Gladiators unterliegen dem Tabellenführer

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Stark gespielt, dennoch verloren – Gladiators unterliegen dem Tabellenführer

Es hat nicht gereicht: Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier hat sein Spiel bei Spitzenreiter Niners Chemnitz am Dienstagabend mit 92:99 (44:48) verloren. Dabei präsentierte sich das Team von Trainer Christian Held über weite Strecken auf Augenhöhe mit dem Aufstiegsfavoriten aus Sachsen.

24 Sekunden vor Schluss ist Trier dann tatsächlich noch mal ganz nah dran: 90:95 steht auf der Anzeigetafel in der Chemnitzer Messehalle. Die 3000 Niners-Fans trauen ihren Augen nicht. Die Gladiatoren lagen nach drei Vierteln schon mit 62:75 zurück. Doch das Team von Trainer Christian Held gibt sich nicht auf in der Halle des ProA-Spitzenreiters, kämpft bis zur Schlusssirene – nur für die Überraschung reicht es am Ende nicht mehr. Mit 92:99 (44:48) verlieren die Römerstrom Gladiators Trier am Dienstagabend bei den Niners Chemnitz. Es ist eine Niederlage, die viel Mut macht.

Der Trierer Start ist hervorragend: Schon nach weniger als fünf gespielten Minuten sieht sich Chemnitz‘ Trainer Rodrigo Pastore gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen. Wenige Sekunden zuvor hat Kyle Dranginis gerade die nächsten beiden Trierer Punkte erzielt (17:14). Das Team von Trainer Christian Held präsentiert sich richtig stark, startet äußert konzentriert und diszipliniert. Der Spitzenreiter ist sichtlich überrascht ob der forschen Gladiators-Spielweise. Vorne läuft der Ball schnell: Immer wieder legt beispielsweise Stefan Ilzhöfer sehenswert für seine Kollegen auf. Auch mit ihrer Defensivarbeit stellen die Gäste die Sachsen zu Beginn vor Probleme.

Wie wach Trier agiert, zeigt eine Szene von Jordan Geist Mitte des ersten Viertels: Zunächst klaut der US-Amerikaner den Chemnitzern den Ball im Spielaufbau, läuft zum Korb, legt den Ball jedoch daneben. Doch er gibt nicht auf, geht direkt hoch zum Offensivrebound, sichert sich die zweite Wurfchance und trifft. Die Trierer Führung nach den ersten zehn Minuten (23:22) geht völlig in Ordnung – ohne den einen oder anderen vermeidbaren Ballverlust hätte sie sogar noch ein wenig deutlicher ausfallen können.

Zu Beginn von Viertel Nummer zwei wird Chemnitz stärker. Trier – bei dem Kevin Smit nicht zum Einsatz kommt – gelingt es mehrfach nicht, die Offensive der Sachsen in Person von Terrell Harris und Jonas Richter zu stoppen. 6:19 Minuten vor der Halbzeit (30:33) nimmt Christian Held die Auszeit.

Die Gladiatoren lassen sich nicht abschütteln. Spielen es vor allen Dingen offensiv in vielen Szenen erstklassig. Auch wenn Fehler passieren, der Ball mal beim Gegner oder im Aus landet, unterm Strich ist das eine sehenswerte Offensivleistung.

Mitte der zweiten zehn Minuten schiebt Jordan Geist sein Team an. Der Mann mit der Trikotnummer 17 übernimmt viel Verantwortung. Ein Beispiel: Während Chemnitz sich noch über einen Chris-Carter-Dreier freut, schnappt sich der 23-Jährige den Ball, dribbelt übers gesamte Feld und sorgt für die nächsten Trierer Punkte. Kurz darauf fängt er einen Niners-Fehlpass ab und erzielt die nächsten Gäste-Zähler (38:40).

Zwar zieht der Tabellenführer vor der Pause durch zwei Dreier von Kapitän Malte Ziegenhagen und Ex-Bundesligaspieler Ivan Elliott kurzzeitig auf acht Zähler davon (40:48), doch Trier bleibt cool. Drei schnelle Pässe, dann landet die Kugel beim völlig freien Chase Adams, der trifft eiskalt von der Dreierlinie. Mit einem knappen 44:48-Rückstand geht’s dann in die Pause. Trier ist dick im Spiel, und präsentiert sich stark – der Auswärtssieg scheint möglich.

