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Hohe Ziele und ein großes Vorbild

Hohe Ziele und ein großes Vorbild

21 Jahre alt, schnell, lang und mit viel Talent gesegnet: Der Simbabwer Vitah Chikoko hat sich nach seinem Wechsel von Göttingen zur TBB gut in Trier eingelebt. Im heutigen Heimspiel gegen Oldenburg (20 Uhr, Arena) hofft er auf eien weiteren Coup seines Teams.

Trier. Sechs Siege, teilweise deutlich. Drei Niederlagen, allesamt knapp. Für viele kam der gute Saisonstart der TBB Trier überraschend - schließlich hatte der Club im vergangenen Jahr nur knapp die Klasse gehalten. Und wichtige Spieler wie Dru Joyce (heute mit Oldenburg zu Gast), Philip Zwiener und Maik Zirbes haben den Club verlassen. Vitalis Chikoko, von den meisten nur "Vitah" genannt, ist nicht überrascht. "Ich habe in Trier in meinem allerersten Interview gesagt, dass ich Meister werden will", sagt der 21-Jährige und grinst. "Da haben einige Leute gelacht. Mir ist auch klar, dass das nicht sehr wahrscheinlich ist." Aber auch die Skeptiker hätten inzwischen gemerkt, wozu das neue Team in der Lage ist. "Als ich die Jungs kennengelernt habe, war ich mir sicher, dass wir eine gute Saison spielen werden. Wir sind jung, schnell, athletisch - und jeder macht nach den Trainingseinheiten auch noch freiwillig Extra-Schichten, um besser zu werden." Das wäre im vergangenen Jahr, bei seinem ersten BBL-Club in Göttingen, nicht bei allen Kollegen selbstverständlich gewesen.

Mehrere Angebote



Dass der 2,07-Meter-Mann nun in Trier spielt, hat er wohl auch seinem letzten Spiel im Göttinger Dress in der Arena Trier zu verdanken. Die "Veilchen" standen schon lange als Absteiger fest, Chikoko drehte richtig auf und war mit 23 Punkten auffälligster Spieler auf dem Parkett. "Es gab danach mehrere Angebote, aber ich wollte nach Trier. Bisher hat sich jeder Spieler, der unter Henrik Rödl in Trier trainiert hat, auch verbessert. Das will ich auch - besser werden, bei jedem Spiel. Schon gegen Oldenburg."
Die Niedersachsen sind ein Titelkandidat, aber im Gegensatz zu Trier bisher nicht nur für positive Überraschungen gut. "Ich habe mir die Oldenburger Spiele gegen Hagen und in Bonn angeschaut - da weiß man nachher wirklich nicht, was man erwarten kann." Gegen Hagen seien sie hochkonzentriert gewesen, trafen fast alles und gewannen mit 51 Punkten Vorsprung. "Aber bei der hohen Niederlage in Bonn wirkten sie müde und unkonzentriert." Für Vitah Chikoko steht auch nach dem Extra-Training der Ball noch hoch im Kurs. "Ich spiele auf der Playstation gern NBA - vor allem gegen Jone (Lopes)". Sein absoluter Lieblingsspieler ist Kevin Durant von Oklahoma City Thunder. "Ich bin genauso groß wie er und kann auch auf dem Flügel spielen. Auch wenn ich wegen meiner Größe meist auf der Centerposition spiele."
Seine Länge verdarb ihm den Spaß an seinem ersten Sport. "Ich habe mit Fußball angefangen, war aber schnell zu groß und bin mit 13 Jahren zum Basketball gekommen." In Deutschland fühlt er sich wohl, die Umstellung sei ihm nicht schwergefallen - auch wenn in seiner Heimatstadt, der Zwei-Millionen-Metropole Harare, das Leben um einiges anders abläuft. Ein bisschen Heimweh packt den 21-Jährigen, der in Trier einen Drei-Jahres-Vertrag hat, manchmal schon - vor allem, wenn der Winter allzu eisig wird: "In Simbabwe ist es auch nicht immer warm - aber eisig ist es nie."
Extra

TBB Trier - Baskets Oldenburg, Samstag, 20 Uhr, Arena. Am Freitag haben sich die Oldenburger auf den Weg nach Trier gemacht. Oldenburgs Co-Trainer Ralph Held (bis 2002 in gleicher Funktion in Trier aktiv) warnt auf der Baskets-Seite vor der starken TBB-Verteidigung. "Sie machen sehr viel Druck auf den ballführenden Spieler und stören aggressiv die Passwege." TBB-Trainer Henrik Rödl lobt Oldenburgs Trainergespann und die große individuelle Klasse: "Sie haben einen starken Kader, der von Sebastian Machowski sehr gut eingestellt ist und gerade einen Lauf hat - da kann man sich schon denken, dass das nicht einfach für uns werden wird." Die TBB rechnet mit rund 4000 Zuschauern. Henrik Rödl kann auf den kompletten Kader zurückgreifen. TBB auf dem Weihnachtsmarkt: Am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Dezember, wird die TBB Trier mit einem Verkaufsstand auf dem Trierer Weihnachtsmarkt vertreten sein. Dort soll die komplette Fankollektion angeboten werden (seit gestern gibt es auch einen Online-Shop), außerdem Tickets für alle Heimspiele. Die TBB-Profis werden am Sonntag am Stand vorbeischauen (14 bis 16 Uhr). AF