1. Sport
  2. Basketball
  3. Gladiators Trier

Kein Erfolg unterm Bayer-Kreuz: Gladiators Trier verlieren in Leverkusen

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Kein Erfolg unterm Bayer-Kreuz: Gladiators Trier verlieren in Leverkusen

Die Römerstrom Gladiators Trier verlieren in Leverkusen mit 63:71 (38:36) und müssen damit die zweite Niederlage in Serie hinnehmen. Woran es lag, was Coach Christian Held nach dem Spiel sagte und warum es in der Halbzeit laut wurde auf dem Parkett.

Natürlich. Es geht nicht anders: Ist zwar erst der 19. Januar und es sind noch einige Wochen bis zum Beginn des Straßenkarnevals, aber das ist dem Rheinländer an sich doch egal. Die Halbzeitpause in der Partie der Römerstrom Gladiators Trier bei den Bayer GIants Leverkusen am Sonntagabend hat gerade begonnen, da geht’s ab in der Ostermann-Arena. Aus den Lautsprechern dröhnt „Wenn et Trömmelche jeht“ von den Räubern – und es marschiert ein: die Hitdorfer Fährgarde. Kennen Sie nicht? Egal - so viel sei verraten: Es wurde laut. Für ein paar Minuten regierte nun der Karneval auf dem Basketballparkett.

Nach der Partie hielt sich die Karnevalsstimmung bei den zahlreich mitgereisten und lautstarken Gladiators-Fans allerdings in Grenzen. Mit 63:71 (38:36) musste sich ihr Team beim deutschen Rekordmeister geschlagen geben. Und das, obwohl es sehr lange nach einem Auswärtssieg der Jungs von der Mosel ausgesehen hatte.

Zunächst jedoch erwischte Trier keinen guten Start, lag nach Punkten von Nick Hornsby und Sheldon Eberhardt schnell mit sieben hinten (0:7). Die Rheinländer waren besser im Spiel. Das Team von Trainer Christian Held fing sich allerdings in der Folge und ging nach sehenswerten Fastbreak-Punkten von Kyle Dranginis nach sechs Minuten erstmals in Führung (12:11). Doch Leverkusen blieb das bessere Team in den Anfangsminuten. Trier agierte zu ungenau in der Offensive und ermöglichte Bayer zu viele offene Würfe. Die Folge: Triers Rückstand nach den ersten zehn Minuten (14:21).

Doch die Gäste steigerten sich: Schon der Beginn des zweiten Viertels gehörte den Gladiatoren. Zunächst wurde Lucien Schmikale an der Dreierlinie freigespielt und versenkte (17:21). Dann folgte ein Ballgewinn und der Pass auf Kilian Dietz unterm Korb. Der wurde gefoult und verwandelte beide Freiwürfe (19:21). Trier war im Spiel und ging 4:20 Minuten vor der Pause durch Thomas Grün in Führung (28:26).

„Das müssen wir abstellen“: Christian Held im Videointerview über die Gründe der Niederlage in Leverkusen

Kurz darauf sorgte Bayers Dennis Heinzmann dann für ein Kuriosum: Der Job des 2,16 Meter- und 120-Kilo-Mannes („eine imposante Erscheinung“, Christian Held) besteht für gewöhnlich darin, unterm Korb alles abzuräumen, was sich auf ihn zu bewegt.

Doch wenige Minuten vor der Pause zeigte der 28-Jährige, dass er auch anders kann. Die 24-Sekunden-Angriffsuhr seiner Giants lief herunter, die Rheinländer fanden keine Lösung aufgrund der aggressiven Trierer Verteidigung. Dann landete der Ball bei Heinzmann an der Dreierlinie. Da soll er nicht hin, denn aus der Distanz kann Heinzmann das eigentlich nicht. Doch Heinzmann nahm den Dreier gegen Till Gloger und traf – ein Raunen ging durch die Halle, in der einst Größen wie Chris Welp Titel in Serie feierten.

Bis zur Pause blieb die Partie eng. Trier hatte dank des hervorragenden Kyle Drangnis (15 Punkte bis zur Pause) einen leichten Vorteil (38:36).

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich dann ein intensives und wildes Spiel mit wenigen offensiven Highlights auf beiden Seiten: Viele Fouls, viel Kampf, viel Krampf. Trier tat sich sehr schwer gegen Center Heinzmann, fand offensiv nur selten Lösungen gegen den Big Man. Allein Till Gloger wurde mehrfach geblockt.

In der hektischen Schlussphase blieb es bis zum Ende eng. Doch am Ende war Bayer in den entscheidenden Minuten cleverer. Trier fehlte dagegen in mehreren Szenen das Glück sowie das offensive Durchsetzungsvermögen, hinzukamen dann auch noch fragwürdige Entscheidungen der Schiedsrichter.

Christian Held fand nach der Partie: „Das war das erste Spiel dieser Saison, das wir offensiv verloren haben.“ Zwar sei die Leistung defensiv „okay“ gewesen, „aber 63 eigene Punkte sind halt einfach verdammt wenig“.

So verliert Trier am Ende sein zweites Spiel in Folge und trifft am kommenden Samstag zu Hause auf Kirchheim.

Punkte Trier: Adams 4, Dranginis 15, Smit 9, Bucknor 0, Hennen 3, Schmikale 8, Dietz 6, Grün 2, Ilzhöfer 12, Geist 11, Gloger 2 - Viertelstände: 14:21/38:36/48:50/63:71