Premiere gegen Pesic

Freunde fürs Leben, Gegner für einen Nachmittag: Am Sonntag trifft TBB-Trainer Henrik Rödl zum ersten Mal als Trainer in einem Basketball-Bundesliga-Spiel auf seinen Mentor Svetislav Pesic.

Trier. 5914. Diese Zahl ist zu schlagen. Exakt so viele Zuschauer sahen Anfang November das Trierer Heimspiel gegen Alba Berlin, das die TBB mit Pech nach Verlängerung verlor (80:88). Es war die Rekordkulisse in dieser Saison. Diese Marke dürfte aber am Sonntag gegen Bayern München übertroffen werde. Spielbeginn ist um 17 Uhr in der Arena. "5600 Karten sind weg", bestätigte TBB-Pressesprecher Tom Rüdell am späten Freitagnachmittag. Wie viele Restkarten es noch gibt, vermeldet der Club aktuell über Twitter.
Die Bayern locken. Auch wenn die von Uli Hoeneß maßgeblich geförderte Basketball-Abteilung noch nicht die Dominanz in der Bundesliga hat wie im Fußball. Das Team von Cheftrainer Svetislav Pesic will am Ende der Hauptrunde unter den besten vier landen. In den Play-offs werden dann die Karten ohnehin neu gemischt. Dazu brauchen die Bayern auch auswärts wieder Erfolgserlebnisse nach den Niederlagen in Bremerhaven und Tübingen. Mit einem Heimsieg könnte sich dagegen die TBB an die Playoff-Plätze heranpirschen. Auch wenn die Trierer wegen des schweren Restprogramms nach dem Bayern-Spiel - zwei Heimspiele, sechs Auswärtsspiele - kein ganz heißer Kandidat für die Meisterrunde sind.
TBB gegen Bayern München - das heißt auch: Henrik Rödl gegen Svetislav Pesic. Erfolgreicher "Schüler" gegen den Mentor. Oder auch: Freunde unter sich. Rödl hatte jahrelang unter Pesic gespielt. Er wurde mit ihm Europameister 1993, danach Serienmeister mit Alba Berlin. Ein Bundesliga-Spiel zwischen beiden Trainern gab es aber noch nie. Bei der knappen Trierer Hinspiel-Niederlage in München war noch der Grieche Yannis Christopolous Bayern-Trainer. "Svetislav Pesic hat mich geprägt. Ich habe sehr viel von ihm gelernt, und er ist mein Mentor - aber ich kopiere ihn natürlich nicht", sagt Rödl. Er sieht das auf allen Positionen hochklassig besetzte Bayern-Team als Favoriten. Tübingen habe aber vorgemacht, dass auch die Münchner schlagbar sind. Direkte Ratschläge konnte sich Rödl bei den Tübingern aber nicht holen: "Sie spielen einen komplett anderen Basketball als wir." Der als exzellenter Motivator bekannte Pesic kündigte auf der Bayern-Homepage an: "Für uns ist jetzt jede Partie ein Playoff-Spiel. Unsere Ausgangslage ist nach den letzten beiden Auswärtsniederlagen nicht gut, aber wir fahren nach Trier, um unsere Situation zu verbessern." Während Rödl bei der TBB auf den kompletten Kader zurückgreifen kann, muss Pesic zumindest auf Center-Talent Bogdan Radosavljevic verzichten, der sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen hat.
Bisher hat die TBB drei Mal gegen die Bayern in der BBL gespielt. Alle Partien waren sehr eng. Im vergangenen Jahr gewannen die Trierer das Heimspiel mit 70:68.