| 21:59 Uhr

Basketball
Gladiators verlieren zweites Halbfinale vor Rekordkulisse

Beeindruckende Kulisse am Dienstagabend in der Arena Trier: Über 5000 Zuschauer sahen das Gladiators-Heimspiel gegen Crailsheim.
Beeindruckende Kulisse am Dienstagabend in der Arena Trier: Über 5000 Zuschauer sahen das Gladiators-Heimspiel gegen Crailsheim. FOTO: Willy Speicher
Trier. Vor einer Trierer ProA-Rekordkulisse haben die Römerstrom Gladiators Trier das zweite Playoff-Halbfinale gegen den Hauptrunden-Zweiten Crailsheim Merlins am Dienstagabend mit 90:103 (46:53) verloren. Nach dem Spiel gibt sich Triers Coach zuversichtlich, auch wenn sein Arm schmerzt. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

 Den Schmerz vom Morgen, den hat Marco van den Berg schon vergessen, da ist noch keine Sekunde gespielt am Dienstagabend in der Arena Trier. Die unglaubliche Zuschauerzahl von 5211 Fans lassen den Trainer der Römerstrom Gladiators Trier strahlen – das ist Trierer Pro-A-Rekord. Als der 52-Jährige die picke-packe-vollen Zuschauerränge erblickt, hat er längst vergessen, dass er morgens beim Joggen gestürzt ist, sich ein Ast in seinen Arm gebohrt hat und er deswegen während des Spiels einen grünen Gips trägt.

Über 5000 Zuschauer bei einem Gladiators-Heimspiel in der 2. Bundesliga – das ist eine echte Hausnummer, ein grandioses Zeichen für den Basketball-Standort Trier. Daran ändert auch die 90:103 (46:53)-Niederlage der Trierer gegen die Crailsheim Merlins im zweiten Playoff-Halbfinale nichts, durch die die Baden-Württemberger den 1:1-Ausgleich in der Best-of-Five-Serie erzielt haben. Minutenlang applaudieren die Trierer Fans ihren Jungs in Grün nach dem Spiel.

Harter Kampf: Kyle Dranginis im Duell mit drei Crailsheimern.
Harter Kampf: Kyle Dranginis im Duell mit drei Crailsheimern. FOTO: Willy Speicher

„Diese Zuschauerzahl“, sagt der Marco van den Berg nach Spielende, „die macht mich echt glücklich. Das ist fabelhaft und große Werbung für unseren Sport“. Crailsheims Trainer Tuomas Iisalo, der auf der Pressekonferenz neben van den Berg Platz genommen hat, nickt als dieser den Satz ausspricht.

Nach dem Spiel gab’s Applaus von den Fans.
Nach dem Spiel gab’s Applaus von den Fans. FOTO: Willy Speicher

Dann ergänzt Triers Coach: „Aber ich muss schon zugeben: Meine Hand schmerzt doch noch sehr.“ Um ein Haar, so erzählt er, hab der Ast am Morgen einen Nerv getroffen. „Ich bin voll auf Pillen“, sagt er lachend.

In die Partie: Es ist ein starker Beginn der Gladiatoren. Sie spielen mit viel Power und stellen die Merlins mit ihrer Zonen-Verteidigung wie schon in Spiel eins vor große Probleme. Nach einem Ballgewinn von Johannes Joos landet der Ball bei Simon Schmitz. Der Kapitän fackelt nicht lange und schließt den Fastbreak mit einem Dreier ab. Trier ist das bessere Team (9:3). Nach knapp vier Minuten nimmt Crailsheims Coach Tuomas IIsalo die erste Auszeit. Weil Crailsheim bis zum Viertelende allerdings immer besser trifft, zieht  der Favorit aus Baden-Württemberg nach einem erfolgreichen Dreier von Chase Griffin gleich (27:27).

In den zweiten zehn Minuten geht’s so weiter. Durch Chase Griffin und Frank Turner gehen die Gäste innerhalb von wenigen Minuten klar in Führung. Nach knapp drei Minuten reagiert Triers Coach Marco van den Berg und stoppt den Lauf der Merlins mit einer Auszeit (29:36).

Auch nach dem Time-Out bleiben die Gäste das bessere Team, bauen die Führung nach einem Herrera-Dreier auf zehn aus (32:42). Doch unter den lauten Anfeuerungs-Rufen der 5211 Zuschauer werden die Gladiatoren in den Minuten bis zur Pause wieder stärker. Durch die starken Kyle Dranginis, Jermaine Bucknor sowie Anton Shoutvin kommt Trier heran. Nach drei verwandelten Dranginis-Freiwürfen beträgt der Rückstand gut drei Minuten vor der Pause nur noch einen Punkt (41:42).

Trier kämpft, reibt sich defensiv in der Zone gegen die offensivstarken Merlins auf, doch es gibt ein Problem: die Rebounds. Immer wieder gestatten die Gladiatoren den Gästen Offensiv-Rebounds, die sie zu Punkten nutzen. Crailsheim sammelt zur Pause 13 Rebounds mehr als Trier, von ihren 26 sind zehn Offensiv-Rebounds. Ein Grund dafür, dass der Hauptrunden-Zweite mit einem Sieben-Punkte-Vorsprung in die Pause geht (46:53).

„Die Rebounds haben uns heute gekillt“, resümiert Marco van den Berg nach dem Spiel. „Wir haben davon viel zu viele abgegeben.“

Nach der Pause setzt sich Crailsheim weiter ab, führt nach zwei Punkten von Chase Griffin mit zwölf (65:53). Trier kämpft, spielt mit hohem Einsatz – nur vorne fehlt das Glück in vielen Aktionen und zudem ist Crailsheim richtig stark.

Es soll für die Gladiatoren an diesem Abend einfach nicht sein. Crailsheim spielt seine enorme Qualität offensiv wie defensiv aus, macht es clever, dominiert weiterhin die Bretter und gewinnt am Ende verdient.

Nach der Partie betont Triers Coach: „Wir wissen, dass wir ein Riesen-Niveau spielen müssen, um Crailsheim zu bremsen. Das ist uns heute nicht gelungen. Daher geht Crailsheims Sieg in Ordnung.“ Aber: „Es steht jetzt 1:1 – es ist noch nichts passiert. Wir haben auf jeden Fall am Sonntag mit diesen fabelhaften Fans im Rücken ein weiteres Heimspiel.“

Spiel drei steigt am Freitag in Crailsheim (19.30 Uhr), Spiel Nummer vier dann am Sonntag wieder in Trier (17 Uhr).

Die Mannschaft, die zuerst drei Siege eingefahren hat, steht im Finale.

Punkte Trier: Alston 3, Dranginis 15, Smit 9, Bucknor 24, Hennen 4, Schmikale 2, Schmitz 6, Joos 5, Nortmann 9, Shoutvin 13