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Von A bis Z mit Marco van den Berg, Römerstrom Gladiators Trier

Von A bis Z mit Marco van den Berg : „Idealer Schwiegersohn? Bitte nicht auf’m Platz!“

Gladiators-Coach Marco van den Berg spricht vor dem Saisonstart – von A wie Assists über M wie Meisterschaft bis Z wie Zusammenhalt.

Es geht wieder los! Ab Freitag wird in der Arena Trier wieder Basketball gespielt. Nachdem in der Vorbereitung oft Dinge wie das Hygienekonzept Thema waren, beleuchtet der TV im Gespräch mit dem Trainer der Römerstrom Gladiators die sportliche Situation vor dem Saisonstart. Ganz ohne C wie Corona – versprochen.

Assists: „Das ist nach den Rebounds die zweitwichtigste Statistik im Basketball. Wir sind da nicht so schlecht bislang, können sehr vielseitig sein.“

Bucknor: „Jermaine hat einen Teil der Vorbereitung verletzungsbedingt verpasst, ist noch nicht fit. Ich hoffe, dass er am Freitag spielen kann.“

Center: „Da haben wir noch immer Probleme. Wir hatten in der Vorbereitung sehr viele Verletzungssorgen, unter anderem fällt Brody Clarke höchstwahrscheinlich für die gesamte Saison aus. Robert Nortmann hat aus familiären Gründen vergangene Woche nicht trainiert. Kalidou Diouf kommt erst langsam in Form. Das ist unsere Sorgeposition.“

Dreier: „Dreier = Kevin Smit. Wir treffen bisher schon gut genug, bewegen den Ball gut. In der bisherigen Vorbereitung ist vor allem Kevin Smit sehr gut darin, sich einen Lauf zu erarbeiten und mehrere Dreier nacheinander zu treffen.“

Ehingen: „Unser dritter Gegner diese Saison. Coach Dominik Reinboth ist schon ewig da. Ehingen hat ein gutes Jugendprogramm, aus dem wir schon viele Spieler bekommen haben. Es ist gut, dass es Vereine in Deutschland gibt, die ein solches Institut haben.“

Field-Goal-Percentage: „Die wird dann hochgehen, wenn unsere Spieler auf der 5er-Position (Center) fit sind.“

Grof: „Jonas ist ein großes Talent, das wir dazu bekommen haben. Er muss sich bei uns einleben, ist gerade mitten in diesem Prozess.“

Heidelberg: „Unser Gegner zum Auftakt am Freitag. Er ist etwas weiter als wir. Ich bin für viele meiner Spieler neu, Heidelberg wird seit vielen Jahren vom selben Trainer gecoacht. Aber wir spielen zu Hause – und ich will jedes Heimspiel gewinnen.“

Invictus: „Unser Motto. Das prägt uns auch diese Saison und zeichnet uns aus. Keine andere Mannschaft wird uns rausarbeiten.“

Jeder fit? „Nein, wir haben noch Ausfälle. Bei Jermaine hoffen wir auf die Medizingötter. Robert Nortmann erwarten wir zurück, Brody Clarke wird ausfallen. Dafür testen wir Neuzugang Kyle Steinenga. Bisher haben wir noch kein Spiel mit dem ganzen Kader spielen können.“

Konkurrenz: „Ich muss die anderen Teams erst sehen, um das zu beurteilen. Wenn es um Kampfgeist geht? Dirk Bauermann lässt seine Teams immer gut verteidigen, dadurch wird Rostock eine starke Mannschaft sein. Ich will jeden schlagen. Es gibt natürlich Teams mit einem größeren Etat, aber Geld ist nicht alles – am Ende geht es auch um die Einheit in der Mannschaft.“

Leader: „Jede Mannschaft braucht zwei bis drei Leader. Das müssen Spieler sein, die nicht verletzt sind, diese Spieler müssen auf dem Platz anwesend sein und funktionieren. Einen Leader aus der Distanz gibt es nicht. Wer das bei uns sein wird, kristallisiert sich noch heraus.“

Meisterschaft: „Ich bin drei Jahre hier unter Vertrag und möchte den Titel mindestens einmal mit den lieben Menschen in Trier feiern.“

Neuzugänge: „Für mich sind Spieler wie Chase Adams auch Neuzugänge, weil ich sie noch nicht gecoacht habe. Die Integration läuft bei jedem Spieler anders. Dieser Prozess ist in meiner Karriere noch nie schiefgegangen. Wenn ein Spieler nicht will, dann zeigt sich das, und dann trennen wir uns. Aber die meisten haben einen guten Willen, und dann entwickeln sie sich auch. Auch dabei hilft es, wenn die Mannschaft komplett ist und jeder in seine Rolle hineinwächst.“