In den ersten Minuten in Halbzeit zwei gelingt es zunächst keinem Team, den Gegner zu stoppen. Sowohl Chemnitz als auch Trier treffen hervorragend. Nach wenigen Augenblicken steht es schon 52:53.

Doch danach entgleitet den Gästen die Partie zeitweise. Chemnitz zieht das Tempo an. Die Gladiatoren leisten sich weiterhin zu viele Ballverluste (23 sind es insgesamt). So beträgt der Rückstand nach 24 Minuten plötzlich zehn Punkte (52:62).

Die Gladiatoren ermöglichen dem Top-Team der Liga nun offensiv zu viel. Trier gelingt es zu selten, die Sachsen zu stoppen. So kommt Luis Figge Mitte des dritten Viertels zu lockeren Punkten nach einem Einwurf (59:72 aus Trierer Sicht). Coach Held ist sichtlich genervt.

Wichtig: Im Gegenzug setzt sich Triers Bester, Till Gloger, stark unterm Korb durch, trifft und wird gefoult – auch den Bonusfreiwurf verwandelt der Center (62:72).

Im nächsten Niners-Angriff gelingt den Trierern dann mal ein Defensiv-Stopp. Jermaine Bucknor klaut den Ball. Er leitet den Schnellangriff über Lucien Schmikale ein, doch der spielt den Pass auf Chase Adams deutlich zu lang. Die Kugel landet im Aus.

Wenige Sekunden später will Bucknor das Spiel nach Chemnitzer Freiwurfpunkten schnell machen, passt den Ball jedoch zu hektisch ins Aus – der nächste Turnover. Solche Ungenauigkeiten bestraft der Tabellenführer. Gut eine Minute vor Ende des dritten Viertels beträgt der Gladiators-Rückstand 13 Zähler (62:75). Mit einem 64:76 geht’s dann in die letzten zehn Minuten.

Hier gibt sich Trier nie auf. Im Gegenteil: Angeführt von Jermaine Bucknor, der von den Chemnitzer Fans während des Spiels ausgepfiffen wird, und Jordan Geist gelingt es den Gästen, 5:39 Minuten vor Spielende wieder auf zehn Punkte heranzukommen (76:86).

Und es wird noch besser: Das Held-Team macht es bis zum Schluss richtig stark, verkürzt in den Schlusssekunden sogar nochmal auf fünf Zähler (90:95). Doch am Ende reicht es nicht für die Überraschung. Dafür hätten es nicht so viele Ballverluste sein dürfen. Zudem hätte Trier defensiv in mehreren Situationen intensiver und konzentrierter agieren müssen. Aber hätte, hätte, … fest steht: Unterm Strich war das eine Leistung, die sich sehen lassen kann. Spielen die Gladiatoren so weiter, werden sie noch zahlreiche Spiele in dieser Saison gewinnen.

Gladiators-Co-Trainer Jonas Borschel sagt nach der Partie: „Wir sind stolz darauf, dass wir so lange mitgehalten haben. Das zeigt, dass wir gegen jeden in der Liga mithalten können. Allerdings müssen wir aus unseren Fehlern lernen und weiter hart arbeiten. Wir hatten heute zu viele Ballverluste und haben zu viele gegnerische Offensivrebounds abgegeben, weshalb wir das Spiel nicht gewinnen konnten.“

Am kommenden Sonntag wartet die nächste Aufgabe. Dann geht’s zu Aufsteiger Bayer Leverkusen (16 Uhr).

Punkte Trier: Adams 13, Dranginis 13, Bucknor 11, Hennen 4, Schmikale 0, Dietz 4, Grün 5, Ilzhöfer 1, Geist 18, Gloger 23 – beste Schützen Chemnitz: Harris 20, Ziegenhagen 13 – Viertel: 23:22/44:48/64:76/92:99 – ZS: 3000