Gladiators Trier wollen gegen Paderborn wichtigen Sieg feiern

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Gladiators vor Auswärtsspiel in Paderborn: Auf der Suche nach ruhigem Schlaf

Nach dem verlorenen Verlängerungs-Krimi gegen Heidelberg hofft Basketball-Zweitligist Gladiators Trier in Paderborn auf einen fitten Till Gloger, eine sichere Defensive und eine entspannte Nacht.

Das Schlafzimmer ist der heiligste Ort im eigenen Heim. Deshalb sollte man da auch nicht so genau reinschauen, geht ja um Privatsphäre und so. Naja, so ein bisschen ist ja okay: Hätte man in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bei Christian Held vorbeigeschaut, man hätte einen unruhigen Gladiators-Trainer gesehen.

„Wenig.“ So antwortet Christian Held auf die Frage, wie viel Schlaf er nach dem verlorenen Verlängerungskrimi gegen Heidelberg (97:104) bekommen hätte. Wie er selbst sagt, wurde er immer wieder wach: „Da geht man dann immer wieder entscheidende Situationen aus so einem Spiel durch.“

Einer, der Held immer wieder im Traum begegnet sein dürfte, ist Frederick Nixon. Der Heidelberger hatte die Verlängerung mit zwölf Punkten fast im Alleingang entschieden: „Wir haben ihn am Ende einfach nicht gestoppt bekommen“, so Held. Nixon beging schon früh im vierten Viertel sein viertes persönliches Foul. Eins mehr und er hätte das Feld verlassen müssen. Dann wär’s nix gewesen mit der Verlängerungs-Dominanz und dem Auftritt in Helds Träumen. „Wir haben versucht das Foul zu ziehen“, sagt der Gladiators-Trainer.

Ziehen sollte das besonders Jordan Geist. Der schaffte es, den anderen Heidelberger Top-Scorer Davonte Lacy zum fünften Foul zu bewegen. Bei Nixon klappte das nicht: „Heidelberg hat das Duell gut verhindert“, sagt Held. An Geist lag es am Ende allerdings nicht, denn der stellte mit 38 Punkten eine Saisonbestleistung auf. Besonders im dritten Viertel traf er Dreier um Dreier und brachte die Gladiators mit zwischenzeitlich 62:50 in Führung. Christian Held lobt aber nicht nur den 38-Punkte-Mann, sondern das gesamte Team: „Wir haben viele Dreier für Jordan freigespielt“, sagt er.

Ein Spieler, der Held den Schlaf geraubt haben könnte, war Till Gloger – und das, ohne etwas dafür zu können. Denn Gloger, der bisher in dieser Saison auf starke 15,7 Punkte pro Spiel kommt, erzielte am Mittwoch nur deren vier. „Dass Till nicht bei einhundert Prozent sein kann, das war klar“, so Held.

Grund: Der 27-Jährige lag die komplette Woche mit einer schweren Magen-Darm-Grippe flach. Dennoch hat der Trainer ein Lob für Gloger übrig: „Er hat sich durchgebissen, hat einen guten Job gemacht.“ Trotzdem sei das „nicht der gleiche Till“ gewesen, den man kenne.

Auf den altbekannten  Till Gloger hofft Christian Held am Samstag. Denn dann geht es in Paderborn gegen die Uni Baskets (19 Uhr, airtango.live). Dass Gloger bei einhundert Prozent sein wird, bezweifelt Held allerdings: „So was geht nicht von heute auf morgen. Jeder, der mal eine solche Grippe hatte, weiß das.“ Gegen die Uni Baskets Paderborn wird es laut dem Trainer besonders darauf ankommen, die „unglaubliche Offensive“ in Zaum zu halten.

Paderborn hat zwar die vergangenen drei Spiele gegen Kirchheim, Leverkusen und Heidelberg verloren, steht aber nur zwei Siege hinter Trier. „Die spielen eine überragende Saison“, lobt Christian Held den Gegner. Besonders zu Hause seien die Westfalen (sieben Heimsiege bei vier Niederlagen) extrem stark.

Vor einem, der vergangene Woche in jenem Zuhause nach einem Jahr Verletzungspause zurückkehrte, warnt Held besonders: Grant Benzinger. Der Guard, der vergangene Saison im Schnitt 14,7 Punkte erzielte, feierte im Spiel gegen Heidelberg nach einem Kreuzbandriss ein kurzes Comeback. „Er hat gezeigt, wie unglaublich wichtig er für uns sein kann“, sagt Held. Dann ist da noch „einer der besten Aufbauspieler der Liga“, Kendale McCullum, der mit 18 Punkten und sieben Vorlagen der Dreh- und Angelpunkt der Paderborner ist. Daraus ergibt sich auch der Plan für das Spiel: „Wir wollen verhindern, dass die heißlaufen“.

Klappt das, dann könnte es was werden mit dem wichtigen Sieg im Playoff-Rennen. Und einer entspannten Nacht im held’schenSchlafzimmer.

Römerstrom Gladiators Trier - MLP Academics Heidelberg: 97:104 (43:47)
Punkte: Adams 0, Dranginis 5, Smit 11, Bucknor 14, Hennen 0, Schmikalke 0, Dietz 3, Grün 6, Ilzhöfer 14, Geist 38, Gloger 4
Zuschauer: 2643