Pro A: Gladiators gewinnen 84:83 gegen Hamburg

Basketball : Sieg der Trierer Gladiators: Die Könige der Dramatik schlagen wieder zu

84:83! Thomas Grün beschert den Gladiators kaum noch für möglich gehaltenen Sieg gegen Hamburg.

„Noch so ein Spiel und ich muss die Kündigung einreichen“, sagt Gladiators-Pressesprecher Vincenzo Sarnelli und grinst übers ganze Gesicht. Der 84:83-(44:40)-Krimi gegen Hamburg ist gerade mal zehn Minuten vorbei, die „Humba“ mit den Fans getanzt, Matchwinner Thomas Grün von den Teamkollegen getragen. Endorphin und Adrenalin kommen bei den Gladiators-Fans wieder auf ein normales Maß runter. Nein, ein Abend zum Relaxen war das wieder nicht in der Arena. Wie vor gut einem Monat beim 89:88 gegen Spitzenreiter Vechta krallten sich die Römerstrom Gladiators wieder in allerletzter Sekunde den Heimsieg, den zehnten der Saison. Damals versenkte Jermaine Bucknor den Buzzerbeater von ganz weit draußen. Diesmal ist das Happy-End gefühlt gleich, aber der Weg dahin anders. Als Jonathan Williams gut sechs Minuten vor Schluss die bis dahin stark aufspielenden Hamburger mit 13 Punkten nach vorne brachte (61:74), da rechnete kaum noch jemand mit dem siebten Trierer Heimsieg in Serie. Aber zwei Dreier von Kevin Smit brachten Trier wieder ran, aufgegeben wird nie, jedenfalls nicht in der Arena. „Der Heimvorteil macht uns so stark“, freute sich Cheftrainer Marco van den Berg, der dem Publikum einen nicht unerheblichen Anteil am Sieg attestierte. „Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns.“

Das Drehbuch kam dann auch ohne Klischee aus. Sonst hätte es wohl eher so ausgesehen: Der überragende Mann der Partie, Simon Schmitz, als strahlender Held: 27 Punkte, acht Vorlagen – und das am eigenen Geburtstag und nur zwei Tage nach der Geburt von Sohn Louis. Schmitz nimmt beim Stand von 82:83 in letzter Sekunde den Wurf – und trifft? Nö! Das wäre ja Hollywood für Anfänger. Stattdessen setzt der Aufbauspieler den Ball an den Ring, der Luxemburger Thomas Grün schnappt sich den Offensiv-Rebound, tippt den Ball rein, 84:83, Feierabend, Grün feiert Grün.

Das war für die Hamburger zwar bitter. Sie konnten ihre Negativserie auch bei der Premiere von Trainer Benka Barloschky („Ich nicht stolz auf die Mannschaft“) nicht stoppen. Für die Towers war es die zehnte Pleite im elften Spiel. Und das, obwohl die Gäste in Trier überzeugten und die beiden Ex-Trierer Adin Vrabac und Tony Canty zwischenzeitlich auftrumpften. Canty ließ gegen Ende aber auch ein paar Chancen liegen – sonst hätten Grün & Co. wohl nichts mehr zu jubeln bekommen.

Einen Dämpfer hatten die Gladiators vor Spielbeginn hinnehmen müssen: Johannes Joos, zuletzt in herausragender Form, musste passen. Der 23-Jährige hatte sich im Abschlusstraining eine Knieverletzung zugezogen. Mit einer genauen Diagnose ist voraussichtlich am Montag zu rechnen. Es sieht aber aktuell nicht so aus, als könnte Joos beim Auswärtsspiel beim Tabellendritten Karlsruhe am kommenden Samstag dabei sein. Für die Aussichten auf die Playoff-Teilnahme war der Gladiators-Sieg gegen Hamburg immens wichtig: Die Trierer bleiben Siebter.

Gladiators: Schmitz 27, Bucknor 19, Dranginis 7, Shoutvin 7, Smit 6, Alston 6, Ilzhöfer 6, Grün 4, Nortmann 2

Beste Schützen Hamburg: Canty 18, Williams 18

Viertelstände: 17:18, 44:40, 59:64, 84:83

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