Basketball: Gladiators: Von der Bundesliga-Lizenz und einem bitteren Ausfall

Basketball : Gladiators: Von der Bundesliga-Lizenz und einem bitteren Ausfall

Nach dem Playoff-Einzug geht’s bei den Gladiators Trier hinter den Kulissen um Zukunftsweisendes. Seit Dienstagmorgen steht zudem fest, welche Verletzung sich Kyle Dranginis zugezogen hat und wie lange er ausfallen wird.

  Achim Schmitz atmet am Montag durch. „Der größte Druck“, gesteht der Geschäftsführer der Römerstrom Gladiators Trier, „der ist jetzt erst mal raus – denn wir haben unser Saisonziel erreicht“. Durch die Hagener Heimniederlage gegen Rostock am Sonntagabend ist den Gladiatoren die vierte ProA-Playoff-Teilnahme in Serie nicht mehr zu nehmen. „Wirtschaftlich ist das extrem wichtig für uns“, betont Schmitz. Rund 60 000 Euro an Playoff-Zahlungen kassiere der Club durch den Einzug in die Vorschlussrunde von seinen Sponsoren, wie der Geschäftsführer berichtet.

„Da wir mindestens ein Playoff-Heimspiel sicher haben, kommen auf jeden Fall schon mal weitere 20 000 Euro hinzu.“ Allerdings, so ergänzt Schmitz, entstünden auch Kosten: „Längere Gehaltszahlungen, Boni, Reisekosten – das wird zusätzlich fällig.“ Unterm Strich seien die Bonus-Spiele nach Ende der Hauptrunde jedoch schon immer ein Plus-Geschäft.

Bevor die Playoffs am Wochenende um den 6. April voraussichtlich mit einem Auswärtsspiel beginnen, steht am kommenden Samstag allerdings zunächst noch das letzte Hauptrundenspiel an. Geht’s nach Achim Schmitz, wird das alles andere als ein lockeres Bällchen-Gewerfe: „Auch wenn wir die Playoffs sicher haben: Wir wollen noch mal nachlegen.“ Denn: Verliert Trier die Partie gegen Karlsruhe, rutscht das Team von Trainer Christian Held auf Rang acht ab. Würde bedeuten: Im Viertelfinale geht’s gegen Spitzenreiter Niners Chemnitz. Schmitz: „Chemnitz ist verdammt stark, ich glaube, uns liegt Hamburg von der Spielweise mehr.“

Wie auch immer – beim nun feststehenden Playoff-Einzug muss folgende Frage erlaubt sein: Hat der Club eigentlich schon die Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison beantragt? Die Frist dafür endet, wie die BBL am Montag auf Volksfreund-Anfrage erklärt, am 15. April. Achim Schmitz: „Wir prüfen gerade, ob das finanziell machbar ist für uns. Die Anforderungen haben sich enorm erhöht.“ So muss der Club beispielsweise ein Eigenkapital in Höhe von 250 000 Euro nachweisen (die Gladiators liegen laut Schmitz derzeit bei 110 000 Euro). Zudem ist eine eigene Trainingshalle sowie ei­n Mindestetat von drei Millionen Euro Pflicht. Zur Einordnung: In dieser Saison liegt der Etat der Trierer bei rund 1,1 Millionen Euro.  „Wenn es Sinn macht, den Lizenzantrag zu stellen, werden wir das machen, wenn es keinen Sinn macht, nicht“, betont der Unternehmer.

Erfreut über den Playoff-Einzug zeigt sich auch Christian Held am Montag. Der Chefcoach appelliert an die Fans: „Wir brauchen jetzt aber zunächst ein Mal noch die volle Unterstützung unserer Anhänger für das letzte Hauptrundenspiel gegen Karlsruhe am Samstag.“ Denn, so betont der 30-Jährige: „Es ist unglaublich wichtig, mit einem Erfolgserlebnis in die Playoffs zu starten.“ Ob Jermaine Bucknor und Kyle Dranginis gegen die Badener dabei sein werden, ist äußerst fraglich. Bei Bucknor (Waden- und Achillessehnen-Probleme) stehen die Chancen noch besser als bei Dranginis. Held sagt am Montag: „Buck hatte heute wieder eine Behandlung. Wir werden diese Woche sehen, wie es für ihn läuft, ob er trainieren kann oder nicht – es ist schwierig.“

Noch schwieriger ist der Fall bei Kyle Dranginis. Der US-Amerikaner war am Donnerstag im Training umgeknickt. Verdacht auf Außenbandriss. Am Montag musste der 26-Jährige zur MRT-Untersuchung. Das Ergebnis verkündet Trainer Christian Held am Dienstagmittag: „Kyle hat sich zwei Bänder im Fuß gerissen – er wird sechs bis acht Wochen fehlen.“ Somit wird den Gladiatoren in den Playoffs neben Simon Schmitz (Handbruch) ein weiterer Leistungsträger fehlen. „Das ist wirklich ärgerlich“, gibt Held zu, „aber wir werden das Beste daraus machen – wir können nur mit den Jungs arbeiten, die fit sind“.

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