Sturmtief an der Nordseeküste

Bremerhaven ist nicht der Lieblingsgegner der Trierer Basketballer, und fremde Hallen sind nicht das bevorzugte Terrain der TBB: Wie schon so oft im Vorjahr, als es nur zu vier Auswärtssiegen reichte, unterlagen die Trierer auch gestern in Bremerhaven mit 73:89.

Bremerhaven. (wir) Trier brachte gestern, im ersten Auswärtsspiel dieser Saison, wenig zustande. Das Team von Trainer Yves Defraigne verlor in Bremerhaven vor nur 2400 Zuschauern mit 73:89 (33:44). Die Moselaner starteten besser als bei den beiden Heimsiegen, als sie jeweils im ersten Viertel ganz schwach agiert hatten. Es war zwar längst nicht alles so, wie es sich Trainer Yves Defraigne gewünscht hatte, aber mit 15:18 lagen sie auf Schlagdistanz. Weniger gut: Chris Copeland, der mit einer Adduktoren-Zerrung spielte, hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Fouls auf dem Konto.

Mit dem zweiten Viertel ging es langsam, aber stetig bergab für die TBB. Sie schafften es einfach nicht, das Tempo zu kontrollieren. So wuchs der Rückstand auf Bremerhaven früh in den zweistelligen Bereich. Trier schaffte es zwar häufig, zu verkürzen, doch es brachte nicht viel: Bremerhavens Coach Douglas Spradley nahm eine Auszeit, danach machte sein Team sechs oder acht Punkte in Folge. Und so gingen die Trierer mit einem deutlichen Rückstand in die Pause. Neben dem Spieltempo war die eklatante Rebound-Unterlegenheit die Hauptursache für den Rückstand.

Der entscheidende Faktor aus Sicht der Hausherren nach dem Seitenwechsel war ein ehemaliger NBA-Spieler: Rodney Buford, der in der ersten Halbzeit kaum zu sehen war, drehte jetzt richtig auf und sorgte entscheidend dafür, dass der Vorsprung immer weiter anwuchs. Spätestens als der über die gesamte Dauer beste Akteur, "Eisbär" Louis Campbell, mit der Schluss-Sirene des Viertels das Resultat mit einem Dreier auf 68:51 schraubte, war die Frage nach dem Sieger beantwortet. Brian Brown wirkte an alter Wirkungsstätte übermotiviert, leistete sich dumme Fouls und war weit von der Form der ersten Heimspielen entfernt. Das galt für fast alle TBBler, die am Freitag mit dem 87:84-Sieg nach Verlängerung gegen Düsseldorf ihre Fans in der Arena noch in grenzenlosen Jubel versetzt hatten. Bei Bremerhaven punkteten fünf Spieler zweistellig, Campbell lieferte zu seinen 13 Punkten neun Assists und acht Rebounds ab.

TBB Trier: Shtein (4), Raivio (13), Karamatskos (n.e.), Gillingham (2), Brown (7), Evans (12), Picard (n.e.), Zirbes (0), Andreev (n.e.), Pekovic (0), Copeland (21), Shuler (14)