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Basketball
Gladiators-Coach: „Der Aufstieg ist möglich“

Was können Marco van den Berg und die Gladiators in dieser Saison gemeinsam erreichen?
Was können Marco van den Berg und die Gladiators in dieser Saison gemeinsam erreichen? FOTO: sjs / Sebastian J. Schwarz / Sebastian J. Schwarz
Trier. Basketball: Nach vier Siegen in Serie steht Trier kurz vor der Playoff-Quali. Ein Anruf beim Trainer. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Wie schnell sich die Zeiten ändern. Rückblick: Vor fast genau drei Monaten stolpern die Gladiatoren durch die 2. Bundesliga. Negativer Höhepunkt ist die 76:84-Pleite beim damaligen Tabellenvorletzten Ehingen am 2. Dezember. Die erschreckende Bilanz zu diesem Zeitpunkt: acht Niederlagen aus zwölf Spielen. Triers Trainer Marco van den Berg schimpft im TV: „Das Team hat noch kein Playoff-Niveau.“

Und jetzt, gut drei Monate später? Scheint plötzlich fast alles zu funktionieren: Vier Siege in Serie haben die Gladiatoren zuletzt eingefahren, auch auswärts kann das Team plötzlich gewinnen, feierte nach dem Erfolg in Karlsruhe in der Vorwoche am Sonntag auch einen Sieg bei Traditionsclub Phoenix Hagen (92:78). Anfang März spielt Trier zwar nicht immer schön (wie beim Heimsieg gegen Ehingen), präsentiert sich aber sehr stabil und konditionell auf hohem Niveau. Gleich mehrere Last-Second-Siege (z.B. Vechta, Hamburg) sind ein Beleg dafür.

Das Team scheint die Ankündigung von Trainer Marco van den Berg und Assistent Christian Held wahrzumachen, gegen Ende der Saison den besten Basketball zu spielen. Vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde stehen die Zeichen auf Playoff-Quali. Ein Sieg im kommenden Heimspiel gegen Chemnitz (20 Uhr) könnte eine Vorentscheidung bedeuten.

Während die Spieler am Montag einen freien Tag genießen, hat der TV bei Marco van den Berg angerufen, und ihm sechs Fragen zur aktuellen sportlichen Situation gestellt:

Was ist der Grund dafür, dass das Team plötzlich auch auswärts gewinnt?

Marco van den Berg Der Gruppenprozess ist weiter vorangeschritten. Simon Schmitz und Jermaine Bucknor sind die emotionalen und organisatorischen Anführer. Das Zusammenspiel im Team wird immer besser, zudem ist die Mannschaft mental enorm gereift. Das hat man auch am Sonntag in Hagen gesehen. Das war eine hervorragende Leistung.

Warum sind solche Leistungen gerade auswärts nicht früher in der Saison möglich?

van den Berg Weil sich Gruppenprozesse nicht forcieren lassen. Simon und Jermaine waren zu Saisonbeginn nicht richtig fit, daher dauerte es eine Weile, bis sich alles eingespielt hatte. Seitdem sie bei 100 Prozent sind, läuft es.

Wie sehr verwundert Sie es, dass diese Leistungen aktuell ohne den in dieser Saison bisher so überzeugenden und nun verletzten Johannes Joos möglich sind?

van den Berg Nicht so sehr, denn wir haben noch andere Spieler, die auf dieser Position spielen können. In Hagen haben beispielsweise Justin Alston und Robert Nortmann hervorragende Arbeit geleistet. Dass die Mannschaft so einen Ausfall kompensieren kann, zeichnet sie aus. Auch wenn Johannes’ Verletzung sehr schade ist.

Wie viele Siege sind noch nötig, um die Playoffs wirklich sicher zu haben?

van den Berg Keine Ahnung, wirklich. Wir treffen mit Chemnitz, Hanau und Kirchheim noch auf drei direkte Konkurrenten. Für Chemnitz geht’s am Samstag bei uns um alles, und die sind richtig gut. Es ist schwer, da heute etwas zu zu sagen. Wir müssen einfach so viel wie möglich gewinnen.

Fakt ist: Sie haben bis auf Chemnitz bisher alle Teams in der Liga in dieser Saison mindestens einmal geschlagen – was wäre möglich in den Playoffs?

van den Berg Alles.

Auch der Aufstieg?

van den Berg Ja, auch der Aufstieg.