Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Gladiators Trier kassieren Heimniederlage gegen Rostock (Update mit Stimmen)

Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier hat sein Heimspiel am Samstagabend gegen die Rostock Seawolves mit 68:73 (40:37) verloren. Nach dem Spiel folgen deutliche Worte vom Cheftrainer.

Christian Held ist bedient. Das, was sein Team da in den letzten Minuten gegen die Rostock Seawolves gezeigt hat, lässt ihn ratlos zurück. „Wir können nicht so spielen, wie wir es in den letzten drei Minuten gemacht haben“, schimpft der 31-Jährige, „das geht nicht“. Mit 68:73 (40:37) hat Trier am Samstagabend gegen die Norddeutschen verloren – und das, obwohl es doch mehr als drei Viertel lang so ausgesehen hatte, als wären die Grün-Weißen auf einem sehr guten Weg zum nächsten Heimsieg.

Es ist von Beginn an eine ausgeglichene Partie vor nur 1913 Zuschauern in der Arena Trier. Nachdem die Gäste von der Ostsee den besseren Start erwischen (7:13), steigert sich Trier bis zum Viertelende zunehmend und geht nach einem Dreier von Kyle Dranginis mit einer knappen aber verdienten Führung in die erste Viertelpause (25:23). Besonders auffällig in den ersten zehn Minuten: Simon Schmitz. Nach diversen Blessuren in den vergangenen Wochen trifft der Kapitän drei von drei Dreiern im ersten Spielabschnitt – leider wird ihm das Wurfglück in den entscheidenden Szenen am Ende der Partie abhanden kommen …

In Viertel Nummer zwei ist Trier weiterhin das spielbestimmende Team. Auch wenn nicht alle Würfe fallen, ist es bemerkenswert, mit welcher Intensität sich die Gladiators reihenweise Offensiv-Rebounds erarbeiten – einziges Manko: Es gelingt dem Held-Team nicht, die Dominanz am offensiven Brett in eine größere Führung umzuwandeln. Wer weiß, hätte Trier seine Angriffe in dieser Phase entschlossener zu Ende gespielt, und viele einfache Würfe – darunter auch einige Freiwürfe – nicht danebengelegt, wäre vielleicht alles anders gekommen.

So geht’s mit einer knappen Trierer Führung (40:37) in die Kabinen. Beim Blick auf die Statistik sticht zur Pause das Reboundverhältnis ins Auge (25:10 aus Trierer Sicht, darunter neun Trierer Offensiv-Rebounds).

Auffällig zudem: Es ist eine geschlossene Teamleistung. Kein Gladiator hat nach 20 Minuten mehr als zehn Punkte erzielt, zudem haben bis auf Stefan Ilzhöfer bereits alle Spieler gepunktet.

Wichtig außerdem: Rostock versucht alles, um Till Gloger aus dem Spiel zu nehmen. Auch wenn der 26-Jährige diesmal nicht derart hervorsticht wie in den vergangenen Partien, ist er unterm Strich wieder der beste Trierer, was nicht nur seine 17 Punkte und sechs Rebounds belegen.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit erwischt Trier den besseren Start. Kyle Dranginis klaut den Rostockern direkt in deren ersten Angriff den Ball, und Trier zieht in den darauffolgenden Minuten auf sechs Zähler weg (45:39). Doch Rostock, das den Aufstieg in die BBL anpeilt, bleibt im Spiel, liegt 4:30 Minuten vor Ende des dritten Viertels nach Dreiern des früheren Crailsheimers Martin Bogdanov und Mauricio Marin plötzlich wieder in Führung (47:51).

Christian Held nimmt das Time-Out. Danach spielt Trier offensiv wieder deutlich zielstrebiger, findet Till Gloger unterm Brett und geht kurz darauf durch Stefan Ilzhöfers erste Punkte erneut in Führung (53:51). Mit einem hauchdünnen Gladiators-Vorsprung (53:52) geht’s in die letzten zehn Minuten.

Zunächst sieht es gut aus. Till Gloger und Rupert Hennen sorgen für sehenswerte Trierer Aktionen. Nach zwei weiteren Zählern durch Jordan Geist liegt der Gladiators-Vorsprung bei sechs Zählern (61:55). Der fünfte Saisonsieg scheint zum Greifen nah – doch es wird nichts.

Rostock übernimmt die Spielkontrolle, spielt es richtig clever, attackiert das Held-Team immer wieder in Korb-Nähe. Die Folge: Die Norddeutschen treffen die Würfe, oder werden gefoult und dürfen an die Freiwurflinie. Trier dagegen spielt fahrig und schaut zu. Plötzlich attackieren die Gladiatoren die Gäste nicht mehr in der Zone, verwerfen stattdessen einen Dreier nach dem anderen.

Als Christian Held 1:02 Minuten vor dem Ende die zweite Auszeit innerhalb von nur 45 Sekunden nimmt, liegt sein Team bereits mit 68:73 hinten. Jetzt sind die Führungsspieler gefragt. Trier versucht es weiter nur noch aus der Distanz – und das vergeblich: Simon Schmitz, Jermaine Bucknor Jordan Geist legen in den folgenden Sekunden vier Dreier neben den Korb. Das war’s. Trier kassiert die fünfte Saisonniederlage und rutscht auf Rang neun ab.

Nach dem Spiel betont Christian Held: „Klar, Rostock hat uns in der zweiten Halbzeit richtig stark verteidigt, nur 28 Punkte zugelassen. Aber wir hatten es am Ende dennoch in der Hand – nur so wie wir es in den letzten Minuten gespielt haben, kann man nicht auftreten.“

Namentlich wolle er keinen seiner Spieler nennen, so Held, stattdessen betont der 31-Jährige: „Wir haben das als Team nicht gut gemacht.“

Am 16. November geht’s für Trier in Nürnberg weiter.

Punkte Trier: Dranginis 5, Smit 3, Bucknor 10, Hennen 5, Schmikale 8, Dietz 1, Schmitz 12, Ilzhöfer 2, Geist 5, Gloger 17 - Viertelstände: 25:23/40:37/53:52/68:73 - ZS: 1913