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Basketball
Von demokratischen Entscheidungen und einem Routinier - die Gladiators nach dem Sieg in Hamburg

Jermaine Bucknor und Marco van den Berg treffen mit den Gladiators am Freitag auf Baunach.
Jermaine Bucknor und Marco van den Berg treffen mit den Gladiators am Freitag auf Baunach. FOTO: Gladiators Trier
Trier. Nach dem Sieg von Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier in Hamburg am Sonntagabend löst Trainer Marco van den Berg am Montag ein ziemlich interessantes Rätsel auf.
Marek Fritzen

Moment mal, was war das denn da beim 72:70 (35:34)-Auswärtssieg der Römerstrom Gladiators Trier bei den Hamburg Towers am Sonntagabend? Da war eine Szene, die Fragen aufwarf: Das letzte Viertel lief in der Hamburger Inselparkhalle. Noch fünf Minuten waren zu spielen. Trier lag knapp vorne. Dann stopfte der frühere Gladiator Justin Raffington den Ball in den Korb – nur noch 63:60 für Trier. Plötzlich Diskussionen. Beteiligt: Justin Raffington, Gladiators-Center Johannes Joos und die Schiedsrichter. Es folgte ein Pfiff und ein Technisches Foul gegen Joos. Unter Coach Marco van den Berg heißt das normalerweise: Partie beendet. Wer ein „T“ kassiert, der spielt nicht mehr – so lautete die Ansage des Niederländers seit Beginn seiner Trierer Zeit – bisher. Denn am Sonntagabend – so mancher Fan traute seinen Augen nicht – stand der bestrafte Johannes Joos wenige Minuten später schon wieder auf dem Platz.

Wie kam’s denn dazu, Herr van den Berg? „Die Mannschaft hat sich vor der Saison gewünscht, dass wir diese Regel aufheben und der jeweilige Spieler – sobald er sich nach einem Technischen Foul beruhigt hat – wieder spielen kann.“ Das sei, so betont der Trainer, „eine demokratische Entscheidung gewesen“.

Nach dem zweiten Sieg in Serie gibt sich Marco van den Berg am Montag sehr entspannt. „Der Sieg war ganz wichtig für uns. Wir haben ein sehr gutes Team geschlagen, das bisher noch kein Spiel zu Hause verloren hat.“

Entscheidenden Anteil am Punktgewinn in der Hansestadt hatte Jermaine Bucknor. Der 34-Jährige überzeugte, erzielte 22 Punkte, sammelte 13 Rebounds. „Ich fühle mich nach meiner Hüft-OP immer besser, arbeite hart an mir“, verrät der Kanadier am Montag im Gespräch mit dem TV. „Es ist schön zu sehen, dass ich dem Team so weiterhelfen kann“. Der Sieg, da ist sich Bucknor sicher, gebe der Mannschaft Schwung. „Es ist immer schwierig, auswärts zu gewinnen – das wissen wir. Daher ist es umso wichtiger, dass wir dieses knappe Duell für uns entschieden haben – unsere Mentalität ist großartig.“ Auch von Coach van den Berg gibt’s Lob für den Routinier: „Wenn ,Buck’ fit ist, hat er die Qualität, den Unterschied zu machen. Gemeinsam mit Simon geht er voran, übernimmt viel Verantwortung – das hilft dem Team.“

Gute Ansätze zeigte Robert Nortmann an der Elbe. Der neue Center spielte 21 Minuten, erzielte drei Punkte und sicherte vier Rebounds. „Er ist nicht der Spieler, der 15 Punkte pro Spiel erzielt. Aber er wird uns durch seine Physis weiterhelfen – das hat er am Sonntag schon gezeigt, er macht uns kompletter“, findet Triers Trainer.