Neue Arena: Ulm feiert rauschende Party

Neue Arena: Ulm feiert rauschende Party

Erst erlebten die 6000 Partygäste eine Lasershow mit Pyrotechnik, dann brannten die Basketball-Riesen von ratiopharm Ulm als Höhepunkt ein spielerisches Feuerwerk ab.

Mit einer Galavorstellung beim 101:83 gegen die Baskets Oldenburg haben die Schwaben ihre 27,5 Millionen Euro teure Multifunktionsarena eingeweiht und den Höhenflug in der Bundesliga fortgesetzt. „Mit über 100 erzielten Punkten beim ersten Spiel in der neuen Arena vom Parkett zu gehen ist unglaublich. Wir sind stolz auf diesen Tag“, sagte Ulms Trainer Thorsten Leibenath.

Als Tabellenzweiter liegt das Überraschungsteam der Liga mit 18:4 Punkten weiter gleichauf mit Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg. Der Meister brachte den Baskets Würzburg im Franken-Derby mit einem 75:59 die erste Heimniederlage seit zwei Jahren bei. Auf Erfolgskurs bleibt auch ALBA Berlin (16:4) dank des schwer erkämpften 78:74 bei TBB Trier.

In Ulm nahm die rauschende Einweihungsparty schnell Fahrt auf. Angetrieben von einer begeisterten Kulisse liefen die Hausherren zur Hochform auf und deklassierten den Meister von 2009. „Man hat heute gesehen, welche Energie sich entwickelt, wenn 6000 Menschen ihr Team nach vorne peitschen. Wir haben unser bestes Spiel des Jahres gemacht“, lobte Leibenath.

Allen voran John Bryant, der mit 23 Punkten und 15 Rebounds überragender Mann auf dem Parkett war. In der Offensive wurde er allerdings noch von Oldenburgs Bobby Brown (30) übertroffen, der die Schlappe für die Niedersachsen jedoch nicht verhindern konnte. „Ulm hat einfach mit mehr Intensität gespielt - wir haben dagegen nur mitgespielt“, kritisierte Gäste-Coach Predrag Krunic.

Beim Gegner sieht man erwartungsvoll in die Zukunft, denn für den Club bedeutet der Umzug in die neue Arena auch in punkto Etat einen Quantensprung. 2450 Dauerkarten haben die Ulmer verkauft, das sind 80 Prozent mehr als in der vergangenen Saison in der Kuhberghalle, die nur 3100 Zuschauer fasste. „Für uns beginnt jetzt endlich eine neue Zeitrechnung, in der wir als Club langfristig konkurrenzfähig sein wollen“, erklärte Geschäftsführer Andreas Oettel.

Ob sich Ulm sportlich gleich an Branchenprimus Bamberg orientieren kann, ist jedoch fraglich. Der punktgleiche Spitzenreiter lieferte in Würzburg eine souveräne Vorstellung ab und beendete die beeindruckende Erfolgsserie des Aufsteigers von 31 Heimsiegen in Serie. „Ich bin sehr froh, dass wir hier gewonnen haben, schließlich hatte Würzburg zu Hause seit zwei Jahren nicht mehr verloren“, meinte Bambergs Coach Chris Fleming.

Eine schwarze Serie ging für Tabellenschlusslicht BG Göttingen zu Ende. Mit dem 80:75 gegen die Tigers Tübingen feierten die „Veilchen“ nach 14 Pflichtspielniederlagen am Stück endlich wieder einen Sieg. „Ich hoffe, das war heute nicht das Highlight, sondern erst der Anfang. Hoffentlich sind die Jungs jetzt auf den Geschmack gekommen“, sagte Göttingens erleichterter Trainer Michael Meeks.