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Basketball
Gladiators Trier gewinnen Playoff-Spiel gegen Heidelberg in letzter Sekunde

FOTO: Willi Speicher / TV
Trier. Wahnsinn in der Arena Trier: Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier hat das vierte Playoff-Viertelfinale gegen Heidelberg am Montagabend mit 89:88 (44:48) gewonnen und somit ein fünftes und entscheidendes Spiel am kommenden Mittwoch in Heidelberg erzwungen. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn: Als Simon Schmitz 3:22 Minuten vor Ende der Partie einen Dreier zum 76:82 versenkt, nimmt Heidelbergs Trainer Branislav Ignjatovic direkt die Auszeit –  er hat da so eine Vorahnung. Sollte sein Team dieses vierte Playoff-Viertelfinale tatsächlich noch aus der Hand geben? Ja, sollte es. Denn die Römerstrom Gladiators Trier beweisen einmal mehr ihren unglaublichen Kampfgeist und drehen die Partie in den Schlusssekunden tatsächlich noch. Sie gewinnen am Ende mit 89:88 (44:48) und erzwingen Spiel fünf am Mittwoch (19.30 Uhr) in Heidelberg. Die 2957 Zuschauer in der Arena toben, als Triers Kapitän Schmitz 5,5 Sekunden vor Schluss die entscheidenden Punkte von der Freiwurflinie versenkt. Heidelberg findet danach keine Antwort mehr im letzten Angriff.

Heidelbergs Trainer Branislav Ignjatovic steht der Schock nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben. Er gesteht: „Obwohl ich ordentlich Erfahrung habe: Auf diese Weise habe ich noch kein Spiel verloren.“

Und Triers Coach Marco van den Berg betont: „Ich bin sehr, sehr stolz auf unsere Mannschaft. Keiner hat en Kopf hängen gelassen. Obwohl Heidelberg unglaublich gut gespielt hat, besonders in der Offense.“ Sein Team habe sehr lange warten müssen, bis es es diese Mini-Chance auf den Sieg bekommen habe, „aber als sie da war, haben wir sie genutzt“.

Ins Spiel: Es ist ein Start nach Maß für die Gladiators. Allein in den ersten 90 Sekunden hageln drei Dreier in den Heidelberger Korb. Als dann Thomas Grün einen Fastbreak mit einem Dunking abschließt, ist die Trierer Führung nach knapp zwei Minuten deutlich (11:4). Ein weiterer Dreier von Schmitz veranlasst Heidelbergs Trainer dazu, die erste Auszeit zu nehmen (18:6). Trier zeigt sein Heimspiel-Gesicht, tritt deutlich verbessert auf im Vergleich zum Samstag in Heidelberg, kämpft um jeden Ball und macht das Spiel – wann immer es sich anbietet – schnell (22:8). Doch gegen Ende des Viertels kommt Heidelberg durch einen 12:0-Lauf heran. Trier wird schwächer, leistet sich Ballverluste und trifft schlecht. Die Gäste dagegen nutzen die Fehler eiskalt aus und machen es offensiv richtig clever. Ein Dreier von Evan McGaughey bringt Heidelberg zum Viertelende auf einen Punkt heran (27:26).

Bis zur Pause entwickelt sich ein ausgeglichenes und sehr intensives Spiel, in dem die Führung immer wieder wechselt. Es ist ein Abbild der bisherigen Begegnungen. Trier kämpft defensiv vorbildlich, spielt es vorne oft gut – herauszuheben ist Justin Alston, der es unterm Korb stark macht. Auch Jermaine Bucknor zeigt eine klasse Partie. Ein Manko allerdings zu diesem Zeitpunkt: Trier wirft den Ball in vielen Aktionen zu leicht weg, leistet sich bis zur Pause neun Ballverluste. In die Pause geht’s mit einem knappen Trierer Rückstand (44:48).

In Halbzeit zwei zunächst dasselbe Bild: Es bleibt eine vollkommen ausgeglichene Partie. Trifft der starke Alston für Trier, versenkt im Gegenzug Center Niklas Ney die Punkte für die Gäste. Versenkt Heidelbergs Jaleen Smith einen Dreier, antwortet Jermaine Bucknor im nächsten Angriff für die Gladiatoren. Erst gegen Ende übernimmt Heidelberg zunehmend die Spielkontrolle. Heidelberg spielt seine Angriffe sehr geduldig zu Ende, macht es sehr clever und ist das bessere Team. Mit einem Trierer 67:76-Rückstand geht’s ins letzte Viertel.

Aber dann zeigt Trier wieder einmal: Ein Spiel in der Arena ist erst zu Ende, wenn es zu Ende ist.

Und was heißt das jetzt für das alles entscheidende Spiel fünf am Mittwoch in der Heidelberger Halle am Olympiastützpunkt? Marco van den Berg sieht es so: „Jetzt wird’s sehr interessant – genau so wollten wir das. Jetzt geht’s darum, wer ins Halbfinale einzieht. Wir sind vorbereitet.“

Bemerkung am Rande: Heidelbergs Trainer bestätigt nach der Partie, dass sein Team bereits in der Halbzeit Protest eingelegt hat. Der Grund:

„Meiner Meinung nach, hatte Jermaine Bucknor zur Pause schon drei Fouls, nicht zwei. Vielleicht liegt der Fehler auch bei mir, aber das muss jetzt mal geprüft werden. Fakt ist: Wir haben offiziellen Protest eingelegt in der Pause.“

Statistik

Punkte Trier: Alston 22, Dranginis 2, Smit 4, Bucknor 24, Schmikale 5, Schmitz 19, Grün 7, Joos 4, Shoutvin 2 - Bester Schütze HD: Ely 24 - Viertelstände: 27:26/44:48/67:76/89:88 - ZS: 2957