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Basketball
Viel Schnee und zwei Punkte: Gladiators Trier feiern Heimsieg gegen Ehingen: 88:74

FOTO: sjs / Sebastian J. Schwarz / Sebastian J. Schwarz
Trier. Draußen gibt’s: leise rieselt der Schnee – und drinnen gibt’s: laut träumt Trier von den Playoffs. Während die Stadt an der Mosel am Freitagabend im Schneechaos versinkt, feiern die Römerstrom Gladiators Trier einen verdienten 88:74 (41:40)-Heimsieg gegen Ehingen Urspring und kommen der Qualifikation für die Playoffs einen großen Schritt näher. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Ehingen ist vor diesmal „nur“ 1621 Zuschauern (auch dem Schneefall geschuldet) von Beginn an ein unangenehmer Gegner. Die Gäste aus Schwaben zeigen, warum sie zuletzt drei von vier Spielen gewinnen konnten. Angeführt von Winter-Neuzugang Achmadschah Zazai, der unter anderem Center Bradley Hayes immer wieder stark in Szene setzt, zeigt das Team von Trainer Domenik Reinboth einen couragierten Auftritt, und führt immer wieder knapp in den ersten zehn Minuten (16:17 aus Trierer Sicht). Die Gladiatoren, die weiterhin auf den verletzten Center Johannes Joos verzichten müssen, tun sich anfangs schwer. Ballverluste, Schrittfehler – immer wieder kommt es zu kleineren Unaufmerksamkeiten. Doch Trier steigert sich bis zum Viertelende. Allen voran die starken Kevin Smit und Justin Alston – der US-Amerikaner zeigt als Starting-Center immer wieder gute Aktionen unterm Korb und kommt nach seiner Verletzung immer besser in Form – sorgen dafür, dass die Gladiatoren in einem ausgeglichenen Spiel mit einer knappen Führung ins zweite Viertel gehen (20:17).

Bis zur Pause bleibt es eine enge Partie. Zwar übernimmt das Team von Trainer Marco van den Berg zunehmend die Spielkontrolle, wirklich absetzen können sich die Trierer jedoch nicht. Das liegt zum einen daran, dass es Ehingen gerade offensiv weiterhin richtig clever spielt, den Ball schnell laufen lässt, in Zazai einen starken Passgeber besitzt und insgesamt ganz gut trifft. Aber es liegt auch daran, dass Trier es oft nicht gut genug verteidigt und sich in entscheidenden Szenen defensiv nicht gegenseitig hilft. Hinzukommt: Vorne fallen die vielen Dreier nicht (3 von 14 sind es bis zur Pause). Offensiv lassen die Trierer ansonsten zu viel unversucht gegen defensiv verwundbare Ehinger.

Hervorzuheben auf Trierer Seite sind neben Kevin Smit auch Jermaine Bucknor und Kapitän Simon Schmitz. Während der Kanadier bis zur Pause immer mehr Verantwortung übernimmt, den Ball bringt, von außen trifft und sehenswerte Korbleger versenkt, spielt Schmitz unauffälliger, sammelt aber in den ersten 20 Minuten bereits bemerkenswerte acht Assists.

Trier kommt mit viel Schwung aus der Kabine. Baut die Führung schnell aus (52:45), verpasst es allerdings im Anschluss durch unnötige Offensivfouls, vergebene Korbleger oder Fehlpässe im Fastbreak, noch weiter davonzuziehen (52:49). Doch nach einem Technischen Foul gegen Ehingens Trainer Reinboth, der sich anhaltend über Schiedsrichter-Entscheidungen beschwert, hat Trier das Momentum Ende des dritten Viertels klar auf seiner Seite. Ehingen wirkt beeindruckt – Trier zieht davon (60:49). Die Herren in Grün verdienen sich die Führung, sind nun das bessere Team, erkämpfen sich immer wieder Offensivrebounds, verteidigen aggressiv und lassen vorne den Ball gut laufen. Mit einer Acht-Punkte-Führung geht’s ins letzte Viertel (64:56).

Weil Trier offensiv hier jetzt allerdings zu viele Gelegenheiten ungenutzt lässt und defensiv nicht mit genügend Intensität agiert, kommen die Schwaben, die unheimlich viel Energie darauf verwenden, sich über Schiedsrichter-Entscheidungen aufzuregen, im letzten Viertel doch nochmal heran (67:65). Doch die Gladiatoren sind das insgesamt bessere Team und lassen sich den Sieg am Ende nicht mehr nehmen. Spätestens nach einem Dreier von Triers Bestem, Kevin Smit (81:71), knapp zwei Minuten vor Spielende ist die Partie entschieden.

Die Gladiatoren feiern somit völlig verdient den achten Heimsieg in Serie, sammeln zwei ganz wichtige Zähler im Kampf um die Playoff-Quali und müssen schon am Sonntag wieder antreten. Dann geht’s auswärts zu Phoenix Hagen (17 Uhr/www.airtango.live).

Alston 13, Dranginis 5, Smit 23, Bucknor 21, Hennen 0, Schmikale 2, Schmitz 9, Grün 0, Ilzhöfer 2, Buntic 0, Nortmann 4, Schoutvin 9 – Beste Schützen Ehingen: Yebo 17, Lacy 20 - Viertelstände: 20:17/41:40/64:56/88:74 –ZS: 1621