Keine schöne Bescherung

Keine schöne Bescherung

Im Sport gewinnt nicht immer der Bessere. Diese Erkenntnis zitierte auch TBB-Coach Yves Defraigne nach der 74:82 (41:39)-Niederlage der Trierer Bundesliga-Basketballer am Freitagabend bei ratiopharm Ulm.

Ulm. (wir) "Wir waren das bessere Team und besser organisiert, hatten das strukturiertere Spiel"", sagte TBB-Trainer Yves Defraigne nach der Niederlage. Warum es dann dennoch und trotz einer unbestritten starken Leistung und auch einer deutlichen Steigerung nicht zum Sieg reichte, auch dafür kannte Defraigne die Gründe. "Ohne die Leistung von Christian Hoffmann zu schmälern, war das frühe fünfte Foul gegen Derek Raivio ein entscheidender Faktor."

Das Dilemma: Das vierte Foul gegen den Spielmacher Nummer eins der Trierer hatte das Trierer Trainergespann gar nicht als solches registiert, weil der Kontrollblick auf die Anzeigentafel nicht möglich war. Die war nämlich genau über den Bänken aufgehängt. "Amateurhaft'", fand Defraigne diese Anbringung. Die ohnehin durch die verletzungsbedingten Ausfälle von James Gillingham und Norman Richardson auf den Guard-Positionen arg geschwächten Trierer hatten am Ende keine Alternativen mehr.

Den zweiten entscheidenden Faktor sprach Defraigne auch deutlich an: "Die Leistung von Chris Copeland war entäuschend." Der Power Forward sei seit Wochen nur noch ein Schatten seiner selbst und gegenüber den ersten Saisonspielen nicht wieder zu erkennen.

Als dritten Grund nannte der TBB-Coach zu viele Offensivrebounds der Ulmer, "als einzigen Punkt, in dem sie uns im Spiel überlegen waren". Nach einem schwachen ersten Viertel (15:25) übernahm Trier mehr und mehr das Kommando, weil weder Maksym Shtein noch George Evans von den Ulmer Brettspielern zu stoppen waren. Hinzu kam eine gute Schussauswahl, die sich in einer exzellenten Trefferquote und der Halbzeitführung niederschlug. "Wir hatten eine gute Balance zwischen Würfen von Außen und am Brett", sagte Trainer Defraigne.

Als Houston gebremst wurde, war es vorbei



Aus der Distanz traf vor allem Kevin Houston - der sein bestes Spiel für Trier machte -, wie er wollte. Bis Ulms Trainer Mike Taylor ihm Keith Triplett auf die Füße stellte. Bis kurz vor Schluss war Trier dran (72:73). Aber dann brachten sie den Ball weder zu Houston, noch ans Brett und die immer bissiger agierenden Ulmer rissen das Geschehen an sich. Am Ende entschieden auch die Freiwürfe. Ulm, das in der gesamten zweiten Halbzeit nur vier Fouls gepfiffen bekam, stand 20 Mal an der Linie und holte sich dort 17 Punkte, Trier bekam nur sechs Freiwürfe, traf aber auch nur zwei.

Die besten Ulmer Werfer waren Romeo Travis (22 Punkte), Dru Joyce (14) und Gibbs (12).

TBB Trier: Shtein (14), Raivio (2), Hoffmann (11), Goolsby (n.e.), Karamatskos (n.e.), Houston (17), Copeland (2), Evans (14), Shuler, Zirbes (n.e.), Shuler (11), Riley´ (3)

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