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Hoffen auf die Relegation

Hoffen auf die Relegation

Die Professionalisierung im Basketball ist in den vergangenen Jahren nicht nur im Männerbereich Zug um Zug intensiviert worden. Sie findet ihren Niederschlag vielmehr auch in der Schaffung der beiden Nachwuchsbundesligen und den Mindestanforderungen, die vor allem an Bundesligisten gestellt werden.

Trier/Köln. Nachwuchsarbeit ist nicht umsonst zu haben, aber sie zahlt sich aus. Nicht von ungefähr hat sich Basketball-Bundesligist Trier mehr als jeder andere Erstligist die Intensivierung der Talentförderung auf die Fahnen geschrieben. Mit einem Jahr Verspätung war die TBB in der Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) dabei, weil der Verein zunächst einmal in der Männer-Landesliga testen wollte, ob die Installierung einer solchen Mannschaft, die eine eigene Finanzierung erfordert, überhaupt Sinn macht.
Diese Wahl haben Bundesligisten heute nicht mehr, sie sind dazu verpflichtet, in der NBBL und auch in der später ins Leben gerufenen Jugendbasketball-Bundesliga (JBBL) dabei zu sein.
Ein Jahr Unterbrechung


Das Konstrukt NBBL/JBBL leidet allerdings unter einem schwerwiegenden "Geburtsfehler". Was die Verantwortlichen geritten hat, statt den in allen anderen Sportarten üblichen Zwei-Jahres-Zyklus zu durchbrechen und eine U-19-Bundesliga (NBBL) und eine U-16-Bundesliga (JBBL) an den Start zu schicken, ist nicht nachvollziehbar.
"Dem Basketball gehen in diesem einen Jahr, das zwischen dem ältesten JBBL- und dem jüngsten NBBL-Jahrgang liegt, viele Spieler für immer verloren", sagt Triers U-16-Coach Josip Bosnjak. "Im günstigsten Fall bleiben sie dabei, aber die Weiterentwicklung nimmt trotzdem Schaden."
In Trier werden die Jungs in den Ober- und Landesligen der Männer eingesetzt. Das grundsätzliche Problem hat der Verband aber augenscheinlich nicht erkannt. Auch die besten U-16-Spieler sind, wenn sie die Altersgrenze erreicht haben, nicht automatisch gut genug, um für die U 19 zu spielen. Es ist nicht ungewöhnlich, sondern eher die Normalität, dass in dieser Altersstufe die körperlichen Voraussetzungen fehlen, um einfach so ein Jahr zu überspringen. Außerdem verlaufen die körperlichen, geistigen und sportlichen Entwicklungen nicht bei allen Spielern gleich. Sogenannte "Spätzünder" fallen schnell durchs Raster oder verlieren den Anschluss.
Die U 16 hat "ohne Risiko" (Bosnjak) in dieser Saison bewusst auf den jüngsten Jahrgang gesetzt, weil ein Abstieg für Bundesligaclubs nicht möglich ist, da sie nach den Statuten "zur Jugendförderung verpflichtet sind". Außerdem sagt Bosnjak: "Mir wird gerade in jungen Jahren zu sehr auf Ergebnis gespielt. Dabei kommt die Ausbildung zu kurz."
Adam Radomirovic, im zweiten Jahr Jugendkoordinator bei der TBB und auch für die NBBL zuständig, bestätigt, dass nach dieser Saison der nächste Schritt folgt: "Bisher bin ich im Nachwuchsbereich der einzige hauptamtliche Trainer, von der kommenden Saison an muss der Verein einen weiteren hauptamtlichen Übungsleiter haben." Dass wahrscheinlich beide Nachwuchsteams in die Relegation müssen, macht ihm kein Kopfzerbrechen: "Nicht jeder Jahrgang ist gleich stark. Wir haben keine schlechten Teams, aber die Konkurrenz ist besser. Ich hoffe, wir schaffen den Liga-Erhalt in der Relegation." Ansonsten sind 10 000 Euro fällig. Der Betrag ist völlig überzogen, aber die Regelung macht Sinn. Denn nur Bundesliga-Vereine können auf lange Sicht Jugendförderung auf hohem Niveau sichern.Extra

Eintracht Frankfurt - TBB Junior Team U 16 66:59 (39:22) "Wir haben das Spiel im ersten Viertel verloren", sagte Co-Trainer Simon Frey nach der 59:66 (22:39)-Niederlage der TBB-Junioren in der JBBL bei Eintracht Frankfurt. 10:21 stand es nach zehn Minuten - ein Rückstand, dem die Trierer in der zweiten Halbzeit nachliefen, als die Differenz sogar auf 17 Punkte angewachsen war. Die Gäste waren beim Tabellenzweiten ohnehin als klarer Außenseiter ins Spiel gegangen, stellten aber erneut unter Beweis, dass die Entwicklung des Teams steil nach oben geht. Das Hinspiel hatte die TBB noch mit 64:95 verloren. In der ersten Halbzeit fand Trier noch nicht so richtig ins Spiel, war aber nach dem Seitenwechsel sogar das bessere Team. Mit exzellenter Verteidigung verkürzten die Moselaner den Abstand auf 43:51. Die Schützlinge von Trainer Josip Bosnjak verkürzten sogar auf fünf Punkte, hatten dann aber im Abschluss viel Pech. Überragend trumpfte erneut Marvin Reffgen mit 23 Punkten und zehn Rebounds auf. Ein starkes Spiel machte auch Rupert Hennen. Am 12. Februar beginnt für die Trierer die Relegation. wir