Kapitän Simon Schmitz fällt bis auf Weiteres aus

Kostenpflichtiger Inhalt: Archiv : Gladiators-Kapitän Simon Schmitz fällt bis auf Weiteres aus (Update mit Stimmen)

Schock für die Römerstrom Gladiators Trier: Erst die 79:91 (40:36)-Niederlage bei den Nürnberg Falcons vom Samstagabend, dann am Sonntag diese Nachricht: Der Basketball-Zweitligist muss lange auf Aufbauspieler Simon Schmitz verzichten. Am Nachmittag äußert sich der Geschäftsführer.

Christian Held hat am Sonntagnachmittag gar keine Lust, irgendetwas zu beschönigen. Der Cheftrainer der Römerstrom Gladiators Trier gesteht hörbar konsterniert: „Da bricht uns eine Menge Qualität weg, gar keine Frage!“ Wenige Augenblicke zuvor hat der 31-Jährige bestätigt, dass Simon Schmitz, der Kapitän und Kopf des Teams, vorerst kein Spiel mehr bestreiten wird für Trier. Wie Gladiators-Geschäftsführer Achim Schmitz erläutert, plagt den Aufbauspieler ein Ödem – eine Wassereinlagerung – am Talus-Knochen im Bereich des Fußgelenks. An dieser Stelle war der 29-Jährige bereits im Sommer operiert worden. „Simon wird mindestens zwei Monate ausfallen“, erläutert der Gladiators-Geschäftsführer, „dann ist ein nächstes MRT geplant, nachdem entschieden wird, wie es weitergeht. Schon jetzt ein großes Dankeschön an unsere Ärzte, dass sie Simons Verletzung so schnell diagnostiziert haben“.

Zur Frage einer möglichen Nachverpflichtung möchte sich im Club am Sonntag noch keiner äußern. Fakt ist: Zeit, einen Ersatz für den 29-Jährigen zu finden, der seit 2015 für die Gladiatoren spielt und in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, haben die Verantwortlichen theoretisch bis Ende Januar. Dann schließt das Transferfenster in der 2. Basketball-Bundesliga.

Der Ausfall des früheren Bayreuther Bundesligaspielers fällt für die Gladiators in eine ohnehin schon schwierige Phase: Neben der Verletzung von Thomas Grün – der nach seinem Muskelfaserriss laut Held in der kommenden oder der darauffolgenden Woche wieder zur Verfügung stehen soll – läuft es auch sportlich momentan nicht rund für den Tabellenachten der ProA. Am Samstagabend kassierte das Team mit der 79:91 (40:36)-Niederlage bei den Nürnberg Falcons bereits die dritte Pleite in Serie.

Während die Gladiatoren nach Spieltagen normalerweise immer einen freien Tag genießen, greift Triers Trainergespann Christian Held und Marc Hahnemann am Sonntag zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: „Wir treffen uns mit jedem Spieler individuell, um ein paar Dinge durchzusprechen“, berichtet Held am Sonntagnachmittag und fügt an: „Wir haben zu viele Spieler, die momentan nicht das bringen, was sie zu leisten im Stande sind – da müssen wir nun Mittel und Wege finden.“

Dabei fand das Team in Nürnberg zu Beginn durchaus die richtigen Mittel und Wege: Auch ohne Simon Schmitz und Thomas Grün war Trier im ersten Viertel das klar bessere Team vor 800 Zuschauern in der Halle am Nürnberger Flughafen. Offensiv lief der Ball gut, immer wieder attackierten die Gäste den Nürnberger Korb, kamen zu Punkten oder wurden gefoult und durften an die Freiwurflinie. Zudem war es eine gelungene Mischung aus Aktionen unterm Korb und aus der Distanz. Auch defensiv war das eine aggressive und wache Vorstellung. Allein acht Nürnberger Ballverluste erzwangen die Trierer in den ersten zehn Minuten.

Die 28:15-Führung nach dem ersten Viertel war vollkommen verdient. Herauszuheben in dieser Phase: Till Gloger, Jordan Geist, Stefan Ilzhöfer und Rupert Hennen. Bemerkenswert, was der gebürtige Trierer da zeigte, auf dessen Schultern nach Schmitz’ Ausfall ab sofort deutlich mehr Verantwortung liegen wird als zuvor. In den folgenden 30 Minuten ging’s allerdings kontinuierlich bergab aus Trierer Sicht. Nürnberg – das mit Marcell Pongo auch einen bedeutenden Ausfall zu verkraften hatte und nur mit einer acht-Mann-Rotation spielte – wurde angeführt vom überzeugenden US-Aufbau Duane Wilson immer besser. Trier verlor offensiv das Tempo und viel zu häufig den Ball (neun Mal allein im zweiten Viertel). Zudem wurden einfachste Korbleger danebengelegt – wo war die Konzentration?

Da sich auch defensiv immer wieder Lücken auftaten, war es zur Pause eine offene Partie (40:36). Die Nürnberger Führung schien jedoch nur noch eine Frage der Zeit. „Wir waren einfach zu unkonzentriert“, kritisiert Christian Held am Sonntag. Er findet: „Das war nichts Taktisches, weil die Taktik zuvor ja ganz offensichtlich funktioniert hat. Wir müssen einfach über 40 Minuten hinweg konzentrierter spielen.“

Nach der Pause blieb Nürnberg das durchweg dominantere Team, ging vier Minuten vor Ende des dritten Viertels durch Sebastian Schröder erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung. Die Gäste – bei denen Jordan Geist noch den einen oder anderen Offensiv-Akzent setzte – kamen danach nicht mehr zurück. Auch Routinier Jermaine Bucknor gelang es nicht, Impulse zu setzen. Zu häufig beschäftigte sich der 36-Jährige mit Entscheidungen der Schiedsrichter.

Fest steht: Gegen Aufsteiger Bayer Leverkusen muss im Heimspiel am Samstag nun dringend ein Sieg her (19.30 Uhr/Arena Trier).