Mission: Die Tiger zähmen

Sentimentale Erinnerungen? Damit braucht man dem neuen TBB-Trainer Aaron McCarthy vor dem heutigen Gastspiel an seiner alten Arbeitsstätte Tübingen nicht zu kommen.

 Am Brett: Aaron McCarthy gibt Chris Copeland taktische Anweisungen. Im Hintergrund: Maksym Shtein. TV-Foto: Willy Speicher

Am Brett: Aaron McCarthy gibt Chris Copeland taktische Anweisungen. Im Hintergrund: Maksym Shtein. TV-Foto: Willy Speicher

Trier/Tübingen. Knapp zwei Jahre lang war Aaron McCarthy Trainer in Tübingen. Der Abschied ist zwar auch erst gut zwei Jahre her. Aber für Nostalgie ist McCarthy vor seinem Tagestrip an den Neckar nicht zu haben: "Es ist nur noch ein Spieler von damals da". Dazu kommt Trainer Igor Perovic, der noch unter McCarthy spielte. Alles sei neu, anders. Und vor allem: egal. "Für uns geht es darum, besser zu spielen. Wir gehen mit der Einstellung ins Spiel, in Tübingen zu gewinnen", sagt der Amerikaner. Man dürfe zwar keine Wunderheilung erwarten. Aber für McCarthy ist entscheidend, dass die Mannschaft nach der drastischen Talfahrt den Kopf wieder nach oben bekommt - nach dem Heimsieg gegen Tübingen gab es in den folgenden 17 Spielen nur noch einen (!) Sieg. "Es ist ein Prozess. Selbst wenn wir auch in Tübingen verlieren sollten, dürfen wir uns davon nicht runterziehen lassen", sagt McCarthy.

Möglich, dass Tübingen die Trierer auch unterschätzt. Der Gegner steht wie Trier seit einigen Jahren für gepflegtes Mittelmaß. In dieser Saison läuft's für Nadjfeji, Travis & Co. ordentlich: Der Abstieg ist kein Thema. Die Play-offs sind allerdings auch so gut wie unerreichbar.

McCarthy hatte in der Woche Einzelgespräche mit allen Spielern geführt. Psychologie spiele in der aktuellen Situation eine wichtige Rolle. "Spaß am Basketball" will er wieder vermitteln, raus aus dem negativen Denken.

So geht Chris Copeland bestens gelaunt ins Spiel: "Wir sind gut eingestellt. Ich mag die Art des Trainers. Es ist nicht alles völlig anders, manches aber schon - etwa einige Systeme. Ich gehe sehr optimistisch ins Spiel." Ein Sieg aus den nächsten beiden Spielen - das wäre für die TBB fast die Lebensversicherung in der Liga. Nach Tübingen steht an Ostermontag das Heimspiel gegen Ulm an, ebenfalls ein Mittelfeld-Team.

In Kürze: Die Partie wird am Samstag live im DSF gezeigt. Spielbeginn ist um 17.40 Uhr. +++ Die TBB fährt ohne Personalsorgen nach Tübingen. Der Club spart sich eine Hotel-Übernachtung: Um 10.30 Uhr macht sich der TBB-Tross auf den Weg.

EXTRA

Trainer-Frage: Was macht das frühere TBB-Trainergespann Yves Defraigne und Frank de Meulemeester? Die Belgier sind von der TBB de facto weder beurlaubt noch entlassen. Man dürfte sie aber wohl nicht so schnell an der Mosel wiedersehen, und auch eine andere Einbindung in den Club ist kaum vorstellbar. Manager Lothar Hermeling spricht von "guten, fairen Gesprächen" und davon, dass man in den nächsten Tagen eine Lösung finden würde. Was Hermeling nicht sagt: Es geht letztlich ausschließlich ums Geld. De Meulemeesters Vertrag läuft am 15. Mai aus. Defraignes Vertrag am 30. Mai. Zu erwarten ist, dass das Duo auch bis dahin das zugesicherte Gehalt bekommt. (AF)