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TBB Trier: Der Senior hat großen Spaß

TBB Trier: Der Senior hat großen Spaß

Mit 36 Jahren ist Dragan Dojcin der älteste der Trierer Bundesliga-Basketballer. Dass er auch der Kapitän des Teams ist, ist aber nicht nur seinem Alter und seiner Erfahrung geschuldet. Dojcin ist der verlängerte Arm von Headcoach Henrik Rödl und für seine jungen Mitspieler Leitfigur und Mentor. Der Routinier stellt vor der Saisoneröffnung gegen Antwerpen (Samstag, 19 Uhr) das Team vor.

Trier. Eines schon mal vorweg: "Ich kann am Samstag noch nicht dabei sein", sagt Dojcin, der an einer Entzündung der Achillessehne laboriert. Die Schmerzen sind abgeklungen, ab Montag kann er mit dem Ball trainieren. Damit ist klar: Das erste Ligaspiel der neuen Saison in Tübingen am kommenden Mittwoch kommt für den Kapitän noch zu früh. Die meisten Trainingseinheiten hat Dojcin von außen betrachtet und dabei einen fundierten Eindruck vom neuen Team gewonnen. "Wir haben viele junge talentierte Spieler dazugewonnen", sagt Dojcin. "Das Team hat insgesamt mehr Talent als das der letzten Saison. Aber auch die Mischung stimmt. Talent allein reicht nicht, du brauchst auch Erfahrung."
Der Schlüsselspieler schlechthin, das ergibt sich auch schon aus der Position des Spielmachers, ist Jarrett Howell, mit 28 Jahren der zweitälteste Akteur. "Er kann das Spiel lesen, weiß, wenn er es langsam, wann er es schnell machen muss, und ist noch korbgefährlich." Howell ist für ihn im Vergleich zu Dru Joyce "der komplettere Spieler".
Die Jungs, die der 2,04 Meter große Serbe auf dem Feld in seiner Nähe hat, sind für ihn "die schnellste Brettspieler-Combo der Liga". Brian Harper (2,06 Meter), "ein unglaublich athletischer Spieler, mit einer sehr guten Ballbehandlung. Einen Spieler mit einer solchen Spannweite habe ich lange nicht mehr gesehen. Und er schaut nicht nur auf seine eigene Statistik, sondern sieht auch seine Mitspieler." Von ähnlicher Statur (2,07 Meter) ist Vitalis Chikoko, "dem wir etwas Zeit geben müssen, der aber alle Anlagen mitbringt, ein wirklich guter Spieler zu werden". Ähnliche Kriterien gelten auch für JonePedro Lopes (2,07 Meter). "Er überspringt drei Ligen. Wenn er die Geduld aufbringt, die notwendig ist, Schritt für Schritt zu gehen, werden wir an ihm noch viel Freude haben."
Dagegen ist Andy Seiferth (2,09 Meter) von seiner Bundesliga-Erfahrung schon fast ein alter Hase. "Diese Durchschnittsgröße hatten wir noch nicht, seit ich hier bin", sagt Dojcin, "und alle sind gut zu Fuß." Will heißen: schnell unterwegs. "Wir werden viele Fastbreaks laufen. Die Jungs werden viele Rebounds holen, und daraus werden wir viele Fastbreaks kreieren. Selbst unsere langen Leute sind schnell genug, um sie selbst abzuschließen."
Howell ist der "General", aber seine Adjutanten sind auch nicht ohne. "Was Nate Linhart kann, haben alle im letzten Jahr gesehen", sagt Dojcin. "Er ist ein exzellenter Verteidiger, der sich in einen Gegenspieler verbeißen kann, Rebounds greift und Punkte macht." Vom gleichen Kaliber ist Barry Stewart: "Er ist in dem Jahr in Gießen gereift. Mit seinen Defensiv- und Scorer-Qualitäten und seiner Schnelligkeit wird er uns sehr helfen." Dasselbe sagt Dojcin auch über Bastian Doreth, den Leihspieler von Bayern München: "Er hat das Spiel verstanden. Er weiß, was in bestimmten Situationen zu tun ist." Auch für Mathis Mönninghoff findet Dojcin lobende Worte: "Mathis hat ebenfalls großes Potenzial und ist ein toller Dreierschütze." Von Joshiko Saibou "erwarte ich einen weiteren Schritt nach vorne. Der Junge tut alles, um besser zu werden."
Und was ist vom Team zu erwarten? "Es wird viel davon abhängen, wie wir starten. Ich will hier keine Ziele nennen, die ohnehin nur Spekulation wären. Wir müssen dem Team die Zeit geben zu reifen. Wir haben eine gute Basis, aber, wie das bei kleinen Kadern eben so ist, wir dürfen keine Verletzungsprobleme bekommen. Ich bin mir aber sicher, dass die Fans hier in Trier viel Spaß an dieser Mannschaft haben werden."