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Römerstrom Gladiators Trier verlieren gegen die Rostock Seawolves

Basketball : Starke zweite Halbzeit wird nicht belohnt: Gladiators unterliegen Rostock

Das war knapper als viele erwartet hatten: Die Römerstrom Gladiators verlieren gegen den Tabellenführer aus Rostock, zeigen aber eine Leistung, auf der sie aufbauen können.

Die Römerstrom Gladiators zeigten sich am Donnerstagabend stark verbessert im Vergleich zu den vergangenen Spielen. Gegen den Tabellenführer waren die Moselaner vor allem in der zweiten Halbzeit mindestens ebenbüritg – verloren am Ende dennoch knapp mit 79:84.

Durchaus überraschend: Auch aufgrund der Verletzungssorgen bei den Gladiators stand der junge Center Jonathan Almstedt erstmals in der 2. Basketball-Bundesliga in der Starting Five. Er sollte es gegen die starken Big Men des Tabellenführers von der Ostseeküste schwer bekommen, was sich gleich zu Beginn der Partie zeigte. Rostock traf von Anfang an hochprozentig, wodurch Trier nach wenigen Minuten mit 1:6 hintenlag.

Das erste kleine Ausrufezeichen aus Sicht der Gladiators setzte Thomas Grün mit einem Dreier. Rostock kombinierte sehr schnell und forcierte dadurch immer wieder freie Würfe (4:11). Auf Seite der Moselaner zeichnete sich offensiv ein ähnliches Bild ab wie bei der Niederlage eine Woche zuvor in Tübingen: Immer wieder nahm das Team schwierige Würfe, die es ebenso wenig traf wie gelegentliche freie Würfe. Thomas Grün war der einzige Trierer, der in den ersten sieben Minuten scoren konnte (7:15). Dazu gesellten sich mehrere unnötige Ballverluste (sieben im ersten Viertel). Am Ende des ersten Spielabschnitts lagen die Moselaner 15:21 hinten.

Trier kam durch einen starken And-One (erfolgreicher Zweipunktversuch plus Freiwurf) von Kevin Smit und einen Dreier von Vincent Hennen gut ins zweite Viertel und konnte ausgleichen (21:21). Doch die Seawolves profitierten von ihrer Erfahrung und konterten ebenfalls mit einem And-One und einem Dreier. Aber Trier blieb zumindest dran (25:30). Das Problem der Gladiators: Rostock fand immer besser in die Partie und spielte derart dominant, wie man es erwartet hatte.

Vor allem auch durch die starke Breite im Kader, vor der Gladiators-Headcoach Marco van den Berg vor der Partie gewarnt hatte, setzten immer wieder andere Seawolves Ausrufezeichen (27:39). Es zeichnete sich zwischenzeitlich ab, dass das Spiel nun deutlich werden könnte (31:46). Aber: Dem sollte nicht so sein. Wieder ein kurzer ordentlicher Zwischenspurt sorgte dafür, dass die Gladiators die Halbzeit mit einem passablen Rückstand gegen den Tabellenführer beendeten (36:48). Beste Trierer Scorer waren Chase Adams und Thomas Grün (jeweils sieben Punkte).

Zum Start in die zweite Halbzeit stimmte der Einsatz bei den Gladiators. Auch offensiv lief es jetzt (bis auf einen sehr schwachen, weil völlig freien Zweipunkt-Airball von Robert Nortmann) gut. In den ersten vier Minuten der Halbzeit konnte konsequent abgeschlossen werden – die Gladiators kamen bis auf sieben Punkte ran (46:53). Sollte hier tatsächlich eine Aufholjagd der Moselaner bevorstehen?

Das Team von Marco van den Berg stand jetzt defensiv sicherer und zeigte offensiv eine Leistung, die nichts mit der der Vorwoche in Tübingen gemein hatte (49:53). Allen voran der junge Jonathan Almstedt traf immer wieder Dreier – Rostock schien beeindruckt und ließ sich die Führung aus der Hand nehmen. Nach einem starken Steal von Rupert Hennen glichen die Gladiators tatsächlich gegen den Tabellenführer aus (58:58). Die Aufholjagd lief, Trier beendete das dritte Viertel mit einer Führung (61:60).

Was wohl in der ersten Halbzeit die wenigsten erwartet haben dürften, wurde jetzt Wirklichkeit: Trier schnupperte an einer Sensation gegen den Tabellenführer. Auch der Start ins entscheidende Viertel gelang den Moselanern besser als den Seawolves. Zwei Faktoren sollten jetzt entscheidend sein: die Kraft und die Erfahrung. Auf dem Papier sprach beides für den Trierer Gegner. Auch auf dem Platz zeigte sich das jetzt. Rostock wechselte seine gefährlichsten Waffen ein und schnappte sich die Führung zurück (63:67).

Trier hielt jedoch vor allem mit starkem Kampf dagegen und erkämpfte sich immer wieder Freiwürfe und hielt das Spiel sehr ausgeglichen (70:71). Es entwickelte sich ein hart umkämpftes Spiel, das eher durch Einsatz als durch spielerische Finesse entschieden werden sollte. Auch wenn Trier sich einen Korb und Rebound nach dem anderen erkämpfte, konnte Rostock fast immer kontern. Doch auch auf Seiten des Tabellenführers schlichen sich jetzt leichte Fehler ein (74:76). Leider – aus Trierer Sicht – waren die Seawolves in den entscheidenden Momenten dann doch mit jeder Menge Coolness zur Stelle und entschieden die Partie für sich. Trier verlor mit 79:84.

Dennoch: Mit einer Leistung wie der in der zweiten Halbzeit müssen sich die Trierer Korbjäger nicht verstecken. Auch wenn der Kampf um die Playoffs durch diese Niederlage wieder ein Stück unwahrscheinlicher wurde, dürfte das Team von Marco van den Berg auf diese Performance durchaus aufbauen können.