| 10:51 Uhr

Basketball
Mal wieder pfui - Gladiators zwei Tage nach der Pleite in Ulm

Das war nichts: Jermaine Bucknor hat mit den Gladiatoren in Ulm verloren.
Das war nichts: Jermaine Bucknor hat mit den Gladiatoren in Ulm verloren. FOTO: VSarnelli / Vincenzo Sarnelli
Ulm. Schon wieder hat es auswärts nicht geklappt: Warum die Gladiators in fremder Halle erneut verloren haben, was das Wetter damit zu tun hat und warum es nun richtig hart kommt.
Marek Fritzen

Am Tag danach gibt’s Sätze auf die Ohren wie diesen: „Wir sind wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde - zu Hause hui, auswärts pfui!“ Oder diesen: „Schönwetter-Basketballer, wir sind dort wie Schönwetter-Basketballer aufgetreten.“ Marco van den Berg ist auch am Sonntagnachmittag noch auf 180, wenn er über die Leistung seiner Römerstrom Gladiators Trier am Samstagabend in Ulm spricht. Dort hat sein Team ein weiteres Kapitel in der beliebten Reihe „Auswärts kann uns jeder schlagen“ geschrieben und mit 85:99 (43:50) beim Drittletzten Orange­Academy Ulm verloren. Nach Pleiten bei den Keller-Teams aus Ehingen, Paderborn und Chemnitz verliert Trier somit auch beim Drittletzten und zeigt dabei eine vor allen Dingen defensiv unterirdische Vorstellung.

„Ich bin enttäuscht“, sagt van den Berg, „wir wussten genau, wie Ulm spielt, hatten uns sehr gut darauf vorbereitet, aber wir haben es einfach nicht umgesetzt.“ Er wolle keine Spieler herausheben, es sei viel mehr ein kompletter Team-Ausfall gewesen. Und er betont: „Ich bin der Trainer, ich bin dafür am Ende verantwortlich.“

Über weite Strecken des Spiels lässt Trier vieles davon vermissen, was es beim Heimsieg gegen Crailsheim Ende Dezember noch ausgezeichnet hatte. Am auffälligsten: in der Defense fehlt es an Intensität, Konzentration und Cleverness. Die Gladiatoren stolpern verschlafen ins Spiel (3:11),  helfen sich defensiv nicht gegenseitig und ermöglichen den Ulmern so immer wieder einfache Korbleger. 50 Ulmer Punkte nach 20 Minuten sind ein Beleg dafür (43:50). „Wir kassieren 50 Punkte in der ersten Halbzeit, besprechen dann alles in der Pause, wollen es besser machen, und was passiert? Wir kassieren nochmal 49 Punkte, das kann nicht sein“, schimpft Triers Trainer. Der Drittletzte aus Schwaben ist das klar bessere Team, setzt die Gladiators durch eine sehr aggressive Verteidigung immer wieder unter Druck. Trier hat Probleme, gegen das Doppeln der Ulmer und die sehr geschickte Zone Lösungen zu finden. Zu selten gelingt es, den Ball in die Zone zu bringen. Immer wieder kommt es zu Missverständnissen in der Offensive, in deren Folge der Ball den Mitspieler verpasst, und im Aus landet. Da zumindest viele Dreier sitzen, bleibt es zur Pause ein enges Spiel.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wird’s dann richtig unterirdisch. Wieder verpennt Trier den Start. Auf 21 Punkte baut das Nachwuchsteam von Bundesligist ratiopharm Ulm mit den starken David Krämer und Marcell Pongo den Vorsprung aus (51:72). Obwohl Gladiators-Coach Marco van den Berg schon in der ersten Halbzeit eine Auszeit nach der anderen nimmt, seine Spieler immer wieder lautstark zusammenfaltet, wacht das Team nur vorübergehend mal auf und kämpft sich Mitte des dritten Viertels zurück ins Spiel (70:78). Kurzzeitig stimmt die Intensität mal in der Defensive. Doch das ist nur ein Aufflackern.

Schon bald darauf machen sich die Gäste alles wieder kaputt. Durch Ballverluste, viele Offensivfouls, nicht verwandelte Freiwürfe, weiterhin schwache Defensivarbeit und Ratlosigkeit vor der geschickten Ulmer Zonen-Verteidigung wächst der Vorsprung wieder an. Ulm bringt es am Ende locker über die Zeit.

„Wir werden das besprechen“, verspricht Triers Coach, auswärts müsse sich etwas ändern. „Denn wir Trainer sind hochmotiviert, um in die Playoffs zu kommen und dort was Besonderes zu schaffen – da tut solch eine Leistung einfach weh.“

Jetzt muss schnell Besserung her, denn es kommt richtig hart: Zuerst gastiert Spitzenreiter Vechta (14. Januar) in Trier , dann kommt der Dritte Köln (20. Januar) an die Mosel.

Punkte Trier: Dranginis 0, Smit 8, Bucknor 17, Hennen 0, Schmikale 8, Schmitz 15, Grün 0, Ilzhöfer 5, Buntic 0, Joos 15, Nortmann 8, Shoutvin 9