1. Sport
  2. Basketball
  3. Gladiators Trier

Vorbericht: Römerstrom Gladiators Trier gegen Rostock Seawolves

Basketball : Gladiators empfangen Rostock: Kein günstiger Zeitpunkt für ein Wiedersehen

Formschwach, verletzungsgeplagt – und jetzt kommt der Tabellenführer: Die geschwächten Gladiators müssen gegen Rostock und drei alte Bekannte gewinnen, wollen sie zumindest die Playoff-Chance wahren.

Es gibt diese Momente im Leben, da passt das Timing einfach nicht. Man trifft die richtige Frau zur falschen Zeit, hat in der Schule gerade dann nicht gelernt, wenn ein Überraschungstest ansteht, besucht einen Freizeitpark, als plötzlich Starkregen herunterprasst ... oder man empfängt den Tabellenführer der 2. Basketball-Bundesliga, wenn man ihn gerade ähnlich gut gebrauchen kann wie einen Migräneanfall während des ersten Dates.

Ähnlich dürfte es den Römerstrom Gladiators Trier gerade gehen. Denn die empfangen heute Abend Spitzenreiter Rostock Seawolves (ab 19.30 Uhr, live bei sportdeutschland.tv). Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig, die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein. Während die Gladiators zuletzt dreimal in Folge verloren und nur noch durch eine Siegesserie in den verbleibenden fünf Partien die Playoffs erreichen könnten, thronen die Seawolves nach sieben Siegen am Stück dort, wo sie hinwollen: ganz oben. „Rostock reist natürlich als großer Favorit an und bringt eine der stärksten Mannschaften der Liga mit. Ihre Mannschaft ist bereit für den Aufstieg und so spielen sie zuletzt auch“, warnt Gladiators-Headcoach Marco van den Berg. Der Gegner sei auf jeder Position „zweifach, teilweise sogar dreifach besetzt“.

Die Partie gegen Trier wird für drei Rostocker auch die erstmalige Rückkehr in die alte Heimat: Till Gloger und Stefan Ilzhöfer gehen seit dieser Saison für die Seawolves auf Korbjagd, Ex-Gladiators-Coach Christian Held fungiert jetzt als Assistent des ehemaligen Bundesligatrainers Dirk Bauermann. Sie könnten ihrem früheren Verein also einen weiteren – vielleicht entscheidenden – Rückschlag im Playoff-Rennen verpassen.

Denn will Trier (aktuell zehn Siege aus 23 Spielen) noch in die Endrunde einziehen, dann müssen mindestens vier Siege aus den letzten fünf Spielen her. Auch die genügen nur, wenn die vor ihnen platzierten Teams aus Schwenningen, Artland und Kirchheim (jeweils 14 Siege aus 26 Spielen) ihre Hausaufgaben nicht machen. Bedeutet: Verliert Trier gegen Rostock, dann helfen nur noch vier Siege aus den vier verbleibenden Spielen sowie zwei Niederlagen der Artland Dragons (gegen die Trier den direkten Vergleich für sich entscheiden konnte) in ihren verbleibenden Spielen gegen Jena und Tübingen. Es müsste also sehr viel zusammenkommen.

Wohl auch deshalb will das Team nach Aussage ihres Coaches „unbedingt gewinnen und die Chance auf die Playoffs wahren“. Was den Moselanern dabei nicht unbedingt in die Playoff-Karten spielt: Center Austin Wiley fällt für den Rest der Saison aus (der TV berichtete). Auch Power Forward Matt Freeman konnte in den vergangenen Wochen aufgrund eines Ergusses im Knie nicht mitwirken. Dazu klagten Robert Nortmann und Jonathan Dubas im letzten Spiel über Kniebeschwerden. „Wir wollen den Rest der Saison so gut wie möglich und erfolgreich zu Ende spielen. Aufgrund der Verletzungen im Kader müssen wir unser Spiel anpassen und in diesen Rahmen den bestmöglichen Basketball spielen“, sagt Marco van den Berg. Gegen den Gast von der Ostseeküste, dessen Kaderbreite es „unglaublich schwer macht, sie vorher einzuschätzen“, müsse man deswegen vor allem den Basketball spielen, den man für richtig halte.

Denken wir zum Abschluss aus Gladiators-Sicht positiv: Ein Sieg gegen den Tabellenführer wäre der ideale Start in die nötige Siegesserie.