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Nowitzki verspricht Steigerung - Titel kein Ziel

Nowitzki verspricht Steigerung - Titel kein Ziel

Als Deutschlands Basketballer am Montag den Flieger in Richtung Litauen bestiegen, waren auch einige Fragen mit an Bord der Chartermaschine. Vor allem NBA-Champion Dirk Nowitzki stand zwei Tage vor EM-Start wie immer im Mittelpunkt.

Wie fit ist der Superstar, der sich zuletzt mit leichten Kniebeschwerden herumgeplagt hatte, wirklich? „Na, ich hoffe ja schon, dass ich möglichst nahe an die 100 Prozent komme. Ich kann mich noch steigern, aber ich merke, dass es von Spiel zu Spiel besser wird“, sagte Nowitzki im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Beim 81:65-Sieg in der Generalprobe gegen Mazedonien am Sonntag in Berlin zeigte der 33-Jährige in der Tat seine beste Leistung der extrem kurzen Vorbereitung und bewegte sich deutlich besser als noch zwei Tage zuvor in München. „Dirk ist noch nicht in der Form, die es uns ermöglichen würde, weit zu kommen. Aber er wird den Schalter umlegen“, meinte auch Bundestrainer Dirk Bauermann und versuchte alle Zweifel zu zerstreuen. „Dirk ist ein Krieger, der uns alles geben wird, was er hat. Und das ist zum Glück ja eine ganze Menge.“

Auf Nowitzki wird es bei der Europameisterschaft (31. August bis 18. September) vor allem ankommen, will sich das deutsche Team den Traum von der zweiten Olympia-Teilnahme nacheinander erfüllen. Der Würzburger steht überall im Fokus, auch bei den Gegnern, die wie die Mazedonier eine harte Gangart gegen den berühmtesten Spieler des Turniers anschlagen werden. „Ich weiß, dass es jeder dem Finals-MVP zeigen will, aber das belastet mich nicht“, sagte Nowitzki.

Vielmehr sieht der Blondschopf darin sogar eine Chance für die deutsche Mannschaft. „Wir müssen es hinbekommen, dass die anderen Spieler davon profitieren.“ Während er und NBA-Kollege Chris Kaman unter den Körben ihre physische Präsenz ausspielen und Gegenspieler binden, sollen die Teamkollegen die entstehenden Lücken nutzen. „Das ist unsere Stärke. Wir haben mit Dirk und Chris zwei starke Innenspieler, aber auch von außen gute Werfer, von denen immer ein anderer heißlaufen kann“, sagte Philipp Schwethelm, am Sonntag mit 19 Punkten bester Werfer.

Der Neu-Münchner ist einer der jungen Wilden, die Nowitzki bei der Nationalmannschaft so viel Spaß machen und denen er eine gute Zukunft zutraut. Ob sie auch mal seine Nachfolger in der NBA werden können? „Da möchte ich jetzt keinem der Spieler Druck machen, indem ich ihn als kommenden NBA-Spieler nenne“, sagte der Superstar ausweichend.

Doch auf jeden Fall sind Tibor Pleiß, Robin Benzing und Co. nach zwei Turnieren ohne Nowitzkis Unterstützung so weit, dass der deutsche Basketball wieder ernst genommen wird. Aber ob die nächste Generation bereits mit dem Superstar mithalten kann? „Sie sind auf einem guten Weg, ich bin gespannt, wie sie sich in Litauen schlagen“, meinte Bauermann. Zu den Favoriten zählen die deutschen Korbjäger ohnehin noch lange nicht. „Spanien, ohne Wenn und Aber“, antwortete Nowitzki auf die Frage nach dem heißesten Kandidaten auf den Turniersieg. „Der EM-Titel ist kein ernsthaftes Ziel für uns“, erklärte auch Bauermann.

Vielmehr gilt es, erst einmal die schwere Vorrundengruppe mit Israel, Italien, Frankreich, Serbien und Lettland zu überstehen. „Das ist bereits eine Mini-EM“, sagte Bauermann und auch Nowitzki warnt davor, zu weit nach vorne zu schauen. Der Fokus richtet sich zunächst einzig und allein auf das Auftaktspiel gegen Israel an diesem Mittwoch in Siauliai (20.00 Uhr/Sport1). „Wir müssen gegen Israel unsere beste Leistung abrufen und mit einem Sieg ins Turnier starten“, forderte der 2,13-Meter-Riese. „Wenn wir gut verteidigen, können wir auch die Großen ärgern.“