Gladiators unterlieren in Karlsruhe

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Erste Niederlage nach sechs Erfolgen – Gladiators verlieren in Karlsruhe

Das Jahr beginnt nicht gut für die Römerstrom Gladiators Trier: Der Basketball-Zweitligist hat sein Auswärtsspiel beim Tabellen-14. Karlsruhe Lions am Samstagabend mit 76:99 (30:48) verloren und somit die höchste Saisonniederlage kassiert. Es ist die erste Pleite der Römerstädter nach zuletzt sechs Erfolgen in Serie. Routinier Jermaine Bucknor fehlte dem Team ab Mitte des dritten Viertels.

Als Triers Bester Jordan Geist sein Team nach 46 Sekunden vor gut 1300 Zuschauern in der Karlsruher Europahalle – darunter zahlreiche lautstarke Gladiators-Fans – erstmals in Führung bringt (4:3), ist die Welt der Gäste noch in Ordnung.

Doch das ändert sich schnell: Es sind knapp siebeneinhalb Minuten in einer temporeichen und von unzähligen Foulpfiffen geprägten Partie gespielt, als Christian Held die erste Auszeit des Spiels nimmt.

Sein Team liegt zu diesem Zeitpunkt mit sieben Zählern hinten (16:23). Die Karlsruher treffen fast alles, 71 Prozent Trefferquote aus dem Feld sind ein Spitzenwert.

Die Badener machen vom Start weg den wacheren, den stärkeren Eindruck. Trier, das in den vergangenen Wochen teilweise mitreißenden Basketball zeigte und speziell von seiner kraftvollen und klugen Defensive lebte, agiert seltsam fahrig.

Offensiv gibt’s zwei wesentliche Probleme: Zum einen fallen die Würfe so gut wie nie – nur neun von 29 Versuchen aus dem Spiel landen bis zur Pause im Korb, darunter zwei von zwölf Dreiern. Zum anderen leistet sich das Held-Team bis zur Pause zehn Ballverluste. Gleich mehrmals wird die Kugel im Spielaufbau quer übers Feld gepasst, und gleich mehrmals wird der Ball dabei von den Badenern abgefangen. Hinzu kommt: Das Team bewegt den Ball nicht so dynamisch wie in den vergangenen Wochen.

Auch defensiv sind das nicht die Gladiatoren der letzten Spiele. Sie machen es dem Team des kroatischen Trainers Ivan Rudez viel zu einfach. Häufig kommen die Lions zu Schnellangriff-Punkten. Sie überwinden das Feld mit ein, zwei schnellen Pässen und finden den freien Mann unterm Korb. Trier gelingt es nur selten, die Badener um ihren Stärksten Daniel Norl zu stoppen. Wo ist die Intensität?

Als Christian Held vier Minuten vor der Pause seine zweite Auszeit nimmt, platzt ihm beinahe der Kragen – es wird laut. Der 31-Jährige ist überhaupt nicht zufrieden mit dem Spiel seines Teams. Die Folge des schwachen Trierer Auftritts in den ersten 20 Minuten ist der 30:48-Rückstand.

In die zweite Halbzeit starten die Gäste dann denkbar schlecht mit einem 0:5-Lauf – zunächst setzt’s einen Dreier von Bryan Coleman, dann folgt ein Korbleger von KC Ross-Miller. Zwar stellt Trier defensiv auf Zonenverteidigung um, und offensiv sorgen Jordan Geist und Thomas Grün in den Folgeminuten für sehenswerte Aktionen, doch insgesamt steht fest: Die Karlsruhe Lions sind einfach besser, wirken weiterhin frischer und wacher.

Zudem bitter: Für Jermaine Bucknor ist das Spiel nach 25 Minuten beendet. Der Kanadier kassiert nach Diskussionen mit den Schiedsrichtern – zu den Hintergründen liegen noch keine Informationen vor – zwei Technische Fouls hintereinander und muss vom Feld. Zur Erklärung: Im Basketball gilt ein Spieler als „ausgefoult“, also nicht mehr spielberechtigt, sobald er zwei Technische Fouls kassiert hat.

In der Folge, gegen Ende des dritten Viertels, wird Trier defensiv bissiger, presst über das ganze Feld. Zum ersten Mal wirkt Karlsruhe in der Offensive beeindruckt, phasenweise ratlos. Dennoch ist der Rückstand nach drei Vierteln deftig: 52:75.

Das Team aus der Moselstadt kommt im vierten Viertel durch Jordan Geist, Stefan Ilzhöfer und Chase Adams zu erfolgreichen Abschlüssen. Auch defensiv ist das deutlich aggressiver als in Halbzeit eins. Die Mannschaft gibt sich bis zuletzt nicht auf – auch dann nicht, als Jordan Geist kurz vor dem Ende mit dem fünften Foul vom Feld muss. Doch spannend wird’s nicht mehr, dafür agiert Karlsruhe offensiv zu clever.

So verliert Trier nach sechs teilweise berauschenden Siegen in Serie mal wieder ein Spiel gegen starke Karlsruher.

Jetzt heißt’s: aufstehen, Mund abwischen und weitermachen. Denn schon am Freitag steht die nächste Partie an. Dann treffen die Gladiatoren zu Hause auf den Tabellenletzten Ehingen Urspring (19.30 Uhr/Arena Trier).

Punkte Trier: Adams 7, Dranginis 1, Bucknor 5, Hennen 5, Schmikale 4, Dietz 0, Grün 7, Ilzhöfer 15, Geist 22, Gloger 10 – Beste Schützen KA: Conley 17, Norl 23, Ross-Miller 15 – Viertelstände: 20:25/30:48/52:75/76:99 – ZS in der Karlsruher Europahalle: 1304