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Kein Tag für kölsche Weisheiten

Kein Tag für kölsche Weisheiten

Die Gladiators Trier feiern mit einem 59:54 über Köln den dritten Sieg in Serie. Ein dickes Lob gibt’s vom Trainer für Triers Nummer 10.

Trier Mit dem ersten Ton aus den wummernden Boxen in der Arena Trier hätten die Kölner Rheinstars am Freitagabend nach Spielende wohl am liebsten Trost bei Wilhelm Busch gesucht: "Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden." Dass zur Feier des Trierer-Heimsieges vor 1991 Zuschauern ausgerechnet die kölsche Jecken-Hymne "Viva Colonia" auf die Verlierer aus dem Rheinland hernieder prasselte, mussten diese wie Hohn empfinden.
Am wichtigen 59:54 (28:34)-Heimsieg der Römerstrom Gladiators Trier gegen die Rheinstars Köln - dem dritten Trierer Sieg in Folge gegen einen direkten Playoff-Konkurrenten - krittelte auch Gäste-Trainer Arne Woltmann nicht herum. Obwohl seine Jungs drei Viertel der Partie dominiert hatten. "Aber Trier hat wieder seine Heimstärke unter Beweis gestellt. Als es darauf ankam, waren wir zu soft." Kölns Manager Stephan Baeck setze noch einen drauf. "Trier hat uns in der entscheidenden Phase vorgemacht, wie man spielen muss, wenn man unbedingt in die Playoffs will."
Bei so viel gegnerischem Lob war Gladiators-Coach Marco van den Berg geneigt, das schützende Mäntelchen der Nachsicht über seine Auswahl zu breiten. "Wir haben eine junge Mannschaft. Da kann es auch passieren, dass mal mehr als nur ein Leistungsträger die falschen Entscheidungen trifft." Das wichtigste aber sei gewesen, "dass unsere Defense gehalten hat. Der Rest war einfach nur Wille". Der dritte Sieg in Folge habe das Team nun in eine komfortable Ausgangsposition für die Playoffs gebracht. Nach den Siegen gegen Hamburg, Hanau und Köln belegen die Gladiatoren nun Platz sieben. Ein Umstand, so findet van den Berg, der auch der Rückkehr des "verlorenen Sohnes" Jermaine Bucknor zu verdanken sei. "Jeder sieht, dass er uns gut tut. Wir haben alle Spiele mit ihm gewonnen. Aber er gewinnt sie auch nicht alleine."
Das Spiel der Gladiators lebt derzeit stark von der Physis, von der Kraft, vom Willen. Die Siege in Hamburg und gegen Köln ("Der stärkste der letzten Gegner", Marco van den Berg) sollen jetzt im Verbund mit "ein paar Tagen der Ruhe und der Fröhlichkeit" den Grundstein für die entscheidenden Wochen der Hauptrunde legen.
Ein ganz dickes Lob gab's derweil vom Coach für Triers Mann mit der Rückennummer 10, Thomas Grün. Der Luxemburger steigert sich in den letzten Wochen zunehmend, erhält immer mehr Spielzeit und zahlte dieses Vertrauen auch gegen Köln wieder mit einer richtig starken Leistung zurück. "Er hat hervorragend gespielt, wir sind sehr froh über seine tolle Entwicklung", betont Marco van den Berg. "Thomas ist ein absolut wichtiger Spieler für das Team geworden."
Eine Trainingspause muss Kapitän Simon Schmitz Anfang der Woche einlegen. Den 27-Jährigen plagt weiterhin ein Außenbandanriss. Zudem geht weiterhin ein Magen-Darm-Virus im Team um, wie der Coach am Sonntag berichtet.
Den Gästen aus Köln, deren Trikotbrust Lukas Podolskis Modelabel "Straßenkicker" ziert, nützte im Kampf um die Playoffs gegen Triers Sturm und Drang derweil auch ihr prominentester Gesellschafter nichts. Im Kampf um die Playoff-Teilnahme bleibt ihnen allein die Hoffnung auf Poldis mentale Hilfe, frei nach dem Motto: "Et hätt noch immer jot jejange."
Statistik
Römerstrom Gladiators Trier: Kevin Smit ( 3), Jermaine Bucknor (10 ), Rupert Hennen (0), Pablo Coro (3 ), Kilian Dietz (2), Simon Schmitz (9), Thomas Grün (10), Johannes Joos (4), Sebastian Herrera (6), Brandon Lloyd Spearman (14), Nils Maisel (0) -
Beste Schützen Köln: Richie Williams (15), Hugh Robertson (11) - Zuschauer: 1991