Kriselnde Bayern-Basketballer sagen „Ciao Europa“

Kriselnde Bayern-Basketballer sagen „Ciao Europa“

Mit riesigen Erwartungen waren die Basketballer des FC Bayern in ihre Erstliga-Premierensaison gestartet - das Zwischenfazit aber fällt äußerst trostlos aus.

Der Club mit dem übergroßen Namen, von vielen vor der Saison schon als neuer Stern am deutschen Basketball-Himmel gefeiert, verabschiedete sich nach einer desolaten Vorstellung bei Benetton Treviso vorzeitig von der europäischen Bühne. Wettbewerbsübergreifend war die 66:92-Klatsche schon die sechste Münchner Pleite innerhalb der jüngsten sieben Pflichtspiele. „Für unsere Mannschaft sind dies schwere Zeiten“, verdeutlichte Trainer Dirk Bauermann.

Das unerwartet frühe Aus in Europas zweitwichtigstem Wettbewerb, nur noch Siebter in der Bundesliga - den Bayern droht früh in der Saison eine handfeste Krise. „In der Liga ist an der Spitze aber alles noch eng. Wir haben einen qualitativ guten Kader und müssen jetzt nach vorne gucken“, beschwichtigte Sportdirektor Marko Pesic im dpa-Gespräch. Ex-Nationaltrainer Bauermann sei „erfahren genug, um jetzt die richtigen Worte zu finden. Das ist ein Prozess, aus dem wir gestärkt hervorgehen werden“, prophezeite der Ex-Berliner.

Im italienischen Treviso blieben die Bayern den Beweis jeglicher Stärke allerdings schuldig. Ohne seinen verletzten Star-Guard Je'Kel Foster (Außenbandriss) ging das Team um den deutschen Newcomer Robin Benzing total unter, schon nach 14 Minuten führte der letztjährige Final-Four-Teilnehmer aus Treviso schier uneinholbar mit 20 Punkten Vorsprung. „Sehr schmerzhaft, dass das in einem Spiel passiert, wo es um die letzte Chance aufs Weiterkommen geht“, bekannte Pesic.

Nur Jared Homan (14 Punkte), Jan-Hendrik Jagla (13) und Chevon Troutman (10) trafen auf Münchner Seite zweistellig - bei Treviso kamen gleich sechs Spieler auf eine solche Ausbeute. „Treviso ist zurzeit in bestechender Form“, bemerkte Bauermann. Der Lohn: Neben den ungeschlagenen Russen von Spartak St. Petersburg zieht auch das „exzellente Basketballteam“ (Bauermann) aus Italien in die Runde der letzten 16 Mannschaften ein. Bei einem Münchner Erfolg wäre es kommende Woche zu einem Endspiel um den Zwischenrunden-Einzug gegen Cedevita Zagreb gekommen - so aber ist das Duell bedeutungslos.

Vier Niederlagen in fünf Spielen - im Kräftemessen mit den großen Jungs Europas haben die Bayern ordentlich Prügel bezogen. Zumindest national soll das von Manager-Koryphäe Uli Hoeneß unterstützte Ensemble aber bald die Kurve kriegen - der Druck ist durch die Rückschläge der vergangenen Wochen gewachsen. „Bis Weihnachten haben wir noch drei Spiele, da werden wir uns anders präsentieren als zuletzt“, versprach Pesic. Nach jüngsten Pleiten gegen Alba Berlin und die Eisbären Bremerhaven hat der FCB etwas gutzumachen.

Mehr von Volksfreund