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Neues Glück und ein sicheres Pflaster

Neues Glück und ein sicheres Pflaster

Die Tradition lebt auch nach 20 Jahren Bundesliga-Basketball weiter: Zu Beginn der Vorbereitung auf die Saison haben sich das Team, die Trainer, Spieler und Cheerleader der TBB im CinemaxX-Kino den Fans präsentiert.

Trier. Am Samstag, beim Tag für die Sponsoren, war Samy Picard noch nicht dabei. Er spielte für Luxemburg gegen Österreich. Dem Flügelspieler fehlen nun die ersten Einheiten mit der Mannschaft. Aber er war nicht untätig und hofft "auf mehr Einsatzzeiten", will alles dafür tun, "und dann mal sehen, was geht". Mit einer neuen Nummer wird Maik Zirbes auflaufen. "Die 24 hat mir kein Glück gebracht. Ich nehme die 33, mit der ich bei den Rhein-Pfalz-Braves erfolgreich gespielt habe." Das Trierer Talent verriet seinen Fans auch: "Ich habe in den wenigen Tagen seit dem Start in die Vorbereitung mehr Einzeltraining gehabt als in der gesamten vergangenen Saison."

Eine neue Erfahrung auf seinem Weg nach Trier hat Barry Stewart gemacht. Wie es hier wird, weiß der Power Forward noch nicht, "weil wir ja bisher noch kein Spiel gemacht haben. Aber dass vor der Vertragsunterzeichnung zu einem Trip hierher eingeladen wurde, fand ich schon sehr ungewöhnlich." Pointguard Dru Joyce wurde als letzter Spieler verpflichtet. Er ist ein guter Freund von NBA-Superstar LeBron James ("Wir sind zusammen aufgewachsen") und soll der "General" auf dem Feld sein. Seine Aufgabe sieht er so: "Es ist wichtiger, meine Mitspieler in Szene zu setzen, als selbst zu punkten." Nationalspieler Philipp Zwiener, einer aus der "Alba-Berlin-Fraktion" hat die Berufung in den WM-Kader verpasst, weil er in der vergangenen Saison bei Trainer Luca Pavicevic kaum noch zum Zuge kam. "Für mich ist Trier eine tolle Chance, eine ganz neue Herausforderung, weil ich hier Verantwortung übernehmen muss und will."

Zwiener ist von allen schon am heimischsten hier geworden. Obwohl der Tagesablauf eintönig erscheint, "trainieren, essen, schlafen und vor allem laufen", war Zeit, erste Familienmitglieder zu begrüßen. Sie alle wollen wissen, wie es ihm in seiner neuen Heimat geht. "Mama kommt auch noch", verriet er, und auch sie wird feststellen, was schon Oskar Faßler, auch ein Ex-Berliner, auffiel: "Hier sind die Straßen viel sauberer als in Berlin."

Die spektakulärste Verpflichtung hatte die TBB zu Beginn getätigt. Dragan Dojcin spielte beim Serienmeister in Berlin eine wichtige Rolle, kam auf weit mehr als 20 Minuten Einsatzzeit und dabei auf rund zehn Punkte und fünf Rebounds im Schnitt. Ihm kommt im Konzept von Cheftrainer Henrik Rödl eine Schlüsselrolle zu: "Ich werde meine Erfahrung einbringen und sehe eine meiner wichtigsten Aufgaben darin, den jungen Spielern weiterzuhelfen." Er freut sich auf die vor ihm liegende Aufgabe ("Wir werden von Spiel zu Spiel besser werden"), aber auch auf die Zeit mit seiner Familie in Trier: "Es ist eine schöne kleine Stadt. Unsere Kinder werden hier viel sicherer sein als in der Hauptstadt."

Der aufschlussreichste Part war dem neuen Cheftrainer Henrik Rödl selbst überlassen. Der Offenbacher, der in Berlin heimisch geworden ist und nun an der Mosel unter ganz anderen Voraussetzungen einen Neuanfang wagt: "Wir gehen hier einen interessanten, einen etwas anderen Weg. Ich fand diesen Mix aus erfahrenen und jungen Spielern von Anfang an wie auf mich zugeschnitten. Ich verspreche, dass wir alle jeden Tag immer das Beste geben werden - für alle."