Basketball: Gladiators: Warum das letzte Hauptrundenspiel für Trier so wichtig ist

Basketball : Gladiators: Warum das letzte Hauptrundenspiel für Trier so wichtig ist

Playoffs schon in der Tasche, dennoch geht’s für die Gladiators Trier am Samstagabend (19.30 Uhr/Arena Trier) gegen Karlsruhe um viel: Von einer Verspätung, einem Appell und einem kleinen Schock unter der Woche.

Die kleine Spitze, die muss Christian Held jetzt mal loswerden. Donnerstagabend, Mannschaftsessen der Römerstrom Gladiators Trier. Das Team trifft sich in einem Trierer Restaurant. Kurz vor 20 Uhr sind alle da – nur einer, der fehlt: Routinier Jermaine Bucknor. Erst mit Verspätung kommt der Teamälteste herbeigeeilt. „Tja“, sagt Cheftrainer Held am Freitagmittag und beginnt zu lachen, „Jermaine braucht halt nach dem Training mittlerweile immer ein bisschen länger“. Kurze Pause, dann: „Nein Quatsch“, schiebt der 30-Jährige hinterher, „war ein schöner Abend – es ist immer schön, wenn man mal außerhalb der Halle zusammenkommt, gerade weil sich die Jungs so gut verstehen.“ Vor allen Dingen gebe es auch mal die Möglichkeit, über etwas anderes zu reden als nur den nächsten Gegner.

Apropos nächster Gegner: Der heißt am Samstagabend Karlsruhe Lions (19.30 Uhr/Arena Trier). Auch wenn Trier die Playoff-Qualifikation seit dem vergangenen Wochenende bereits in der Tasche hat, geht’s gegen die Badener um viel. Denn: Verliert Trier, wartet im Playoff-Viertelfinale Spitzenreiter Niners Chemnitz. Gewinnen die Gladiatoren, ist hingegen vieles möglich: Nürnberg, Heidelberg, Hamburg, Rostock – könnte er heißen, der Viertelfinal-Konkurrent. Während Geschäftsführer Achim Schmitz den „verdammt starken“ Chemnitzern lieber aus dem Weg gehen würde, stattdessen auf Hamburg oder Heidelberg hofft, betont der Trierer Chefcoach: „Ich war nie gut in Mathe, daher ist es mir viel zu kompliziert, alle Eventualitäten durchzurechnen.“ So lautet der Plan: „Wir wollen unser Spiel gegen Karlsruhe gewinnen – dann schauen wir, wer unser Gegner wird.“

Was schon jetzt sicher ist: Gegen die Karlsruhe Lions muss das Trierer Trainerteam die Mannschaft mal wieder umbauen. Denn: Neben Simon Schmitz (Handbruch) fehlt auch Kyle Dranginis. Seit Dienstag ist klar, dass sich der US-Amerikaner in der vergangenen Woche zwei Bänderrisse im Fuß zugezogen hat und sechs bis acht Wochen ausfällt.

„Wir sind dabei, Mittel und Wege zu finden, Kyles Ausfall zu kompensieren“, betont der Trierer Trainer. Fest steht: Rupert Hennen und Kevin Smit sind nun auf der Aufbauposition gefragt. Umso größer war da unter der Woche der Schock, als sich auch Smit im Training noch verletzte, sich eine Hüftprellung zuzog und mehrere Einheiten sausen lassen musste. Am Freitag gibt Held Entwarnung: „Kevin wird spielen, davon gehe ich mal ganz stark aus – er ist ein Kämpfer.“ Ohnehin, so betont der 30-Jährige, sei das Team Ausfälle gewohnt: „Dadurch sind wir auch flexibler geworden, nichts ist festgefahren – wir werden jetzt nicht anfangen, aufgrund der Situation nach Ausreden zu suchen.“

Auch im Hinspiel gegen Karlsruhe im November musste Trier auf zahlreiche Stammspieler verzichten. Neben Kyle Dranginis, Jermaine Bucknor und Johannes Joos verletzte sich in den Anfangsminuten auch noch Stefan Ilzhöfer – am Ende schaukelten die Gladiatoren die Partie dennoch mit 72:71 nach Hause – ein Krimi! „Das war echt eng“, erinnert sich Till Gloger. „Ich weiß noch, dass ich unsere letzten beiden Punkte gemacht habe.“ Danach hätte Maurice Pluskota – mittlerweile ebenfalls verletzt – im letzten Angriff um ein Haar noch den Sieg für die Lions klargemacht – „aber der Ball rollte über den Ring und fiel runter“, weiß Till Gloger.

Seit der Kroate Ivan Rudez die Badener im Herbst als Trainer übernommen hat – Vorgänger Michael Mai trainiert jetzt Bundesligist Bremerhaven –, hat sich das Team um die Leistungsträger Orlando Parker und Davonte Lacy in der Tabelle Stück für Stück nach oben gearbeitet. „Sie spielen jetzt defensiv deutlich aggressiver“, erklärt Christian Held, um im Anschluss noch einen Appell in Richtung Publikum loszuwerden: „Die Fans sind in unserer aktuellen Situation noch wichtiger als sonst – sie sind nicht nur der sechste, sondern aufgrund der ganzen Ausfälle eher der fünfte Mann. Wir brauchen die Unterstützung!“

Übrigens: Ob Jermaine Bucknor gegen Karlsruhe dabei sein wird, steht am Freitag noch nicht fest. Der Kanadier laboriert nach wie vor an Achillessehnen- und Wadenproblemen. Christian Held betont: „Wir werden ihn nicht schonen: Wenn er 100 Prozent geben kann, wird er gegen Karlsruhe spielen.“

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