Kleine, große Hürde

Heute geht\'s los: Die TBB Trier bittet Aufsteiger Rasta Vechta zur Bundesliga-Premiere (20 Uhr). Der Gast aus Niedersachsen gilt für viele als klarer Abstiegskandidat. TBB-Trainer Henrik Rödl warnt aber eindringlich.

Trier. Es ist das erste Bundesliga-Spiel aller Zeiten für einen Club, der vor anderthalb Jahren noch in der Pro B - dritte Liga - gespielt hat. Für einen Verein, der sich bei der Gründung von Bob Marley inspirieren ließ und der den kleinsten Etat der Liga hat (1,4 Millionen Euro). Könnte man leicht unterschätzen, die Rastafari aus Vechta? Irgendwo anders vielleicht schon, in Trier aber nicht - das macht TBB-Trainer Henrik Rödl unmissverständlich klar. Der mit großer Euphorie in die neue Saison startende Aufsteiger habe auswärts nichts zu verlieren. "Sie spielen schon länger zusammen und sind eingespielt aus der Pro A. Da wissen alle, was sie machen. Das ist gerade in der Anfangsphase einer Saison ein Vorteil", berichtet Rödl: "Vechta ist zudem sehr stark bei den Rebounds." Die TBB war dagegen in den Vorbereitungsspielen bei den Abprallern öfter einen Schritt zu spät, teilweise auch bedingt durch den Ausfall von wichtigen Spielern. Der am Knie verletzte Center Andreas Seiferth ist skeptisch, dass er heute zum Einsatz kommen kann (O-Ton am Mittwochnachmittag: "eher nicht"). Auch Small Forward Warren Ward (Schulterverletzung) soll erst nach dem Spiel wieder ins Training einsteigen. Die Ausgangslage könnte für die Trierer also besser sein. "Wir haben aber die Qualität, das Spiel zu gewinnen. Aber ich erwarte ein sehr schweres, spannendes Spiel", sagt Rödl, der mit der Entwicklung im Club sehr zufrieden ist. "Ich habe den Eindruck, dass sich in Trier was bewegt. Das merke ich auch an den Reaktionen von den Agenten - die wissen mehr über Trier als vorher." Auch die Fans hätten dazu beigetragen. "Wir hatten in der Vorbereitung so viel Zuspruch wie noch nie." Rödl geht aber davon aus, dass die erschwerte Vorbereitung noch Auswirkungen haben könnte. "Man wird in der Anfangsphase der Saison sehen, dass wir nicht so eingespielt sind, wie wir uns das wünschen. Einiges ist schon gut, aber wir haben noch viel Arbeit." Für Rödl gibt es ein Wiedersehen mit Pat Elzie, der die Niedersachsen von der dritten bis in die höchste Liga führte. Der 52-jährige Amerikaner ist seit fast 30 Jahren in Deutschland (mit kurzen Abstechern ins Ausland) - jahrelang als Spieler, unter anderem für Gießen, dann als Trainer. Rödl: "Ich kenne Pat Elzie seit meiner Jugend. Er lebt für den Basketball und lässt immer mit viel Herz spielen." TBB-Kader: Anderson, Hughes, Mönninghoff, Bucknor, Chikoko, Canty, Samenas, Schmidt, Wenzl, Buntic