Jenkins verhindert den Coup

Trier · Die Trierer Basketballer haben dem Titelkandidaten Alba Berlin beim 59:68 (36:33) am Samstagabend bis kurz vor Schluss einen heißen Kampf geliefert und doch verloren. Am Ende zeigten die Berliner in der Arena, was ein Spitzenteam auszeichnet.

(AF) Gut vier Minuten vor Schluss hat der Berliner Flügelspieler Julius Jenkins wohl einfach genug: Genug von einem hartnäckig nervenden Trierer Team, das sich durch einen 9:0-Lauf plötzlich wieder eine Führung zurückerobert hat (57:56, 35.). Genug von den über 5300 Zuschauern in der Arena Trier, die den Außenseiter zum Überraschungssieg schreien wollen. Jenkins antwortet mit fünf Punkten in Serie, insgesamt kommt er dank fünf „Dreiern“ auf 17 Punkte. Es ist der Auftakt eines 10:0-Laufs von Alba. Und das Ende der Trierer Hoffnungen auf einen Coup und einen Befreiungsschlag in der Liga.
Am Ende nehmen die abgeklärteren Albatrosse beim 68:59 (33:36) die Punkte mit. TBB-Trainer Yves Defraigne hat sein Minimalziel gegen den Titelkandidaten erreicht („Die Partie so lange wie möglich offen halten“). Kämpferisch war seinem Team auch kein Vorwurf zu machen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die TBB nach sechs Niederlagen in Folge sportlich langsam mit dem Rücken zur Wand steht. Zumal die notorisch auswärtsschwachen Trierer nun zum Keller-Team Düsseldorf müssen. Die „Giants“ könnten Trier mit einem Heimsieg in der Tabelle hinter sich lassen. In der Woche darauf fährt die TBB als Außenseiter nach Frankfurt.
An der Vorstellung gegen Berlin gab es von Trierer Seite wenig auszusetzen. „Ich hoffe, die Zuschauer haben gesehen, dass mein Team hart arbeitet und nicht aufgibt“, sagte Cheftrainer Yves Defraigne. Dass es keinen Überraschungssieg zu sehen gab, lag Defraigne an einigen individuellen Fehler in der Schlussphase. Er bemängelte auch einige Schwächen in der Blockverteidigung. „Das darf nicht passieren, wenn man gegen ein Spitzenteam gewinnen will.“ Erschwerend hinzu kam, dass die Trierer schon ab dem zweiten Viertel ohne Power Forward Chris Copeland auskommen mussten, der sich bei einem (erfolgreichen) Dreier-Versuch verletzt hatte. Eine Diagnose steht noch aus. Die Partie blieb auch ohne Copeland bis kurz vor Schluss offen. Das lag auch an Miladin Pekovic, der in seinem bisher besten Spiel für die TBB 13 Punkte erzielte und damit bester TBB-Korbjäger war. Alba-Trainer Luka Pavicevic war mit der Vorstellung seines Teams zufrieden: „Wir waren auf einen Kampf bis zur letzten Sekunde eingestellt. Unsere mentale Stärke in der Schlussphase und eine gute Defensive haben den Unterschied gemacht.“

TBB: Pekovic (13), Raivio (10), Copeland (8), Evans (8) , Brown (8), Shuler (5), Gillingham(4), Zirbes (3). Berlin: Jenkins (17), McElroy (16), Sekulic (11), Chubb (7), Wright (6), Dojcin (5), Golemac (4), Hamann (2). Viertelstände: 15:14, 36:33, 46:52, 59:68. Zuschauer: 5352