Offensive: „Die gefällt mir bisher echt gut. Wir bewegen den Ball immer besser. Wir haben in den Testspielen teilweise auch hoch gescored. Wir sind bei 60 Prozent von dem, was ich sehen will. Jetzt geht es um individuelle Dinge. Aber die Offensive ist weiter als die Defensive.“

Problemzone: „Wir spielen noch zu wenig kraftvoll, deswegen haben wir beim Rebound Probleme. In die Defensive muss man hineinwachsen, das wird immer erst im Laufe der Saison besser. Aber wenn Bucknor, Diouf und Nortmann nicht dabei sind, dann können wir so hart kämpfen wie wir wollen – der Gegner ist einfach 20 Kilo schwerer, was es schwierig macht.“

Quakenbrück: „Unser zweiter Gegner. Ein toller Standort. Er sollte noch mehr mit seiner eigenen Jugend arbeiten. Aber es ist immer schön, dort zu spielen.“

Rebound: (lacht) „Wir arbeiten daran. Wir werden am Ende der Saison sehr, sehr gut sein. Wir haben das Ziel, 75 Prozent am eigenen Brett und 40 Prozent am gegnerischen Brett zu holen. Das ist das Fundament für unseren Erfolg. Egal wie schlecht wir werfen, wir werden immer  gut rebounden. Es gibt da keine Ausreden, wir trainieren das und haben gute Jungs dafür. Aber es wäre schön, mal zu sehen, wie das mit der kompletten Mannschaft aussieht.“

Starting Five: „Total unwichtig. Viele Spieler performen als Starter gut, aber auch von der Bank. Bei mir spielt jeder, der unter den zehn Spielern im Kader ist. Außer er begeht eine große Sünde. Wenn er nicht rebounden will oder egoistisch zockt – dann spielt er nicht.“

Turnover: „Nach Rebounds und Assists die drittwichtigste Zahl im Basketball. Die Assistquote muss immer höher sein als die der Turnover. Wir sind da gar nicht so schlecht. Wir spielen eine sehr demokratische Offensive, bei der der Ball oft die Hände wechselt. Das ist eine turnoverlastige Spielweise. Ich bin zwar nicht immer zufrieden, aber wir sind auch nicht perfekt.“

US-Amerikaner: „Schauen Sie sich an, was die für einen Präsidenten haben. Wir haben da gute Jungs im Kader, die gerne in Deutschland sind und verstehen, dass Deutschland ein besseres Land ist.“

Verteidigung: „Ein paar Begriffe: Willenssache, Invictus, Taking Souls, mentale Härte, Fight, existenzielle Leidenschaft – darum geht’s. Taktisch versuchen wir in der Defensive schon alles zu spielen. Charakterlich muss der Spieler den Übergang vom idealen Schwiegersohn zum Straßenkämpfer schaffen. Ein idealer Schwiegersohn muss man bei der Schwiegermutter sein. Aber nicht auf dem Basketpallplatz, bitte! Dieser Prozess dauert länger – auch bei den idealen Schwiegersöhnen, die wir im Team haben.“

Wille: „Wille ist, wenn der andere eine Kaffeepause machen will, dann musst du den Willen haben, diesen Kaffee abzulehnen. Da geht es nicht mehr um Talent, sondern darum, wie weit man im Vergleich zu seinem Gegner bereit ist zu gehen.“

X-mal gesagt: „Ich hab den Jungs x-mal gesagt: ‚Two hands, two feet’. Wir trainieren fundamental auf Rebounding. Bei einem guten Rebound springst du mit zwei Füßen ab und fängst den Ball mit zwei Händen.“

Youngster: „Da bin ich sehr begeistert, wie sich die Gladiators weiterentwickelt haben. Vincent Hennen beginnt sich zu etablieren. Jonathan Almstedt spielt schon echt mit – das muss er auch, weil wir viele Verletzte auf der Position haben. Da kommt viel nach. Wir müssen die Menschen, die dafür verantwortlich sind, echt loben. Das ist die Zukunft des Trierer Basketballs.“

Zusammenhalt: „Am Ende der Saison wird abgerechnet. Mein Ziel ist, dass die Mannschaft so zusammenwächst, dass sie unter Hochdruck nicht auseinanderfällt. Am Anfang gewinnen Teams wegen Talent oder weil Spieler sich beweisen wollen. Am Ende entscheidet der Zusammenhalt, und ob eine Mannschaft liebt, was sie tut. Es darf keine Arbeit mehr sein, sondern etwas, wofür du einen Arm verlieren würdest.“