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Gladiators Trier bangen um ihre Existenz

Basketball : Nach Saisonabbruch wegen Corona: Gladiators fehlen 300 000 Euro – Appell an Fans

Nachdem die 2. Basketball-Bundesliga am Dienstagvormittag den sofortigen Saisonabbruch bekanntgegeben hat, haben sich die Römerstrom Gladiators Trier nun dazu geäußert, wie es für den Club weitergehen soll. Die Fans spielen dabei eine ganz wichtige Rolle.

Wenn alles normal verlaufen wäre, dann hätten die Römerstrom Gladiators Trier am Samstag eines der besten Teams der 2. Basketball-Bundesliga in der Arena empfangen – Bundesligaabsteiger Eisbären Bremerhaven. Aber was ist angesichts der Corona-Krise dieser Tage schon noch normal. Seit Dienstagvormittag steht  nun auch offiziell fest: Die ProA-Saison 2019/2020 wird mit sofortiger Wirkung abgebrochen.

Liga-Boss Christian Krings verkündete am Dienstag: „Die Gesundheit ist unser höchstes Gut und wir müssen dazu beitragen, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus so gut es geht zu verlangsamen. Wir wollen keine Fans, Spieler und Mitarbeiter in Gefahr bringen. Zudem erlauben die Gegebenheiten bei den Vereinen vor Ort keinen fairen Wettkampf mehr. Deswegen sehen wir keine andere Möglichkeit, als den Spielbetrieb vorzeitig zu beenden.“ Diese Entscheidung, so Krings weiter, sei nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich eine sehr schwierige Situation für alle Beteiligen.

Dies betonen am Dienstag auch Achim Schmitz und Andre Ewertz hörbar mitgenommen angesichts der aktuellen Entwicklungen. Die beiden Geschäftsführer der Gladiators Trier berichten: „Wir haben am Montagabend zusammengesessen und die Mannschaft verabschiedet.“ Keinem Spieler oder Trainer sei gekündigt, stattdessen sei jedem freigestellt worden, sofort nach Hause zu fahren. Lediglich der Vertrag von Jordan Geist sei aufgelöst worden. Der US-Amerikaner mache sich noch in dieser Woche auf den Weg in seine Heimat.

„Wir haben den Jungs gesagt: ,Hier gibt es nichts mehr zu tun, die Saison ist beendet. Fahrt zu euren Familien‘.“ Das sei, so berichtet Achim Schmitz, eine sehr emotionale Situation gewesen. „Viele waren schließlich von Beginn an dabei. Das dann so einfach beenden zu müssen – von jetzt auf gleich – das ist nicht einfach“.

Alles andere als einfach ist auch die finanzielle Misere, in der die Gladiatoren durch die Krise hineinkatapultiert worden sind. „Wir rechnen mit Zahlungsausfällen von rund 300 000 Euro“, berichtet Achim Schmitz am Dienstag. „Das liegt daran, dass die Einnahmen aus drei Hauptrunden-Heimspielen wegfallen. Hinzukommen zusätzliche Sponsoring-Einnahmen, die bei einem bevorstehenden Playoff-Einzug fällig geworden wären. Außerdem Einnahmen durch mögliche Playoff-Heimspiele.“

Doch getreu dem Vereins-Motto „Invictus, niemals aufgeben“ haben sich die Verantwortlichen entschlossen, zu kämpfen und alles zu versuchen, um den Club vor dem Ruin zu bewahren. Dafür haben Schmitz, Ewertz & Co. innerhalb weniger Tage ein Sanierungskonzept auf die Beine gestellt, das aus drei Säulen besteht. „Die erste Säule ist eine Fan-Aktion, in deren Rahmen wir virtuelle Tickets an unsere Anhänger verkaufen“, berichtet Achim Schmitz. 120 000 Euro sollen auf diesem Wege zusammenkommen. „Dafür haben wir bereits ein Treuhandkonto angelegt. Sollten wir diese angepeilte Summe nicht erreichen, bekommen die Fans ihr Geld zurück.“

Die zweite Säule bestehe aus Zusammenarbeit mit den Sponsoren. „Viele haben uns schon ihre Unterstützung angeboten, die Gespräche laufen“, so Schmitz. Drittens verhandelt der Club nach Aussage Schmitz’ mit einer Bank um eine Bürgschaft, um die Differenz zu den 300 000 Euro dann am Ende auffangen zu können.

„Wenn Trier und die Region zusammensteht und die Fans zu uns stehen, dann können wir das schaffen und den Profi-Basketball in Trier erhalten“, betont Achim Schmitz.