Mit Ach und Krach und Leidenschaft

Mit Ach und Krach und Leidenschaft

So kann das Jahr anfangen: Basketball-Bundesligist TBB Trier hat mit dem schwer erkämpften 71:70 (34:30) gegen Bonn nicht nur zwei Punkte gewonnen: Auch die Stimmung hat sich vor dem Auswärts-Doppelpack im Norden deutlich aufgehellt.

Trier. Jedes Spiel ist gleich wichtig? Das sagen Trainer gern vor Spielen oder auch mal nach Niederlagen. Von den Punkten her stimmt das nun auch. Aber wenn TBB-Cheftrainer Henrik Rödl das am Ende hochdramatische 71:70 (34:30) gegen den alten Rivalen Bonn als "ganz, ganz, ganz wichtigen Sieg" adelt, hat das seine Berechtigung. Zum einen ist es im Tabellenkeller nun extrem kuschlig - den Tabellen zwölften und 17. trennt nur ein Sieg. Zum anderen steht für die TBB wieder ein extrem unbequemer Spielplan an. "Wir haben eine unfassbar schwere Phase hinter uns und zugleich mit vier Auswärtsspielen in den nächsten sechs Spielen ein strammes Programm vor uns", sagt Rödl. Der Sieg gegen Bonn sei daher nicht nur für den Kopf wichtig gewesen. "Er war wichtig für alles." Am Ende sorgte der wieder einmal starke Maik Zirbes für das 71:70 zwei Sekunden vor Schluss. Der 21-Jährige - gemeinsam mit Dru Joyce bester TBB-Schütze (je 16 Punkte) - entschied praktisch alle Duelle für sich: Das gegen Liga-Dino Chris Ensminger, der trotz seiner 38 Jahre im Normalfall noch zu den besten Centern der Liga zählt. Und Jonas Wohlfarth-Bottermann (21) bekam gar nicht erst die Gelegenheit, länger zu zeigen, wie er Zirbes im Sommer den Platz in der A2-Nationalmannschaft streitig machen konnte.
Für Zirbes gibt es reichlich Lob von Rödl: "Er ist der richtige Mann am richtigen Platz. Maik kann sich hier entwickeln, er hat unbändigen Willen - und das gibt er uns auch zurück. Es passt einfach wie die Faust aufs Auge." Von daher überrascht es kaum, dass Henrik Rödl als von den Fans gewählter Trainer den 21-Jährigen in sein Allstar-Team berufen hat. Vor der Bundesliga-Pause am Allstar-Day (21. Januar in Ludwigsburg) stehen für die Trierer aber in Oldenburg und Braunschweig zwei schwere Auswärtsspiele auf dem Reiseplan.
In den nächsten Tagen soll sich zudem entscheiden, ob Flügelspieler James Washington bis zum Saisonende in Trier bleiben wird. Der Vier-Wochen-Vertrag des Amerikaners ist ausgelaufen. Beim Sieg gegen die Rheinländer besserte Washington mit zwei "Dreiern" die anfangs dürftige Distanzwurf-Quote seiner Kollegen auf. "Dass wir ihm ein Angebot gemacht haben, ist ja eine klare Aussage", sagt Rödl. "Ein junger Spieler, der noch nie in Europa gespielt hat, braucht immer eine gewisse Anlaufphase. Aber man hat auch gesehen, dass James sehr gute Ansätze hat."