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TBB Trier hat Sieg gegen Alba in der Tasche – und verliert doch

TBB Trier hat Sieg gegen Alba in der Tasche – und verliert doch

Bitterer kann man nicht verlieren: Basketball-Bundeslist TBB Trier hat am Samstagabend in der ausverkauften Arena Trier den Titelanwärter Alba Berlin beim 80:88 (72:72, 36:35) nach Verlängerung über weite Strecken dominiert. Die Berliner gewannen das Spiel vor allem von der Linie. Sie trafen 38 von 45 (!) Freiwürfen.

TBB Trier hat Sieg gegen Alba in der Tasche – und verliert doch
Foto: Hans Krämer
TBB Trier hat Sieg gegen Alba in der Tasche – und verliert doch
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TBB Trier hat Sieg gegen Alba in der Tasche – und verliert doch
Foto: Hans Krämer

Die Gastgeber hatten den ersten Sieg seit 2004 gegen Alba Sekunden vor Schluss schon fast in der Tasche. Aber dann kam alles anders. Die Albatrosse retteten sich in die Verlängerung - und da war das Momentum auf Seiten der Gäste. Letztes Viertel, noch 18 Sekunden auf der Anzeigetafel. Die TBB führt 71:66. Bei den knapp 6000 Zuschauern in der ausverkauften Arena ist die Anspannung zu spüren. Das ist der Heimsieg gegen Alba. Muss doch sein. Oder? Nein, Berlin entreißt den Trierern noch den sicheren Sieg.
Der Pechvogel des Abends war kein Albatros, sondern Triers Aufbauspieler Jarrett Howell. Es war nur eine Szene, aber eine entscheidende: Die TBB ist nach einer Auszeit beim Stand von 71:68 in Ballbesitz. Howell findet beim Einwurf keinen Mitspieler - der Ballbesitz geht an die Gäste. Und mit dieser Szene drehten die Hauptstädter die Partie: Sie retteten sich in die Verlängerung - und da hatten die Berliner dann die stärkeren Nerven.
Die Erkenntnis: Die TBB war immer auf Augenhöhe, phasenweise stärker als Alba. Aber die Negativserie gegen Henrik Rödls Ex-Verein bleibt bestehen. Die Berliner bekamen das Selbstvertrauen der Trierer - mit vier Siegen in fünf Spielen in die Saison gestartet - von Beginn an zu spüren. Alba hatte Probleme mit der aggressiven Defensive der Trierer. Vor allem TBB-Power-Forward Brian Harper war in der Offensive kaum zu stoppen. Jermaine Bucknor brachte die Trierer zwischenzeitlich mit 17:11 in Führung. Alba hielt vor allem durch individuelle Klasse von DaShaun Wood und Deon Thompson dagegen.
Richtig hitzig wurde die Partie acht Sekunden vor der Halbzeitpause. Triers Aufbauspieler Jarrett Howell hatte Heiko Schaffartzik bei einer Aktion vor dem Alba-Korb verletzt, aus Sicht von Alba-Trainer Sasa Obradovic war es eine Tätlichkeit von Howell - Schaffartzik musste mit Nasenbluten vom Feld. In der Folge gaben die Schiedsrichter ein unsportliches Foul gegen Howell sowie gleich zwei technische Fouls gegen Alba. Eins gegen die Bank, Sekunden später ein zweites gegen Obradovic. Die Trierer gingen mit einer 36:35-Führung in die Halbzeitpause.
Und in der Pause gab es gleich das dritte technische Foul - gegen Alba-Sportdirektor Mithat Demirel. Die Konsequenz daraus: Demirel und Trainer Obradovic mussten schon in der Pause den Arena-Innenraum verlassen. Für Obradovic stand in der zweiten Halbzeit Assistenztrainer Milenko Bogicevic an der Linie.
Die Trierer erhöhten auf 46:39, kamen aber in der Folge etwas aus dem Tritt. Die Albatosse kamen vor allem über Freiwürfe zu Punkten. Howell bescherte der TBB per Korbleger eine 53:50-Führung vor dem Schlussviertel.
Howell eröffnete das Viertel mit einem Dreier (56:50) - keine Spezialität der beiden Teams an diesem Abend. Die Trierer glaubten nun an die dicke Überraschung, den ersten Sieg gegen Alba seit 2004. Vor allem, als Barry Stewart in letzter Sekunde einen Angriff mit einem Dreier abschloss und die TBB gut sechs Minuten vor Schluss mit zehn Punkten vorn lagen. Die Vorentscheidung gegen die Albatrosse, die keine 48 Stunden zuvor noch in der Euroleague in Malaga antreten mussten? Von wegen, Alba berappelte sich, kam auf 63:59 heran und schaffte es mit Glück in die Verlängerung. Statistik:
TBB Trier: Linhart 6, Saibou 3, Doreth 4, Howell 5, Seiferth 12, Mönninghoff 3, Harper 21, Stewart 13, Chikoko 5, Bucknor 0, Lopes 8
Alba Berlin (beste Schützen): Wood 16, Thompson 18, Djedovic 13, Morley 12, Schaffartzik 10Viertelstände: 19:19, 36:35 (Halbzeit), 53:50, 72:72, 80:88Zuschauer: 5914 (ausverkauft)