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Basketball
Sieg in Spiel fünf: Gladiators ziehen ins Playoff-Halbfinale ein

So sehen Halbfinalisten aus: die Gladiators nach dem Sieg in Spiel 5.
So sehen Halbfinalisten aus: die Gladiators nach dem Sieg in Spiel 5. FOTO: sjs / Sebastian J. Schwarz / Sebastian J. Schwarz
Heidelberg. Der Wahnsinn geht weiter: Die Römerstrom Gladiators Trier haben das fünfte Spiel der Playoff-Viertelfinal-Serie bei den MLP Academics Heidelberg mit 69:65 (31:34) gewonnen und stehen im Playoff-Halbfinale. Es war wieder einmal ein unglaubliches Spiel. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Marco van den Berg fängt kräftig an zu lachen, als er auf seinen Jubel-Tanz nach dem Spiel angesprochen wird. „Oh bitte, die Bilder müssen gelöscht werden. Das sieht doch schrecklich aus“, sagt der Trainer der Römerstrom Gladiators Trier und fügt an: „Aber das Wichtigste ist, dass wir hier heute Abend unser Ziel erreicht haben, und ins Halbfinale eingezogen sind“.

Da kann man schon mal tanzen vor Glück: Gladiators-Coach Marco van den Berg.
Da kann man schon mal tanzen vor Glück: Gladiators-Coach Marco van den Berg. FOTO: sjs / Sebastian J. Schwarz / Sebastian J. Schwarz

Und wie sein Team das geschafft hat: Abgeknabberte Fingernägel, Schweißperlen auf der Stirn, die Haare durcheinander  – der Wahnsinn geht weiter. Die Gladiators stehen nach einem 69:65 (31:34)-Sieg im Viertelfinal-Duell Nummer fünf am Mittwochabend bei den MLP Academics Heidelberg tatsächlich im Playoff-Halbfinale, haben Heidelberg in einer unglaublich intensiven Serie niedergerungen, wieder einmal ihre Kämpfer-Mentalität bewiesen und sich endlich auch mal wieder auswärts mit einem Sieg belohnt. Ab Samstag treffen sie nun auf die Crailsheim Merlins (19.30 Uhr/Crailsheim).

Nachdem Triers Bester, Justin Alston (21 Punkte 7 Rebounds), fünf Sekunden vor Schluss seinen Freiwurf trifft, gibt’s bei den gut 200 mitgereisten Trierer Fans in der Heidelberger Halle am Olympiastützpunkt kein Halten mehr. Wenige Sekunden später feiern sie mit ihrem Team den zweiten Playoff-Halbfinaleinzug der Trierer ProA-Geschichte.

„Wir hätten am Ende mehr Coolness zeigen müssen und das Spiel früher entscheiden können“, findet Triers Trainer. Ein besonderes Lob gibt’s vom Coach für Justin Alston, der Shy Ely am Ende zweimal entscheidend stoppt, und Jermaine Bucknor, der zwei wichtige Freiwürfe verwandelt, nachdem er zuvor zwei danebengelegt hat. „Ich bin stolz, so etwas hier in meiner Abschiedssaison erleben und die Fans derart mitreißen zu können“, betont der Niederländer.

Von Beginn an geht’s in der Partie vor gut 1300 Zuschauern so weiter, wie es bei Spiel 4 am Montagabend in der Arena Trier aufgehört hat: verdammt eng, verdammt spannend und mit verdammt viel Intensität. Beide Teams sind in den Anfangsminuten gleichauf (12:12), erst gegen Ende des ersten Viertels setzt sich Heidelberg, angeführt vom starken Shy Ely, etwas ab. Trier agiert plötzlich fahrig: Offene Würfe legen die Jungs von Trainer Marco van den Berg daneben, leisten sich zudem mehrere Ballverluste und kommen unterm Korb zu selten in gute Positionen. Nach zwei offenen Dreiern von Ely und Albert Kuppe zieht Heidelberg davon. Mit einem Neun-Punkte-Rückstand geht’s für Trier ins zweite Viertel (14:23).

Bis zur Pause sinkt das Niveau des Spiels, dafür steigt die Spannung umso mehr. Beide Teams verlieren immer wieder den Ball und treffen schlecht. Die Nervosität ist sowohl Trier als auch Heidelberg deutlich anzumerken. Unterm Strich ist Trier allerdings einen Tick besser, kommt durch einen 9:2-Lauf zu Beginn der zweiten zehn Minuten heran und schafft es, den Vorsprung bis zur Pause auf drei Punkte zu verringern (31:34). Bitter für Trier: Kapitän Simon Schmitz kassiert knapp sieben Minuten vor Ende des zweiten Viertels bereits sein drittes Foul. Coach Marco van den Berg ist gezwungen, ihn erst mal auf die Bank zu setzen.

Als Schmitz Mitte des dritten Viertels zurückkommt und 1.20 Minuten vor Ende des Abschnitts einen Dreier vom Parkplatz trifft (50:45), toben die Trierer Fans. Doch im direkten Gegenzug kassiert der Gladiators-Kapitän sein viertes Foul – und sein Gegenspieler Jaleen Smith trifft seinen Korbleger auch noch, verwandelt seinen Bonus-Freiwurf im Anschluss. Die Fingernägel auf der Tribüne werden kürzer, die Schweißperlen tropfen – spannender geht’s nicht. Mit einem knappen Trierer Vorsprung geht’s dann ins letzte Viertel (51:49).

Hier ist Trier das bessere Team, verpasst es, den Sack früher zuzumachen, setzt sich aber am Ende verdient durch. Die Schlusssirene geht im Trierer Jubel unter.

„Am Donnerstag ist erst mal Entspannung angesagt“, betont Marco van den Berg, „ab Freitag bereiten wir uns dann auf Crailsheim vor“.

Statistik

Punkte Trier: Alston 21, Dranginis 5, Smit 6, Bucknor 0, Hennen 0, Schmikale 6, Schmitz 6, Grün 2, Buntic 0, Joos 6, Nortmann 0, Shoutvin 2 - Beste Schützen HD: Ely 17, McGaughey 12 - Viertelstände: 14:23/31:34/51:49/69:65