| 09:44 Uhr

Basketball
Niederlage in Spiel drei – Gladiators verlieren in Heidelberg

Gladiator Simon Schmitz in Spiel drei am Samstagabend.
Gladiator Simon Schmitz in Spiel drei am Samstagabend. FOTO: Gladiators
Heidelberg. Die Römerstrom Gladiators Trier haben das dritte Duell der Playoff-Viertelfinal-Serie am Samstagabend vor 1312 Zuschauern in Heidelberg mit 80:91 (42:44) verloren. Nach dem Spiel macht Triers Trainer eine klare Ansage. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Das erste, was Marco van den Berg nach der Partie raushaut, ist ein klares Statement in Richtung Montagabend. „Ich glaube an uns, das ist noch nicht zu Ende“, sagt der Trainer der Römerstrom Gladiators Trier. Auch wenn ihm die Enttäuschung am Samstagabend dort in der Halle am Heidelberger Olympiastützpunkt auf der Holzbank hinter der Werbebande deutlich ins Gesicht geschrieben steht. Mit 80:91 (42:44) hat sein Team kurz zuvor das dritte Spiel der Playoff-Viertelfinal-Serie bei den MLP Academics Heidelberg verloren.

Woran das lag? Die Gründe dafür stehen auf dem Statistikzettel, der da auf dem Boden vor van den Berg liegt: 23 Ballverluste und nur eine 35 prozentige Trefferquote aus dem Zweierbereich. „Wir konnten der Heidelberger Physis heute nicht viel entgegensetzen“, resümiert Triers Trainer. „Gerade in den 1-gegen-1-Duellen unterm Korb kam von uns viel zu wenig.“ Vielfach hätten sich seine großen Spieler von den viel kleineren Heidelberger Guards leicht aus der Zone drängen lassen. „Und ganz ehrlich: 23 Ballverluste sind einfach zu viel, um hier zu gewinnen.“

Rein ins Spiel: Gerade ist das erste Viertel zu Ende gegangen, da ist Triers Coach außer sich vor Wut – stampft mehrmals mit beiden Füßen auf den Boden und brüllt in Richtung Kyle Dranginis. Der US-Amerikaner hat kurz zuvor im letzten Angriff des Viertels den Ball verloren – eine Szene, sinnbildlich für die ersten zehn Minuten auf beiden Seiten. Es ist ein ganz wildes Spielchen zu Beginn, Trier leistet sich vor gut 200 mitgereisten Gladiators-Fans allein im Anfangsviertel acht Ballverluste, Heidelberg sechs. Auch wenn das Heimteam von Trainer Branislav Ignjatovic den besseren Start erwischt, ist es insgesamt ein ausgeglichenes Viertel auf äußerst mäßigem Niveau (17:20).

Auch die zweiten zehn Minuten bleiben wild. Schlecht für Trier: Thomas Grün kassiert bereits zu Beginn des zweiten Viertels sein drittes Foul, Kevin Smit kurz darauf ebenfalls. Grün wird in der zweiten Halbzeit noch das fünfte Foul kassieren.

Die Gladiators spielen offensiv nicht zwingend, viel zu viele einfache Bälle werden daneben gelegt, nur 24 Prozent beträgt die Trefferquote aus dem Zwei-Punkte-Bereich in den ersten 20 Minuten. Offensiv passiert in der Zone viel zu wenig. Weiterhin bleibt es bei zu vielen Ballverlusten – zwölf sind es bis zur Pause.

Gerade als Heidelberg so richtig davonzuziehen droht (29:40), wird Trier stärker. Angeführt von Kapitän Simon Schmitz, der das Spiel in den Minuten vor der Pause phasenweise richtig schnell macht. Zwei Minuten vor der Halbzeit weckt er sein Team mit einem Drei-Punkt-Spiel auf und versenkt direkt im Anschluss noch einen Dreier.

Danach agiert die Trierer Defensive kurzzeitig aggressiv, erzwingt noch einen Heidelberger Ballverlust, den der wieder einmal starke Lucien Schmikale mit einem erfolgreich abgeschlossenen Fastbreak krönt. Wie schon in Spiel eins hat sich Trier zur Halbzeit in die Partie zurückgekämpft (42:44) – alles ist offen.

Aber so geht’s nicht weiter. Heidelberg ist das bessere Team im dritten Viertel. Das Heimteam spielt cleverer und mit deutlich mehr Physis, verteidigt das schwache Inside-Spiel der Gäste hervorragend.

Ab Mitte des dritten Viertels übernimmt das Heimteam aus der Stadt am Neckar dann endgültig das Kommando. Allein Kapitän Schmitz, Lucien Schmikale und Jermaine Bucknor halten ihr Team im dritten Viertel im Spiel (59:68).

Trier gibt sich danach zwar nicht auf, kommt aber auch nicht mehr wirklich heran. Spätestens nach einem Dreier von Jaleen Smith ist die Partie knapp vier Minuten vor Ende gelaufen (68:87). Die Trierer Niederlage ist verdient.

Auf der Holzbank hinter der Werbebande schüttelt Triers Coach nach dem Spiel den Kopf: „Wir werden am Montag den Ausgleich schaffen“, betont Marco van den Berg und schickt noch ein Lob hinterher: „Eins muss ich noch sagen: Was Lucien Schmikale in diesen Playoffs zeigt, ist richtig stark. Er ist noch ein junger Kerl, aber spielt schon wie ein echter Mann.“

Viertelfinale Nummer vier steigt am Montagabend um 20 Uhr in der Arena Trier.

Punkte Trier: Alston 12, Dranginis 3, Smit 2, Bucknor 16, Hennen 0, Schmikale 16, Schmitz 13, Grün 0, Buntic 0, Joos 9, Nortmann 4, Shoutvin 5 – Beste Schützen Heidelberg: Würzner 15, Smith 9, Ely 16, Kuppe 19, McGaughey 15 – Viertelstände: 17:20/42:44/59:67/80:91 – ZS: 1312