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TBB Trier feiert wichtigen Heimsieg gegen Bayreuth

TBB Trier feiert wichtigen Heimsieg gegen Bayreuth

Nach zuletzt vier Niederlagen in Serie hat die TBB Trier ihr Heimspiel am Samstagabend gegen medi Bayreuth mit 78:75 (41:40) gewonnen. TBB-Coach kündigt Gespräche über die Zukunft von Ricky Harris an.


Diese Szene vor Anpfiff war beispielhaft: TBB-Coach Henrik Rödl hatte seinem Team gerade die letzten Anweisungen mit auf den Weg gegeben. Schiedsrichter und Gegner warteten schon auf dem Feld, da versammelte Aufbauspieler Jermaine Anderson seine Teamkollegen nochmal um sich.
Der Kanadier schwor Mathis Mönninghoff, Vitah Chikoko, Adin Vrabac und Stefan Schmidt lautstark ein. Dann ging es aufs Feld. Es war deutlich zu merken: Das Heimspiel der TBB am Samstagabend gegen medi Bayreuth war kein gewöhnliches Spiel. Nach vier Niederlagen in Folge standen die Moselstädter gehörig unter Druck.
Aufgrund der schweren kommenden Gegner (Bonn, Ulm und Bayern München) war ein Sieg gegen die Franken fast schon Pflicht - und die Trierer erfüllten ihre Pflicht. Nach einer großen kämpferischen Leistung gewannen sie verdient mit 78:75 (41:40).

Dass die TBB sich etwas vorgenommen hatte, war von der ersten Spielminute an zu erkennen. Das Team zeigte sich im Vergleich zur erschreckend schwachen Leistung bei der Auswärtsniederlage gegen die Frankfurt Skyliners deutlich verbessert. Durch eine aggressive Verteidigung zwangen die Grün-Weißen den Tabellenachten aus Franken bereits in der ersten Halbzeit zu insgesamt neun Ballverlusten.

Zudem schafften es die Trierer endlich mehr Ordnung unter den Körben zu schaffen. Während die Reboundschwäche in den vergangenen Wochen noch das größte Manko war, zeigte sich die TBB am Samstag auch in diesem Punkt deutlich verbessert. "Zwar haben wir das Reboundduell nicht gewonnen", gestand Henrik Rödl nach dem Spiel, "allerdings waren im Reboundverhalten deutliche Fortschritte zu erkennen."

Da den Trierern auch offensiv viele Aktionen gelangen, die in den letzten Spielen nicht funktionierten, führten die Rödl-Jungs zur Halbzeit mit 41:40.
Nach der Pause drehte Bayreuth allerdings auf. Angeführt vom Ex-Trierer Trevon Hughes, drehte der Gast das Spiel und zog zwischenzeitlich auf sieben Punkte davon (45:52).

Aber es passte ins Bild, dass sich Trier nicht abschütteln ließ. Bis zum Ende des dritten Viertels kämpfte sich die TBB wieder auf zwei Punkte heran (54:56). Wesentlichen Anteil daran hatte Triers US-Amerikaner Ricky Harris, der an seinem letzten Arbeitstag für die TBB (sein zeitlich begrenzter Vertrag endete am Samstag) 19 Punkte erzielte.
Das letzte Viertel musste also die Entscheidung bringen. Spannung pur.

Unter den 3564 Zuschauern in der Arena herrschte eine derart euphorische Stimmung, wie seit langem nicht. Befeuert wurde sie durch die weiterhin leidenschaftliche Leistung des Heim-Teams, das das Spiel direkt zu Beginn des vierten Viertels wieder zu seinen Gunsten drehte und in Führung ging (62:56).
Diese verteidigten die Trierer bis zum Ende, obwohl Trevon Hughes in den letzten Sekunden beim Stand von 78:75 gleich dreimal hintereinander eine offenen Wurf von der Dreierlinie bekam - er nutzte allerdings keine seiner Chancen. Trier holte den Sieg und das absolut verdient. Die Leistung war eine beeindruckende Antwort auf die schwachen Leistungen der vergangenen Wochen.

Besonders ungewöhnlich: Nach dem Spiel gab es ein dickes Lob vom gegnerischen Trainer Michael Koch: "Trier hat absolut verdient gewonnen, der Sieg hätte noch deutlich höher ausfallen müssen." Sein Trierer Kollege zeigte sich erleichtert: "Der Sieg war unglaublich wichtig für uns. Das ist ein guter Anfang für die kommenden Wochen."

Angesprochen auf die Frage, wie es mit TBB-Topscorer Ricky Harris weitergehe, antwortete Henrik Rödl: "Wir werden uns in den kommenden Tagen zusammensetzen." Komplett ausschließen, könne er momentan nichts, so der Coach.

Vielleicht gibt es also doch noch eine Chance darauf, Ricky Harris in den kommenden Monaten weiterhin im TBB-Trikot zu sehen.

Punkte TBB: Chikoko (14), Anderson (12), Mönninghoff (8), Schmidt (2), Vrabac (2), Bucknor (11), Harris (19), Lukovic (5), Canty (5). Beste Schützen Bayreuth: Hughes (14), Bowman (13), McCrea (15).
Zuschauer: 3564. Viertelstände: 22:19/41:40/54:56/78:75.