Trier im Herzen

Am Sonntag empfangen die Römerstrom Gladiators Trier die Baunach Young Pikes (17 Uhr/Arena Trier). Im Kader der Franken steht mit Leon Kratzer der Sohn des früheren Trierer Centers Marc Suhr. Der TV hat Suhr angerufen und über seinen Sohn, die Gladiators und ziemlich große Schnitzel gesprochen.

Trier/Hamburg. Bei der Frage fängt Marc Suhr schallend an zu lachen. Ob er denn Gemeinsamkeiten sehe zwischen sich in seiner aktiven Zeit und seinem Sohn Leon Kratzer aktuell? "Da muss ich direkt mal eine kurze Geschichte erzählen", sagt der heute 47-jährige Suhr. "Leon hat mal in einem Zeitungsartikel gesagt, er sei athletischer und schneller als ich, und auch sein Wurf sei besser." Dies, so betont er immer noch lachend, wolle er ihm auf diesem Wege jetzt mal heimzahlen: "Dafür sehe ich besser aus als er." Nach einer kurzen Pause fügt er an: "Nein, mal im Ernst: Leon ist besser als ich in meiner aktiven Zeit, da hat er schon recht."
Suhr spielt zwischen 1997 und 1999 und in der Saison 2002/03 für Trier in der ersten Basketball-Bundesliga. Sein 19-jähriger Sohn Leon Kratzer spielt aktuell mit einer Doppellizenz für Brose Bamberg in der BBL und für Baunach Young Pikes - Bambergs Kooperationsteam - in der zweiten Liga. Mit den Franken tritt der 2,13-Meter-Center am Sonntag bei den Römerstrom Gladiators Trier an (17 Uhr/Arena Trier). Seit Kratzer 15 Jahre alt ist, spielt er für Nachwuchs- und Kooperationsteams des Deutschen Meisters Brose Bamberg. Der U-20-Nationalspieler gehört zu den größten deutschen Talenten auf seiner Position. "Ich bin davon überzeugt, dass Leon es dauerhaft schaffen kann, in der BBL zu spielen, vielleicht auch noch höher im Ausland", betont Suhr. "Arbeitet er weiter hart an sich, dann ist vieles für ihn möglich." Wenn Kratzer am Sonntag mit Baunach in Trier antritt - sollte er nicht im Bamberger Bundesligakader für das Duell am Sonntag mit Bayern München stehen - wird Marc Suhr nicht in der Arena Trier sein. Der früherer Trierer Center (2,15 Meter) lebt mittlerweile in Hamburg, arbeitet dort bei der Lufthansa Technik im strategischen Einkauf.
Die Gladiators verfolgt er aber weiterhin. "Letzte Saison habe ich mir ein Spiel in der Arena angeschaut, auch auswärts habe ich Trier ein paar Mal gesehen. Marco van den Berg macht gute Arbeit, ich finde es ganz wichtig, dass so viele Spieler aus der vergangenen Saison geblieben sind, das ist ein Vorteil." Suhr ist anzumerken, dass ihm Trier noch immer am Herzen liegt. "Ich habe sehr gerne in der Stadt gelebt, hatte eine Wohnung in der Nordallee. Die Landschaft mit Mosel oder Saarschleife ist wunderschön." Außerdem, so erinnert sich der gebürtige Kölner schmunzelnd, "gab es tolle Kneipen wie ,Aom Ecken' im Maarviertel, auf die ich durch Aggy gestoßen bin. Auch die großen Schnitzel im Gasthaus Sonnen in Trierweiler waren einmalig - die Region hat kulinarisch was drauf".
Basketballerisch habe er an der Mosel die schönste Zeit seiner Karriere verbracht. Das Team um Carl Brown, Bernard Thompson und James Marsh sei einzigartig gewesen. "Wir hatten das kleinste Budget der Liga, aber dennoch das Potenzial, so manchem Gegner ordentlich in den Hintern zu treten. Unsere Siege gegen Berlin oder Leverkusen bleiben unvergessen."
Das Freitagabendspiel der
Römerstrom Gladiators Trier bei den Hanau White Wings war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet.
Infos dazu finden Sie unter
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Wie steht's in der aktuellen ProA-Spielzeit um die Finanzen der Römerstrom Gladiators Trier? Nachdem dem Club zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Saison noch rund 150 000 Euro an Sponsorengeldern bis Saisonende fehlten, berichtet Manager Michael Lang dem TV nun Folgendes: "Die Lage ist entspannter. Von den Summen aus der vergangenen Saison sind wir weit entfernt: Im Moment fehlen uns noch 75 000 Euro an Sponsoringeinnahmen." Erfreulich sei, so Lang, dass die Trikotbrust - die der Club an jedem Heimspiel als Werbefläche neu an Sponsoren vergibt und so pro Heimspiel rund 3500 Euro kassiert - für alle Heimpartien bis Saisonende vergeben sei. Zudem soll nun auch ein Werbe-Schriftzug auf dem Trikot-Rücken (1500 Euro) bei den Heimspielen vermarktet werden. "Es bleibt ein harter Kampf, die fehlenden 75 000 Euro einzutreiben. Aber es macht Mut, wenn man sieht, dass wir aktuell mit Pesche Computersysteme, Infinkon, Fabry's Food & Snack GmbH sowie AGT Abgastechnik wieder vier neue Sponsoren hinzugewinnen konnten. mfr