Gute Nachricht in schlechter Zeit: TBB darf Saison zu Ende spielen - Am Sonntag gegen Göttingen

Gute Nachricht in schlechter Zeit: TBB darf Saison zu Ende spielen - Am Sonntag gegen Göttingen

Kein Ende mit Schrecken: Die TBB Trier hat genügend Mittel, um die 25. Saison in der Basketball-Bundesliga zu Ende zu spielen - das hat die Liga bestätigt. Am Sonntag soll die Arena im Spiel gegen Göttingen noch mal richtig voll werden (20 Uhr, Arena/Sport1 live).

Trier. Manchmal vermiest die Gegenwart die schönen, fetten, liebevoll geplanten Sportjubiläen. Eintracht Trier feierte vor zehn Jahren aufwendig den 100. Geburtstag. Und stieg wenige Wochen später aus der zweiten Liga ab. Im Trierer Basketball jährt sich heute zum 25. Mal der Aufstieg in die Bundesliga. Die TBB feiert das ab 19 Uhr in der Arena Trier.

Die Aussichten, im nächsten Jahr weiterhin erstklassig zu spielen, sind beim finanziell angeschlagenen Club aber denkbar mau. Trotz der guten Nachrichten von Freitag: Die Saison kann wie geplant zu Ende gespielt werden. Das bestätigte der Lizenzliga-Ausschuss der BBL. "Wir freuen uns, dass uns das in der Kürze der Zeit gelungen ist", sagt Guido Joswig, Sprecher des vorläufigen TBB-Insolvenzverwalters Thomas Schmidt. "Das war eine Teamarbeit mit viel Engagement." Das heißt: Die Trierer können die notwendigen Ausgaben und Sachkosten für den Rest der Saison decken. Es soll auch kein Spieler in der laufenden Saison den Club verlassen - auch wenn es Anfragen gegeben habe. Joswig: "Wir werden keinem Spieler die Freigabe geben. Das haben wir auch der BBL so kommuniziert." Die Spielerverträge seien weiterhin gültig.

Zudem hofft Joswig darauf, dass es nicht bei den von der Liga verhängten acht Punkten Abzug wegen des Insolvenzantrages und falscher Angaben an die Liga bleiben wird. "Wir haben Einspruch dagegen eingelegt und kämpfen darum, dass wir das reduziert bekommen." In der nächsten Woche sei mit einer Entscheidung zu rechnen.
Mit dem "Ja" zum Weiterspielen ist zumindest die akute Ungewissheit weg. "Wir wussten vorher gar nicht, ob das Spiel am Sonntag gegen Göttingen überhaupt stattfinden würde", sagte TBB-Cheftrainer Henrik Rödl, der von einer "schwierigen Situation für das Team" spricht: "Das Feedback, das wir in den vergangenen Tagen in der Stadt und von überall her bekommen haben, war aber sehr eindrucksvoll. Das hat uns sehr berührt."

Wie es nach den letzten sieben Saisonspielen weitergehen wird, ist offen. Bis Dienstag will die TBB die Lizenzunterlagen für die Pro A (zweite Liga) einreichen. Joswig sieht die Trierer dafür gut aufgestellt. Der Etat werde dann drastisch reduziert, Zahlen nennt Joswig nicht.

Ob sich die Trierer auch erneut um eine BBL-Lizenz bewerben (die Frist läuft bis zum 15. April), ist offen. Dazu müsste es sportlich herausragend laufen. Aktuell hat die TBB nach dem Acht-Punkte-Abzug als Tabellenvorletzter jeweils drei Siege weniger auf dem Konto als Tübingen und Bremerhaven. AF
Extra

BG Göttingen - Moment mal, da war doch was, oder? Richtig, gegen den Aufsteiger aus Niedersachen hat die TBB Trier ihren in dieser Saison ersten Auswärtssieg gefeiert. Am 12. Oktober war das. Damals gewannen die Rödl-Jungs mit 87:73 bei den Veilchen. Vor dem Rückspiel in der Arena Trier am Sonntag (20 Uhr) haben sich die Kräfteverhältnisse allerdings komplett verändert. Während die TBB ums blanke Überleben kämpft, mischt der Aufsteiger die Liga auf. Momentan belegt das Team von Coach Johan Roijakkers Tabellenplatz elf. In der vergangenen Woche hat die BG zum zweiten Mal in dieser Saison gegen den Deutschen Meister Bayern München gewonnen. Das Team darf sich berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs machen. Star ist nach wie vor Ex-NBA-Akteur und Spielmacher Khalid El-Amin, der in dieser Spielzeit auf 14,6 Punkte im Schnitt kommt. Bei der TBB sind bis auf Tony Canty alle mit an Bord. Auch Jermaine Anderson ist am Sonntagabend einsatzbereit. mfr