TBB Trier verliert Punkte und Philip Zwiener

Trier/Bayreuth · Einen Rückschlag im Kampf um den Einzug in die Play-Offs mussten die Korbjäger des TBB Trier beim Tabellenvorletzten BBC Bayreuth hinnehmen: Wie schon im Hinspiel mussten sich die Schützlinge von Henrik Rödl den Oberfranken mit 84:71 (47:39) geschlagen geben und hatten dabei den verletzungsbedingten Ausfall von Philip Zwiener (umgeknickt) zu beklagen.

TBB Trier verliert Punkte und Philip Zwiener
Foto: Heiko Schmitz

Maik Zirbes eröffnet vor rund 2.700 Zuschauern die Partie für die Moselstädter, die auf ihren etatmäßigen Centerspieler Dragan Dojcin verzichten mussten, dafür Oliver Clay in die Startformation beordert hatten, und das erste Viertel knapp mit 19:17 für sich entscheiden konnten. Ausgerechnet der mit Abstand älteste Akteur auf dem Parkett hatte daran maßgeblichen Anteil: Der mittlerweile 40-jährige Centerroutinier George Evans musste in der fünften Spielminute für den frühzeitig mit zwei Fouls belegten Maik Zirbes auf das Parkett und war bis zur ersten Viertelpause mit insgesamt 7 Punkten treffsicherster Werfer des TBB Tier. Drei Dreiern von Schmitz, Campbell und Harris brachten den BBC Bayreuth zum Start in den zweiten Abschnitt mit 26:22 in Front und veranlassten den in dieser Phase mit der Verteidigungsleistung seines Teams sichtlich unzufriedenen TBB-Coach Henrik Rödl zur ersten Auszeit (13.). Die Treffsicherheit der Bayreuther von der Dreierlinie konnte Rödl damit jedoch zunächst nicht eindämmen: Campbell feuerte erneut zweimal erfolgreich von der Dreierlinie ab und weil auch Joungster Simon Schmitz in dieser Phase ein "heißes Händchen" bewies, lagen die Hausherren plötzlich mit 36:26 (14.) in Front. Auch die nun folgende Auszeit Rödls verhallte zunächst offensichtlich ungehört, denn der BBC Bayreuth konnte weiter bis auf 42:26 davonziehen, bevor Sami Picard den Bayreuther Lauf mit einem Dreier unterbrechen konnte. Erneut Picard aus der 6,75-Distanz sowie der bullige Zirbes mit fünf Zählern in Folge ließen den Rückstand vor der Pause wieder einstellig werden (47:39, 20.). Glück hatten die Modelstädter, dass sich Ibekwe bei seinem Dreierversuch aus der eigenen Hälfte etwas zu viel Zeit ließ: das rote Leder "zischte" zwar mit der Pausensirene durch die Reuse, hatte die Hand des Nigerianers nach Schiedsrichtermeinung aber Sekundenbruchteile zu spät verlassen.

Die mittlerweile ligaweit bekannten Startprobleme der Bayreuther nach der Halbzeitpause wusste die veränderte Trierer Startformation, Bynum ersetzte den verletzten Zwiener, zunächst nicht zu nutzen. Mehrere einfache Fehler der Hausherren blieben von den Moselstädtern unbestraft, bevor Neitzel und Schmitz mit seinem bereits dritten erfolgreichen Dreier den Vorsprung der Bayreuther wieder in den zweistelligen Bereich anwachsen ließen (54:43, 25.). Weil beim BBC Bayreuth aber auch nach diesen Einzelaktionen in der Offensive nicht viel zusammenlaufen wollte, konnten die Trierer bis zur letzten Viertelpause doch noch verkürzen: Picard mit einem Dreipunktspiel sowie Joyce mit einem Dreier brachten die Gäste bis auf 58:53 (30.) heran.

Ein unsportliches Foul gegen Topscorer Barry Stewart (18 Punkte, 4 Dreier), der Bayreuths Ginyard beim Fastbreak nur stark regelwidrig stoppen konnte, bescherte den Hausherren zu Beginn des Schlussabschnitts wieder eine zweistellige Führung (65:55, 33.), die Ginyard später an der Freiwurflinie weiter ausbauen konnte (73:59, 37.). Diesen Vorsprung konnten der zuvor fünfmal in Folge unterlegene Tabellenletzte unter der Regie des Ex-Trierers Drew Neitzel schließlich gegen die zunehmend resignierenden Gäste über die Ziellinie bringen.

Trainerstimmen:

Henrik Rödl (TBB Trier): Bayreuth hat mit viel Herz gespielt und verdient gewonnen. Ich bin dennoch stolz auf mein Team, das unsere Verletzungsprobleme weggesteckt und nie aufgegeben hat. Philipp Zwiener ist umgeknickt, er wird uns in den kommenden Spielen fehlen. Andreas Wagner (BBC Bayreuth): Wir haben heute viel Herz und Willen gezeigt. Ein Extralob geht an Simon Schmitz und Stefan Schmidt, die beide auf dem Feld waren, als wir unseren Vorsprung herausspielen konnten. Simon Schmitz hat heute sein bestes Erstligaspiel gemacht. Jetzt müssen wir diesen Erfolg in Bonn bestätigen. Das wird ein schweres Spiel, ein Sieg dort ist aber nicht unmöglich.