Trotz Super-Geist: Gladiators Trier verlieren Verlängerungs-Krimi

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Was für ein Krimi! Die Gladiators Trier verlieren vor 2634 Zuschauern in der Verlängerung gegen die MLP Academics Heidelberg mit 97:104. Dabei hätte ein extrem starker Jordan Geist sie mit seiner Saisonbestleistung fast gerettet.

Dass Geist das Spiel in seine Hände nehmen will, erkennt man an diesem Blick. Mitte des dritten Viertels, direkt nachdem er einen Dreier verwandelt hat, blickt Triers Nummer 17 auf die Tribüne, lächelt leicht verschmitzt und ist kurz unkonzentriert. Aber nur kurz, denn dann ist er sofort wieder da. Defensive. Kampf für das Team.

Jenes Team, die Römerstrom Gladiators Trier, profitieren vom Start weg von Geists Vorstellung. Schon nach dem ersten Viertel stehen sechs Punkte, drei von drei Würfe aus dem Feld rauschen durch das Korbnetz. Das Problem zu diesem Zeitpunkt: der extrem starke Gegner aus Heidelberg, der im ersten Viertel besonders mit zwei Waffen immer wieder kontert, was Trier vorlegt: Die 2,12 Meter von Armin Trtovac unter dem Korb und die Dreierstärke von Davonte Lacy, der zwei Dreier versenkt. So steht’s nach dem ersten Viertel 21:25 für Heidelberg.

Das zweite Viertel beginnt Trier besser, nutzt anfangs leichte Fehler der Gäste aus. Was vom ersten Viertel bleibt, sind die Heidelberger Konter. Symptomatisch: Als Trier mit 32:40 hinten liegt, holt Antreiber Jermaine Bucknor seine ganze Erfahrung heraus und bedient den bis dahin blassen Till Gloger über das ganze Feld. Eine psychologisch wichtige Aktion, die allerdings durch ein Vier-Punkt-Spiel von Davonte Lacy gekontert wird. So steht es zur Pause 43:47 für Heidelberg.

Dann kommen die Minuten von Jordan Geist. Mit oben beschriebener Aktion stellt er das Spiel fast im Alleingang auf zwischenzeitlich 62:50. Komfortabel? Trügerisch. Denn als Triers Nummer 17 den Platz verlässt, verlässt die Gladiators der Offensivgeist. Das Privatduell zwischen ihm und Lacy entflammt wieder, dieser führt sein Team auf 69:65 zum Ende des dritten Viertels heran. Lacy steht zu diesem Zeitpunkt bei 19 Punkten, Geist bei 23. 

Im vierten Viertel dauert es fast vier Minuten, bis die ersten Punkte fallen – für Heidelberg. Aber Trier hat am Mittwochabend einen bärenstarken Jordan Geist, der mit seinem vierten Dreier auf persönliche 26 Punkte und 72:67 stellt. Sein Widersacher Lacy führt Heidelberg zum zwischenzeitlichen 76:80. Ein wahnsinnig knappes Spiel, zwei Minuten vor Schluss. Die Halle bebt. Trier braucht Geist – der liefert und zieht das wohl wichtigste Foul des Spiels, gegen seinen Widersacher Lacy, der damit ausgefoult ist und raus muss. Es bleibt bei Lacys 24 Punkten. Und beim Unentschieden von 82:82, Verlängerung. Mehr Nervenkitzel geht nicht.

Und wer ist da? Klar, Jordan Geist. Dreier, 32 Punkte, Saisonbestleistung. Und noch einer. 35. 90:91, zwei Minuten vor Schluss. Aber Heidelberg ist zu stark, kontert immer wieder selbst mit Dreiern – und ist am Ende zu stark und gewinnt. Jordan Geist hat das Spiel an sich gezogen, am Ende stehen 38 Punkte – und doch die Niederlage. Dennoch: ein starker Auftritt der Gladiators.

Für die geht es schon am Samstag weiter. Dann ist das Team von Coach Christian Held bei den Uni Baskets Paderborn zu Gast.

Punkte: Adams 0, Dranginis 5, Smit 11, Bucknor 14, Hennen 0, Schmikalke 0, Dietz 3, Grün 6, Ilzhöfer 14, Geist 38, Gloger 4

Viertelstände: 21:25, 43:47, 69:65, 82:82, 97:104

Zuschauer: 2643