Gladiators Trier feiern Heimsieg gegen Schalke

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Zweiter Erfolg in Serie: Gladiators Trier schlagen Schalke 04 (Update)

Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier hat sein Heimspiel gegen Schalke 04 am Donnerstagabend mit 88:79 (42:42) gewonnen. Überragender Akteur im Gladiators-Trikot war dabei ein Center. Doch nach dem Spiel hat Triers Trainer auch schlechte Nachrichten zu verkünden.

Weit nach Spielende gibt’s sogar ein dickes Lob vom Trainer der Gäste für den Mann des Spiels. Schalke-Coach Raphael Wilder betont: „Das war heute eine überragende Leistung von Till Gloger. Wir waren zu keiner Phase im Stande, ihn zu stoppen. Diese überragende Leistung von ihm müssen wir einfach anerkennen.“ Das kann man wohl sagen: Was Gladiators-Center Till Gloger da am Donnerstagabend vor 2713 Zuschauern in der Arena Trier gegen Schalke 04 aufs Parkett gelegt hat, war allererste Sahne: 32 Punkte, 9 Rebounds, 1 Assist, da blieben keine Fragen offen. Der 26-Jährige war der Mann des Spiels, hatte riesigen Anteil am verdienten 88:78 (42:42)-Heimsieg der Gladiatoren. Auch Triers Trainer Christian Held hebt Gloger nach Spielende heraus. Doch seine Freude über den zweiten Sieg in Serie ist nicht ungetrübt, wie er später noch erläutern wird.

Es ist ein sehr zerfahrenes Spiel in den Anfangsminuten. Wenige Punkte, viele Fehlversuche und noch mehr Ballverluste auf beiden Seiten. Jordan Geists verwandelter Dreier nach fünf Minuten ist der erste Höhepunkt des Spiels (7:7). Wie schon beim Auswärtssieg in Ehingen vergangene Woche hinterlässt Till Gloger von Beginn an einen hervorragenden Eindruck. Der Center setzt sich immer wieder stark in Szene, erzielt im ersten Viertel bereits zehn Zähler. Ansonsten gilt: Die Gladiators, bei denen Center Kilian Dietz seine ersten Einsatzminuten in dieser Saison erhält, erspielen sich gute Abschlussgelegenheiten, legen aber viel zu viel daneben. Und defensiv ist das zu wenig. Häufig tun sich große Lücken auf in der Gladiators-Defensive. Wieder einmal hapert es an der Abstimmung. So geht der 16:24-Rückstand nach den ersten zehn Minuten in Ordnung.

Dann, nach zwei Minuten im zweiten Viertel gibt’s erst mal einen echten Schreckmoment in der Halle: Gladiators-Publikumsliebling Jermaine Bucknor bleibt nach einem Zusammenprall mit Schalkes Lavon Hightower auf dem Boden liegen, wird kurz darauf von den Betreuern vom Feld geführt und kehrt bis zum Ende des Spiels nicht mehr aufs Feld zurück. Als die Gäste den Vorsprung kurz darauf durch den starken Ex-Trierer Johannes Joos auf zehn Zähler schrauben (21:31 aus Trierer Sicht), ist unter den 2713 Zuschauern die Stimmung im Keller. Christian Held sagt dazu nach dem Spiel: „Ich war nicht zufrieden damit, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben. Wir haben uns nicht clever verhalten, haben defensiv die Situationen nicht gelesen und offensiv – bis auf Till – keine Optionen gefunden und haben auch nicht gut gereboundet.“

Doch Mitte des zweiten Viertels wird es schon deutlich besser – Dank der Gloger-Show: Der 26-Jährige spielt überragend, ihm gelingt alles. Auch defensiv räumt der gebürtige Bochumer so einiges ab – das ist richtig stark! Durch seine Aktionen reißt er sein Team mit. Trier dreht die Partie innerhalb weniger Minuten. Als Lucien Schmikale – zeigt einen seiner bisher stärksten Auftritte im Trierer Trikot – fünf Minuten vor der Pause einen sehenswerten Dreier versenkt, und Gloger kurz darauf seine nächsten beiden Punkte in den Schalker Korb legt – bis zur Pause sind es bereits 20 –, führt Trier (33:32). Es wird richtig laut in der Halle. Nicht nur offensiv läuft der Ball jetzt gut, auch defensiv spielt Trier nun deutlich aggressiver und wacher. Nur weil Schalkes Darnell Dunn in den Sekunden vor der Pause noch zwei Dreier in den Gladiators-Korb haut, geht Trier nicht mit einer Führung in die Pause (42:42).

Nach der Halbzeit ist Trier weiter das bessere Team. Immer wieder suchen die Gladiatoren Till Gloger in der Offensive – und finden ihn auch: Richtig schick wie unter anderem Kyle Dranginis oder Jordan Geist Triers Nummer 18 in Szene setzen. Dennoch bleibt die Partie eng, Schalke lässt sich nicht abschütteln, trifft immer wieder von außen. Nach zwei Punkten durch Center Adam Touray führen die Gäste nach 25 Minuten sogar wieder (53:54). Christian Held nimmt die nächste Gladiators-Auszeit.

Bis zum Viertelende holt sich Trier die Kontrolle über das Spiel zurück. Offensiv geht Jordan Geist (20 Punkte/5 Assists) nun voran. Der US-Amerikaner punktet selbst und sammelt Assists, bringt seine Mannschaft somit schnell wieder in Führung. Defensiv überzeugt das ganze Team in dieser Phase: Schalke um den Ex-Trierer Johannes Joos (8 Punkte/3 Rebounds) kommt durch die intensive Trierer Verteidigung kaum noch zu guten Abschlüssen. Auch das Rebounding ist sehr gut. Es ist diese konzentrierte Leistung in den Minuten vor der letzten Viertelpause, die letztendlich die Grundlage für den Gladiators-Heimsieg bildet. Mit einer deutlichen Führung geht’s dann in die letzten zehn Minuten (71:61).

Hier wird’s nicht mehr eng. Trier spielt es konzentriert zu Ende und immer wieder sorgt Jordan Geist für sehenswerte Aktionen. Nach einem Dreier von Kyle Dranginis (80:66) ist die Partie sechs Minuten vor der Schlusssirene gegessen. Am Ende siegt das Held-Team völlig verdient und feiert zum ersten Mal in dieser Spielzeit zwei Erfolge in Serie.

Doch bevor es schon am Sonntag in Heidelberg (17 Uhr) weitergeht, sorgt sich Triers Trainer um gleich mehrere Spieler. Denn wie Christian Held nach dem Spiel bekanntgibt, hat sich nicht nur Jermaine Bucknor (Diagnose noch unbekannt) verletzt, auch Jordan Geist, Lucien Schmikale, Rupert Hennen und Thomas Grün hätten Blessuren davongetragen, so der 31-Jährige. „Der Sieg war für uns teuer erkauft: Wir müssen nun am Freitag mit unseren Ärzten und Physios schauen, was die Jungs genau haben.“

Punkte Trier: Dranginis 5, Smit 3, Bucknor 1, Schmikale 10, Hennen 6, Dietz 1, Schmitz 6, Grün 2, Ilzhöfer 2, Geist 20, Gloger 32 - Beste Schützen Schalke: Belger 18, Spencer 10, Joos 8 – Viertelstände: 16:24/42:42/71:61/88:79 – ZS: 2713