidelberg reisen kann, sieht das Spiel am Sonntag ab 17 Uhr im Internet unter www.airtango.live