| 19:28 Uhr

Basketball
Kein Kampf, keine Punkte: Klatsche für die Gladiators

 Jede Menge Redebedarf: Gladiators-Trainer Christian Held spricht in einer Auszeit mit seinem am Sonntag komplett indisponierten Team. Die Trierer gingen mit 55:95 gegen Hanau unter.
Jede Menge Redebedarf: Gladiators-Trainer Christian Held spricht in einer Auszeit mit seinem am Sonntag komplett indisponierten Team. Die Trierer gingen mit 55:95 gegen Hanau unter. FOTO: TV / Willy Speicher
Trier. Die Römerstrom Gladiators Trier haben am Sonntagabend ein Heim-Debakel gegen den Tabellenletzten Hanau erlebt. Wie es dazu kam. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

„Was ist das denn?“ – Sonntagabend in der Arena. Auf dem Feld: die Römerstrom Gladiators Trier gegen die Hanau White Wings. Es sind noch ein paar Minuten bis zur Halbzeitpause, als dieser Ruf eines Fans aus dem Publikum durch die außergewöhnlich stille Arena schallt: „Was ist das denn?“ Mit 23:31 liegen die Gladiatoren zu diesem Zeitpunkt zurück gegen den Tabellenletzten. Hanau bärenstark, Trier ganz schwach. Von den Gladiatoren kommt viel zu wenig – und es sollte noch schlimmer werden … am Ende setzt es eine 55:95 (29:48)-Packung – eine Heimklatsche, wie sie Trier selten erlebt hat.

„Was ist das denn?“ Es ist die Frage des Abends. Die Antwort muss lauten: nicht viel, bis gar nichts von Trier. „Hanau hat verdient gewonnen, sie haben ein super Spiel gemacht – das ist ein Teil der Wahrheit“, findet ein sichtlich angefressener Christian Held nach der Partie: „Aber der andere Teil der Wahrheit ist, dass wir irgendwann aufgehört haben, Defense zu spielen.“

Schon zu Beginn sind die Gäste stärker, agieren mit viel mehr Willen und Einsatzbereitschaft. Dennoch sind die ersten zehn Minuten am Sonntag noch Triers beste Phase.

Knapp 40 Sekunden sind im ersten Viertel noch zu spielen, als es zum ersten Mal so richtig laut wird in der Arena Trier: Da hat Gladiators-Aufbauspieler Rupert Hennen sein Team mit einem Dreier erstmals in Führung gebracht (19:16). Der junge Trierer erhält viele Minuten auf dem Feld und präsentiert sich stark – sieben Punkte und ein Assist sammelt der 21-Jährige allein im ersten Viertel. Viel mehr gibt’s für die Gladiators-Fans bis zum Spielende jedoch nicht mehr zu bejubeln. Es wird ein ganz finsterer Abend.

Die Gäste aus Hessen sind das bessere Team. Der Tabellenletzte verteidigt sehr intensiv und macht das Spiel vorne schnell. Trier fehlt das Wurfglück – daher ist der knappe Rückstand nach zehn Minuten in Ordnung (19:20).

Eine Minute ist in Viertel Nummer zwei gespielt, da nimmt Triers Cheftrainer Christian Held die erste Auszeit: Durch zwei schnelle Dreier ist Hanau auf sieben Zähler davongezogen (19:26). Die White Wings werden immer besser. Mit ihrer Physis stellen die Gäste Trier vor Probleme. Defensiv spielen sie es sehr clever, erzeugen hohen Druck und erzwingen Ballverluste. Und offensiv schließen sie ihre Angriffe konzentriert ab. Trier wirkt beeindruckt, gestattet dem Team von Simon Cote immer wieder Offensiv-Rebounds und legt offensiv zu viel daneben. Nach zwei Punkten plus Bonus-Freiwurf durch Alexander Angerer führen die Gäste viereinhalb Minuten vor der Pause mit 13 Punkten (25:38). Bis zur Pause wird’s immer schlimmer aus Gladiators-Sicht: Hanau ist absolut spielbestimmend. Unterm Korb passiert nicht viel, von außen fällt nichts. Weil es dem Held-Team nicht gelingt, Hanaus starke Offensive zu stoppen, wird der Rückstand immer größer – ein ganz schwacher und seltsam emotionsloser Auftritt der Trierer. Der 29:48-Halbzeitrückstand ist vollkommen in Ordnung.

Und dann, nach der Pause, die Wende? Von wegen. Im Gegenteil, es wird so richtig bitter. Hanau kann offensiv alles machen – es gelingt ihnen auch alles – Trier kriegt die Gäste nicht gestoppt. Zugegeben: Hanau macht es stark, doch wo bitte ist die Trierer Aggressivität, wo das Trierer Aufbäumen? Das ist ganz schwach. Auch offensiv kommt viel zu wenig: Dreier sind keine Option (31 Prozent Trefferquote aus dem Feld), und Triers Langen fehlt die Durchsetzungskraft unterm Korb. Mit 41:75 geht’s ins letzte Viertel – blamabel.

Zum letzten Viertel gibt’s dann nichts mehr zu sagen, außer: Das Spiel ist durch. Am Ende gibt’s Pfiffe von den Rängen.

Punkte Trier: Lewis 10, Smit 7, Bucknor 3, Hennen 12, Dietz 2, Schmitz 2, Ilzhöfer 2, Buntic 0, Gloger 14, Joos 3 – Viertelstände: 19:20/29:48/41:75/55:95 -Zuschauer: 3027