Pleite zum Playoff-Auftakt: Gladiators verlieren deutlich in Nürnberg

Basketball : Bittere Pleite, süßer Kuchen: Die Gladiators zum Playoff-Start (Video/Fotos)

Das war nichts: Die Römerstrom Gladiators Trier haben ihren Playoff-Auftakt bei den Nürnberg Falcons am Samstagabend in den Sand gesetzt. Bei den Franken setzte es eine deftige 74:92-Pleite – am Ende gab’s immerhin Kuchen.

Na toll: Da steht Kevin Smit am Samstagabend um kurz vor 22 Uhr auf dem Feld der Nürnberger Basketballhalle. In den Händen einen Marmorkuchen, den ihm die Fans gebacken haben – und im Kopf diese 74:92-Klatsche. „Echt, den Geburtstag hätte ich mir anders vorgestellt“, sagt der Flügelspieler der Römerstrom Gladiators Trier. „Ich wäre natürlich viel lieber mit einem Sieg nach Hause gefahren.“

Doch daraus wird nichts: Smit und die Römerstrom Gladiators Trier haben das erste Playoff-Viertelfinale bei den Nürnberg Falcons verloren – klar, deutlich und völlig verdient mit 74:92 (37:50).

Trier ist nur in den ersten eineinhalb Vierteln ebenbürtig, danach dominiert Nürnberg die Gäste nach Belieben.

Die Falcons spielen schneller, cleverer, zielstrebiger und verteidigen mit einer wahnsinnigen Intensität. Allen voran Ishmail Wainright: Der US-Amerikaner zeigte eine fantastische Leistung.

Dabei kommen die Gladiatoren gut in die Partie, führen schnell mit 10:4. Es sieht gut aus zu Anfang. Da läuft der Ball noch schnell, da bringen die Gladiatoren die Kugel immer wieder unter den Korb – viel läuft über Kelvin Lewis und Jermaine Bucknor.

Doch ab Mitte des zweiten Viertels übernimmt Nürnberg die Spielkontrolle. Gladiators-Trainer Christian Held gesteht: „Nürnberg hat die Verteidigung umgestellt, deutlich physischer gespielt – das haben wir nicht geschafft anzunehmen.“

Nürnberg überrollt die Gladiatoren in den Minuten vor der Pause. Trier wirkt offensiv kopflos, versucht es viel zu oft aus der Distanz – und trifft nicht.

Gladiators-Coach Christian Held nach Niederlage zum Playoff-Auftakt

Viel zu wenig passiert hingegen unterm Korb. Und defensiv? Ist das nicht genug. Dem Heimteam gelingt es mit schnellem und klugem Passspiel immer wieder, seine Schützen in Position zu bringen.

Und Inside bekommen die Gladiatoren den überzeugenden Ishmail Wainright nicht in den Griff. Der US-Amerikaner ist gefühlt überall – verteidigt überragend gegen Jermaine Bucknor, trifft von außen und stopft - wenn’s sein muss - die Kugel auch mal in den Trierer Korb.

Trier kämpft, keine Frage, ist jedoch zu ausrechenbar. Ein Beispiel kurz vor der Pause: Kevin Smit versucht es glücklos von der Dreierlinie, Kelvin Lewis wirft sich in den Offensiv-Rebound – ebenfalls glücklos. Und dann rollt Nürnberg an. Der Ball landet bei Jackson Kent, der wird durch Smit gefoult und verwandelt im Anschluss die nächsten Nürnberger Punkte.

Während Christian Held am Rand der Kragen platzt – auch eine Auszeit macht es nicht besser – baut Nürnberg die Führung bis zur Halbzeit auf 13 Zähler aus (37:50 aus TR-Sicht).

Und zu Beginn der zweiten Halbzeit? Wird’s noch schlimmer. Wainrigth ist nach wie vor nicht zu stoppen, die Führung wächst (39:56), und vorne gelingt Trier nicht viel.

Christian Held nimmt nach drei Minuten die nächste Auszeit – es wird sehr laut, danach jedoch nicht besser. Im Gegenteil: Nürnberg spielt sich in einen Rausch, ist überhaupt nicht zu stoppen. Trier schaut zu. Defensiv ist das richtig schwach – phasenweise nicht playoff-würdig.

Die Gladiatoren schlafen, immer wieder kommen Nürnberger zu einfachsten Punkten. Und vorne versuchen sie es weiterhin oft von außen. Nürnberg verhindert das Trierer Inside-Spiel – nur Thomas Grün kann ab und an mit seinem starken Zug zum Korb ein paar Akzente setzen. Mit einem 27-Punkte-Rückstand geht’s schließlich ins letzte Viertel (48:75) – den rund hundert lautstarken mitgereisten Trierer Fans ist klar: Das Ding ist durch! Im letzten Viertel wird’s nicht mehr spannend.

Christian Held betont nach dem Spiel: „Gerade als Nürnberg in der ersten Hälfte besser ins Spiel gekommen ist, hatten wir viel zu viele Turnover – man sieht, dass uns Simon Schmitz und Kyle Dranginis schon fehlen.“

Dennoch gibt sich der 30-Jährige kämpferisch: „Wir werden das analysieren, und ich bin mir sicher, dass die Jungs das hinkriegen. Am Mittwoch in Trier mit unseren Fans im Rücken wird das eine andere Geschichte.“

Die vielleicht beste Nachricht des Abends: Noch ist nichts passiert. Am kommenden Mittwoch haben die Gladiatoren die Möglichkeit, in Viertelfinale Nummer zwei die Auftaktniederlage vergessen zu machen (19.30 Uhr/Arena Trier).

Darauf hofft auch Geburtstagskind Kevin Smit, der am Samstag seinen 28. Geburtstag feiert: „Es ist noch nichts passiert. Man braucht bekanntlich drei Siege, um weiterzukommen – das heißt: Für uns ist noch alles drin!“ Und: „Ich möchte mich auch noch mal herzlich bei den Fans für den Kuchen bedanken - den werden wir gleich im Bus auf der Rückfahrt essen.“

Punkte Trier: Lewis 7, Smit 6, Bucknor 12, Hennen 7, Schmikale 8, Dietz 2, Grün 8, Ilzhöfer 6, Gloger 7, Joos 11 – Beste Schützen Nürnberg: Wainright 20, Kent 14, Schröder 13, Pongo 11 – Viertelstände: 23:22/37:50/48:75/74:92

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